Omar näht aus Baumwollstoff Mund- und Nasenschutzmasken. FOTO:PV
+
Omar näht aus Baumwollstoff Mund- und Nasenschutzmasken. FOTO:PV

Schneider Omar näht Mundschutz

  • vonRedaktion
    schließen

Nidderau(pm). Überrascht waren die Helfer vom Vorstand der Nidderauer Flüchtlingshilfe als sie kürzlich einen Brief erhielten. Schriftlich bot Schneider Omar, der seit einiger Zeit in Windecken lebt, seine Hilfe an. Für ihn sei es kein Problem Mund- und Nasenschutz zu nähen, solchen, wie er empfohlen wird, beim Einkaufen zu tragen.

"Omar will in dieser schwierigen Zeit etwas an die Menschen zurückgeben, die ihm und seiner Familie so großzügig in Deutschland geholfen haben", schreibt Petra Ensberg von der Nidderauer Flüchtlingshilfe. Omar habe die Helfer mit seinem Schreiben berührt. "Ich wünsche allen Menschen auf der Welt das Beste. Wenn Gott will, wird diese Tragödie bald enden. Ich kann zu Hause Masken herstellen. Es gibt viele Flüchtlinge, die mir helfen, meine Frau, meine Töchter. Wir werden Tag und Nacht daran arbeiten, diesen großartigen Menschen, die uns ihre Türen geöffnet haben, etwas anzubieten", zitiert die Flüchtlingshilfe den hilfsbereiten Schneider.

Diese Worte hätten wie eine Initialzündung für ein neues Projekt gewirkt, berichtet Ensberg. Omars Initiative ließ die Helfer spontan tätig werden. "In den vergangenen Tagen wurde durch Aufrufe in Rundmails und WhatsApp-Gruppen neben Nähmaschinen viel notwendiges Material, wie Gummilitze, Schrägband und Baumwollstoffe gesammelt." Für die Materialspenden seien alle Engagierten sehr dankbar. Es sei schnell gelungen weitere Menschen zu finden, die sich der Nähaktion angeschlossen hätten und ebenfalls Schutzmasken herstellen. "An der Spitze steht Mahmoud, der ebenfalls Schneider ist und seit Tagen rund um die Uhr näht. Was er leistet ist phänomenal", lobt Ensberg.

Inzwischen seien die ersten Masken fertig. Einige davon seien an die Bewohner und Mitarbeiter der Gemeinschaftsunterkunft an der Liebigstraße und an der Niddertalstraße in Eichen übergeben worden. "In einem nächsten Schritt sollen die Masken den Mitarbeitern der Stadtverwaltung sowie in Arztpraxen und Betreuungsheimen angeboten werden", informiert Ensberg.

Infos zum Projekt gibt es im Internet unter www.fluechtlingshilfe.nidderau-hilft.de. Spenden für das Projekt würden gern angenommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare