Die Initiatoren freuen sich mit Plakat auf das neue Format "Kultur on Tour" (v. l.): Cornelia Wenk von der Koordinierungsstelle "Demokratie leben", Merlin Krauch von Thyssen Entertainment, Oliver Becker von Olitainment, Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch sowie Harry Thyssen. FOTO: IHM
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Die Initiatoren freuen sich mit Plakat auf das neue Format "Kultur on Tour" (v. l.): Cornelia Wenk von der Koordinierungsstelle "Demokratie leben", Merlin Krauch von Thyssen Entertainment, Oliver Becker von Olitainment, Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch sowie Harry Thyssen. FOTO: IHM

Schnell, überraschend und bunt

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Mit "Kultur on Tour - Wir für Euch" erwartet die Wetterauer in Kürze ein buntes Programm unter freiem Himmel, das mehrere Tage von Ort zu Ort reist und mit schnellen Aktionen Freude in den Alltag bringt. Initiator ist das Programm "Demokratie leben". Am Dienstag, 15. September geht es los.

Trotz der Corona-Pandemie ist die Kultur nicht tot, wie ein neues Format aus der Ideenschmiede des Programms "Demokratie leben!" hervorheben will. Mit der Veranstaltung "Kultur on Tour - Wir für euch" werden heimische Künstler und Vereine etwas Farbe in den Alltag der Wetterauer bringen: an sechs Tagen in wechselnden Kommunen, maximal einstündig, unter freiem Himmel und kostenlos für die Zuschauer. Am Dienstag, 15. September, geht es in Ranstadt, Münzenberg und Rockenberg los, die letzten Termine sind am Freitag, 25. September, in Limeshain, Kefenrod und Hirzenhain.

Wie die Verantwortlichen jetzt im Kreishaus in Friedberg erklärten, hat die Corona-Krise viele Branchen gebeutelt, darunter auch die Kunst- und Kulturszene.

"Große Veranstaltungsunternehmen können sich vielleicht retten, aber die Kleinen, die als Solo-Selbstständige davon leben, haben keine Chance", konstatierte Cornelia Wenk (Koordinierungsstelle "Demokratie leben"). Gleichzeitig seien viele Menschen wegen der Corona-Gefahr zu Hause geblieben, weshalb ein Stück weit soziale Isolation herrschte. "Ich habe mir überlegt, dass man die Menschen zusammenbringen müsste, die von Kunst und Kultur leben und andererseits diejenigen, die aus der sozialen Distanz wieder herausmüssen."

Wenk wendete sich an die Veranstaltungsmanager Harry Thyssen (Thyssen Entertainment) und Oliver Becker (Olitainment), die bereit waren, ein Programm auf die Beine zu stellen. "Die Idee ist, ausschließlich regionale Künstlerinnen und Künstler in 17 Kommunen des Wetteraukreises zu präsentieren."

Drei Orte an einem Tag

Wie Becker ausführte, freuen sich Thyssen und er schon sehr auf die Herausforderung. "Es macht uns viel Spaß, das zu koordinieren und die einzelnen Termine zu moderieren." Pro Termin sei maximal eine Stunde eingeplant. "Wir fahren pro Tag an drei Orte, beispielsweise Wöllstadt, Niddatal und Karben. Dorthin kommen wir mit dem Fahrzeug, wir bauen eine kleine Bühne auf, die Künstler treten auf." Anschließend gehe es gleich weiter zum nächsten Termin und Standort. So schnell, wie die Aktion komme, werde sie auch wieder abgebaut. Das Laufpublikum soll teilweise überrascht werden. "Mit den Künstlern sind wir im Gespräch, wir haben schon einige Zusagen", erläuterte Becker. Ziel sei, eine Kombination aus Künstlern und Vereinen hinzubekommen. Der Frankfurter Comedian Bäppi La Belle, Sänger Moritz Bierbaum, die Band "Jazz for friends", sowie die Musiker Martin Schnur und Tine Lott haben unter anderem bereits zugesagt.

Thyssen ging auf das Hygienekonzept ein: "Auch das werden wir an allen Orten umsetzen, mit Abstandsregeln, Händedesinfektion, den dazugehörigen Hinweisschildern, alles entsprechend den vorgeschriebenen Regeln." Was die Zukunft für Künstler und Veranstalter bringe, fuhr Thyssen fort, wisse niemand. Trotz aller Sorge sei es aber wichtig, den Kopf nicht in den Sand zu stecken.

Was die Plätze in den jeweiligen Kommunen betrifft, machten die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen Vorschläge. "Wir sind auf vielen Supermarkt-Parkplätzen, ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten", sagte Wenk. Wie sie hervorhob, seien es keine herkömmlichen Veranstaltungen - Anmeldung, Stuhlreihen und Einlasskontrollen gebe es nicht.

Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch (SPD) begrüßt die Initiative. "Kultur bietet den Menschen etwas Wichtiges", sagte sie. Für Künstler seien die Zeiten hart, zudem gelte es, soziale Isolation wieder aufzubrechen. In Corona-Zeiten versetze das Projekt die Menschen in die Möglichkeit, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen.

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