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Die Beteiligten des Poetry-Slams "Wortschöpfung" (v. l.): Dominik Rinkart, Tonia Krupinski, Andreas Wilmers, Juston Buße, Paulina Conrad, Ben Böttcher, Jörg Karl, Thorsten Zeller, Dr. Peter Noss und Martin Weyrauch.

Spannende Wort-Gefechte

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Bad Nauheim(pm). "Wortschöpfung" lautete das Motto eines Poetry-Slams, der anlässlich der "religiösen Naturschutzwoche" jetzt auf dem Programm stand. Ort war das Kinder- und Jugendhaus Alte Feuerwache in Bad Nauheim, wo sich die Wort-Künstler ein spannendes Duell lieferten. Dominik Rinkart moderierte die Veranstaltung humorvoll, "Pauli und Band" lieferten den musikalischen Rahmen.

Andreas Wilmers, der die Veranstaltung organisiert hatte, begrüßte die rund 30 Zuhörer, darunter Julia Glaeser vom Abrahamischen Forum (Darmstadt) und Dr. Peter Noss, Pfarrer für Ökumene und Dialog im evangelischen Dekanat Wetterau. "Die Religiöse Naturschutzwoche wird vom Abrahamischen Forum initiiert und findet dieses Jahr erstmals in der Wetterau statt", sagte Wilmers. Er sei froh, dass "Poetry-Slam Wetterau" sich zum Mitwirken bereit erklärt habe. Der federführende Organisator Noss erläuterte: "Ziel des Abrahamischen Forums ist es, mit verschiedenen Religionen ins Gespräch zu kommen." Frieden, Naturschutz und Gerechtigkeit seien Inhalte, die momentan besonders im Fokus stünden.

Eingangs stimmten "Pauli und Band" die Zuhörer mit Musik ein, stimmungsvoll und nachdenklich, mit unter anderem dem Song "Gebet". Wie Moderator Rinkart ausführte, gehe es an diesem Abend nicht um beliebige Texte, sondern um die Themen Religion und Naturschutz. "Das Publikum ist dabei gefordert und muss mitstimmen, welcher Künstler weiterkommt." Dies solle per Applaus geschehen. "Es ist dabei irrelevant, ob die Leute unterschiedlich sind, ob sie vorlesen oder frei sprechen, ernst oder witzig sind. Achtet auf euer Bauchgefühl und euer Herz."

Keine beliebigen Texte

Zunächst trug Rinkart einen Text vor. "Den habe ich im Grunde genau für diese Veranstaltung geschrieben - bloß ist es schon ein paar Jahre her", schmunzelte er. Sein Gedicht drehte sich darum, wie die Götter aller Religionen mit ihren Beratern zusammenkommen und sich über den Klimawandel austauschen.

Als erster Teilnehmer des Dichterwettstreits lieferte Thorsten Zeller eine "Schneebeschwörung". Er und sein Sohn wollen Schlitten fahren und bitten verzweifelt um ein paar Schneeflocken. Doch was sich aus den Wolken ergießt, ist nicht das Erhoffte.

Juston Buße trug einen Text über jemanden vor, der den Auftrag hat, eine Religion zu gründen. Die Zahl seiner Anhänger zu erhöhen ist allerdings nicht einfach - und das trotz seiner Gebote wie "Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein".

Schließlich trat Martin Weyrauch mit "Baum und Borke" aufs Podium, es ging um die Umweltzerstörung aus Sicht eines Baums. Das Gewächs bekommt mit, wie rundherum alles gefällt wird, "graue Affen" eine Stadt bauen und Flächen asphaltieren. Das bekommt den Affen nicht gut.

Die vierte im Bunde, Tonia Krupinski aus Tübingen, kam durch die Bewegung "Fridays for Future" auf ihren Text, der sich mit Nachhaltigkeit befasst. Viele Dinge bewegen sie dabei, darunter die Frage: "Gibt es überhaupt noch eine Zukunft neben all dem, was in der Welt passiert?"

Alle Poeten traten nach der Pause ein weiteres Mal auf. Das Publikum entschied mehrfach durch Applaus über die Platzierung, was nicht einfach war, da die Unterschiede nur graduell waren. Am Ende hatte Tonia Krupinski die Nase vorn, gefolgt von Juston Buße, Martin Weyrauch und Thorsten Zeller.

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