+

IMPULS

Schöne Träume

  • vonRedaktion
    schließen

Heute Nacht hatte ich einen sehr schönen Traum: Im Garten vor unserer Dorheimer Kirche sehe ich mich und viele andere bei der Vorbereitung eines Gemeindefestes. Das Wetter ist gut und ein Zelt ist aufgebaut. Es wird gegrillt. Dann bin ich aufgewacht - und ich habe langsam und ungern realisiert, dass eben alles nur ein Traum war. Denn der neue Tag ist ein weiterer in der Corona-Krise. An Gemeindefeste ist im Moment überhaupt nicht zu denken.

Aus Sicht der psychologischen Traumdeutung war das, was mir da in der Nacht durch den Kopf ging, ein Wunschtraum, gespeist aus der Sehnsucht nach dem, was mir vertraut und lieb ist, was ich vermisse. Und dazu sagt ja eine alte Redensart: Träume sind Schäume.

Doch da muss ich an etwas denken: Zu der Zeit, als die Heilige Schrift niedergeschrieben wurde, haben die Menschen Träume noch ganz anders bewertet. Für sie hat Gott durch Träume zu den Menschen gesprochen. er hat ihnen durch Träume seine, dem wachen Verstand verborgenen, Absichten mitgeteilt und wichtige Lebens- und Überlebenshinweise gegeben. Denken wir an Josefs Traum und an die Träume der Weisen in der Weihnachtsgeschichte.

Natürlich gibt es aus moderner, aufgeklärter Weltsicht Kritik an dieser Sichtweise von Träumen.

Das Kind in mir aber sagt: Wie schön wäre es, wenn mein Traum von einem fröhlichen Gemeindefest eine göttliche Weissagung sein könnte. In dem Sinn: Ihr werdet wieder unbeschwerte und fröhliche Feste feiern können. Alles wird wieder gut.

Natürlich spüre ich als Erwachsener meine Skepsis gegen solch kindliche Zuversicht. Ich spüre meine Angst vor dem Virus und seinen Folgen für unser Zusammenleben. Aber wäre es nicht ein Mittel gegen meine Ängste, wie ein Kind auf Gott vertrauen zu können? Darauf bauen zu können: Irgendwann wird alles wieder gut!

Darum möchte ich versuchen, meinen Traum gegen alle Skepsis mit den Augen der alten Zeit zu sehen. Mit der Hoffnung auf den rettenden Gott, wie sie im 126. Psalm beschrieben wird. »Unser Mund wird wieder voll Lachens sein, wir werden wieder fröhlich sein. Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin mit Weinen und streuen ihre Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.«

Hilmar Gronau , Pfarrer in Dorheim und Bauernheim

In dieser schweren Zeit hat sich das ev. Dekanat Wetterau dazu entschieden, sich für jeden Tag einen geistlichen Impuls zu überlegen und diesen den Lesern der Wetterauer Zeitung zur Verfügung zu stellen. FOTO: PV

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare