Konversion bedeutet Umwandlung. Im Süden von Friedberg soll auf dem 74 Hektar großen Kasernengelände ein neuer Stadtteil entstehen. GRAFIK: STADT FRIEDBERG/BAULANDOFFENSIVE HESSEN
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Konversion bedeutet Umwandlung. Im Süden von Friedberg soll auf dem 74 Hektar großen Kasernengelände ein neuer Stadtteil entstehen. GRAFIK: STADT FRIEDBERG/BAULANDOFFENSIVE HESSEN

So sieht der neue Stadtteil aus

  • vonred Redaktion
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Der Rahmen ist gesetzt, jetzt muss das Ganze, sprich der neue Stadtteil nur noch mit Inhalt gefüllt werden. Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) hat den Rahmenplan für die Entwicklung des Kasernengeländes vorgestellt. Anfang Dezember beginnen die Verkaufsverhandlungen mit der BIMA.

Noch schleicht ein Rotfuchs durchs Gestrüpp des Kasernengeländes; man kann ihn manchmal von der Görbelheimer Hohl aus beobachten. Er und sicherlich so manch anderes Tier wird das 74 Hektar große, eingezäunte Areal im Süden von Friedberg bald verlassen müssen. Bevor sich am Donnerstag der Ausschuss für Stadtentwicklung mit dem Rahmenplan des Kasernengeländes beschäftigte, stellte in nicht öffentlicher Sitzung eine Entwicklungsgesellschaft ihre Pläne für das Gelände vor.

Es war nicht die erste Info-Veranstaltung dieser Art. Mehrere Entwickler haben Interesse, das Gebiet zusammen mit der Stadt zu entwickeln. Auch haben die Friedberger Kommunalpolitiker in mehreren Städten die dortigen ehemaligen Kasernengelände besucht.

In den Rahmenplan flossen die Ergebnisse des ISEK-Prozesses ein, die Bürger durften mitreden. Der Fokus liegt auf Wohngebäuden, es sind aber auch eine ganze Reihe weiterer Nutzungen vorgesehen. So etwa eine Kita, ein neuer Feuerwehr-Standort, ein Wissenschaftscampus, an den sich südlich Studentenwohnungen anschließen. Es gibt Platz für Verwaltungsgebäude des Kreises, für Seniorenwohnen, für Schulen und im südlichen Bereich für Gewerbebetriebe. Im Südwesten sollen eine große Sportfläche, eine neue Stadthalle und ein Hotel entstehen. Auch ein Vollversorger und ein kleines Elvis-Museum sind vorgesehen, Letzteres in der Baracke, in der er schlief.

Viel Grünflächen und wenig Autos

Viel Grün soll den neuen Stadtteil lebenswert machen. Auf dem Plan sind mehrere Grünzüge zu erkennen. Ebenfalls ersichtlich sind mehrere graue, rechteckige Felder. Das sind Parkdecks, die vorwiegend am Rande des neuen Stadtteils vorgesehen sind. Die Politik plant ein autoarmes Wohngebiet. Die Bewohner sollen ihre Autos möglichst außerhalb parken, nicht direkt vor dem Haus, das aber per Auto angefahren werden kann. Es gilt, die Verkehrswende voranzutreiben und durch gute Fuß- und Radwegeverbindungen Anreize zu schaffen, die ein Lastenfahrrad sinnvoller erscheinen lassen als einen Zweitwagen.

Die Grünen haben eine etwas andere Vorstellung von einem autoarmen Wohngebiet. Sie bevorzugen offenbar ein autofreies Wohngebiet, zumindest war dies den Ausführungen des Grünen-Stadtverordneten Dr. Nicholas Hollmann zu entnehmen. Er kritisierte die aus seiner Sicht zu hohe Zahl an Pkw-Stellplätzen. "Wenn Stellplätze zur Verfügung stehen, werden sie auch genutzt. Das ist dann kein autofreies Wohnen." Richtig, bestätigte Bürgermeister Antkowiak, das ist es nicht. Aber das wolle man ja auch gar nicht. "Die Planungen sollten sich an der Lebensrealität orientieren, nicht an Verboten", kommentierte Achim Güssgen-Ackva (FDP). Winfried Ertl (UWG) ergänzte, Automobile werde es auch in der Zukunft geben, "aber die Antriebsarten werden andere sein".

Der Ausschuss für Stadtentwicklung stimmte mehrheitlich für den Rahmenplan; es gab sechs "Ja" von CDU, SPD, FDP und UWG, bei einem "Nein" der Linken und einer Enthaltung der Grünen. Am 10. Dezember stimmen die Stadtverordneten final über den Plan ab. Am Dienstag drauf reist eine Delegation unter Leitung von Bürgermeister Antkowiak zur BIMA nach Koblenz, dann beginnen die Verkaufsverhandlungen.

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