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Rund um Burgallee: Keine Entlastung für Anlieger

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Von: Bernd Klühs

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Berufspendler und Erholungssuchende nutzen die Terrassenstraße und andere Straßen im Umfeld gerne als gebührenfreien Parkplatz. Anwohner haben das Nachsehen. © Nicole Merz

Bad Nauheim (bk). Würde der Magistrat endlich sein Mobilitätskonzept für Bad Nauheim vorlegen, wären Debatten wie in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung nicht mehr notwendig. Ziemlich viel Konjunktiv, also streiten die Parteien weiter um kleine Schritte zur Verbesserung der Verkehrssituation. Wieder einmal hatten die Freien Wähler einen Antrag gestellt, wieder einmal lehnte die Koalitionsmehrheit aus CDU, Grünen und SPD den Vorstoß ab und verwies auf die kommende große Lösung.

Mitte 2015 hatte das Parlament nach monatelanger Beratung einstimmig einen Verkehrsentwicklungsplan (VEP) für Bad Nauheim verabschiedet. Dieser Plan ist nach wie vor Beschlusslage, jede Fraktion kann sich darauf berufen, wenn sie zu einzelnen Punkten des VEP Anträge stellt. So hat es in der Bauausschuss-Sitzung auch FW-Fraktionschef Markus Theis getan. Die Freien Wähler forderten das in diesem Plan mit hoher Priorität verankerte Bewohnerparken für das Gebiet rund um Burgallee und Terrassenstraße. Zunächst sollte diese Neuregelung nur an Wochenenden gelten.

Theis führte neben dem VEP weitere Argumente auf, die für die Neuerung sprechen. Obwohl vom großen »Rundumschlag« in Form eines Mobilitätskonzepts bereits im März 2020 die Rede war, wurde damals Bewohnerparken an Wochenenden für die zentrale Innenstadt südöstlich der Parkstraße beschlossen.

Verdrängung wird befürchtet

Zudem sei eine Entlastung der Anwohner rund um Burgallee und Terrassenstraße gerade an Wochenenden dringend notwendig. »Die vielen Besucher nutzen natürlich nicht gebührenpflichtige Stellplätze in der Parkstraße, sondern fahren 20 Meter weiter zu den gebührenfreien.« Anwohner, die sich an diesen Tagen mit dem Auto fortbewegten, fänden bei ihrer Rückkehr keinen freien Platz mehr.

Das sah Steffen Mörler (CDU), der die Ablehnung des Antrags durch die Kenia-Koalition begründete, völlig anders. »Ich war dort an mehreren Wochenenden unterwegs und habe mit Anliegern gesprochen. Wie sie sagen, sei das Parkplatz-Problem gerade an Wochenenden nicht allzu gravierend - außer bei größeren Veranstaltungen.« Zudem habe der Ortsbeirat den FW-Vorschlag mit klarer Mehrheit abgelehnt. Möller warnte vor einem »Flickenteppich kleiner Maßnahmen«, die nur Verdrängungsprozesse des Parkplatzsuchverkehrs an andere Stellen zur Folge hätten. Das befürchteten auch Natalie Peterek (SPD) und Jochen Ruths (FDP). Der Freidemokrat schlug deshalb vor, den FW-Antrag zu erweitern und die Straßen zwischen Haupt-, Burg- und Gustav-Kayser-Straße ebenfalls aufzunehmen.

Diesem Vorschlag stimmte die FW zu, zumal es auf dem Parkdeck in der Schwalheimer Straße an Wochenenden genügend Ausweichstellplätze für Besucher gebe. Die Koalition blieb bei ihrer Ablehnung.

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