Mit viel Freude sind in Ockstadt Initiatiorin Lara Göhring (l.) und Sohn Jacob sowie die Pächter (v. l.) Petra Tauche, Bettina Pilz, Regine Müller und Dr. Wolfgang Pilz bei der Sache.	FOTOS: LONI SCHUCHARDT
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Mit viel Freude sind in Ockstadt Initiatiorin Lara Göhring (l.) und Sohn Jacob sowie die Pächter (v. l.) Petra Tauche, Bettina Pilz, Regine Müller und Dr. Wolfgang Pilz bei der Sache. FOTOS: LONI SCHUCHARDT

Saisongärten boomen

  • vonHarald Schuchardt
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In den Medien ist in den vergangenen Wochen von einer erhöhten Nachfrage nach Kleingärten berichtet worden. Dies gilt auch für das Projekt Saisongärten, das in Friedberg-Fauerbach bereits ins siebte Jahr geht. Auch in Ockstadt ist es nun möglich, einen Sommer lang eine Parzelle zu bewirtschaften

Mit einer solchen Nachfrage haben wir niemals gerechnet«, sagt Michaela Schremmer, die das von der Lebensmittelkette Tegut unterstützte Saisongärten-Projekt auf dem Acker von Landwirt Peter Klingmann in Friedberg-Fauerbach von Beginn an betreut. 2014 startete das Duo mit sieben Parzellen, im vergangenen Jahr waren es bereits 30. »Wir dachten, das sei die Obergrenze«, erzählt Klingmann, doch in den letzten Monaten häuften sich die Anfragen. So entschlossen sich Klingmann und Schremmer, zehn weitere, jeweils 40 Quadratmeter große Parzellen anzulegen.

Wie alle Parzellen-Pächter haben die Neu-Saisongärtner einen Vertrag mit den Betreibern abgeschlossen und 160 Euro Pacht bezahlt, worin bereits alle Pflanzen enthalten sind. Das nötige Gießwasser befindet sich in vier großen Behältern entlang des Ackers. Fast alle 30 Gemüsesorten wie Mangold, Zucchini, Möhre oder Rote Beete waren von Klingmann, Schremmer und vier Saisongärtnern sowie der Fauerbacherin Kerstin Jost vor der Übergabe an die Pächter bereits eingesät oder gepflanzt worden. Jost ist passionierte Gärtnerin, die von Beginn an als Beraterin der Saisongärtner fungiert und regelmäßig Gartensprechstunden für die Pächter anbietet.

Auch in den Saisongärten wirkt sich die Corona-Krise aus, auch dort gelten die Hygiene- und Abstandsregeln. Auf eine offizielle Eröffnung wurde verzichtet, und ob es ein Abschlussfest geben wird, ist eher fraglich. Die Übergabe der Parzellen an die Pächter erfolgte nach und nach. Auch auf dem Parzellengrundstück gilt: Abstand halten. Die Pächter pflanzen Kürbis, Zucchini, Bohnen, Gurken und Kartoffeln derzeit selbst.

»Die Linda ist jetzt da«, sagt Julia Miotke über die verspätet eingetroffenen Pflanzkartoffeln. Die Friedbergerin ist zusammen mit Ehemann Daniel zum zweiten Mal dabei und freut sich schon auf die erste Ernte. »Letztes Jahr waren wir noch etwas unorganisiert und wussten oft nicht, wohin mit dem vielen Gemüse«, gibt Julia Miotke zu. Derzeit sprießt es schon kräftig auf den Parzellen. »Der Regen in den letzten Tagen war prima«, sagt Schremmer, die sich mit Lara Göhring austauscht.

Die Ockstädterin fand die Saisongarten-Idee »schon immer gut« und setzte sich letzten Herbst mit der Tegut-Zentrale in Verbindung. »Regionale und biologische Ernährung liegt mir am Herzen«, sagt die ausgebildete Biolandwirtin, die mit Ehemann Thomas Ewald einen Demeterbetrieb betreibt. Auch die zweifache Mutter wurde von der Resonanz überrascht. Eigentlich wollte sie zehn Parzellen auf dem großen Acker anbieten, den sie und ihr Mann für den Kartoffelanbau gepachtet haben. Letztendlich sind es 14 geworden.

Zusammen mit ihrem Mann und einem befreundeten Ehepaar wurden die Parzellen vorbereitet und bepflanzt. Drei Reihen in jeder Parzelle blieben frei. »Hier kann jeder Pächter anbauen, was er möchte«, erläutert Göhring.

Noch eine Parzelle in Fauerbach frei

Nur ein Drittel der Saisongärtner sind Ockstädter, die anderen kommen aus Rosbach und Friedberg, so wie Petra Tauche, die im vergangenen Jahr in Fauerbach eine Parzelle gepachtet hatte. »Ockstadt liegt für mich näher, und ein Teil meiner Familie wohnt hier«, sagt die Kernstädterin, die sich ebenso auf die Gemüseernte freut wie Regine Müller, die durch ein Plakat in der Praxis des Ockstädter Arztes Dr. Wolfgang Pilz auf das Projekt aufmerksam geworden ist. »Ich habe nur einen Reihenhausgarten mit ganz wenig Platz für Gemüseanbau«, erzählt die Rosbacherin. Auch Pilz hat zusammen mit Ehefrau Bettina eine Parzelle gepachtet. »Wir setzen bei unserer Ernährung mehr und mehr auf Regionalität, und hier können wir dazu selbst etwas beitragen«, erläutert der Ockstädter Arzt.

In Fauerbach ist noch eine Parzelle frei. Wer Interesse daran hat, sollte sich mit Peter Klingmann (E-Mail an peter.klingmann@t-online.de) oder Michaela Schremmer (michaela.schremmer@unitybox.de) in Verbindung setzen.

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