Zunächst doch kein Corona-Testzentrum

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Rosbach (hed/pm). So schnell wie gedacht wird es doch kein Corona-Testzentrum in Rosbach geben. Der Magistrat hat seinen Antrag für die Beauftragung eines externer Dienstleisters bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung zurückgezogen. Die SPD reagierte enttäuscht.

Die Stay Safe GmbH aus Köln betreibt bereits mehrere »Medicare«-Testzentren im Bundesgebiet. Seit Ende Januar auch auf der Friedberger Kaiserstraße. Die Stadt Rosbach hatte sich in den letzten Wochen laut Bürgermeister Steffen Maar intensiv mit der Einrichtung einer Depandance beschäftigt. Nach einem Magistratsbeschluss war vorgesehen, dass Medicare für zunächst sechs Wochen mit der Durchführung von Corona-Schnelltests beauftragt wird. An zwei Tagen in der Woche sollten je 100 Tests durchgeführt werden. Die Bürger hätten 10 Euro Eigenanteil zahlen müssen. Die Stadt wollte 20 Euro pro Test zahlen, also für sechs Wochen 24 000 Euro. »Schnell- und Selbsttests könnten eine wichtige Säule der weiteren Corona-Strategie sein und zu etwas mehr Freiheit führen«, sagte Maar.

Weil Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mittlerweile angekündigt hat, dass die Bundesrepublik selbst kostenlose Schnelltests anbieten will, drückt die Stadt erst einmal die Pausetaste. Die Fraktionen in den Ausschüssen hatten den Magistrat deshalb gebeten, die Gremienvorlage zu aktualisieren. »Wir wollen nun zunächst auf das konkrete Angebot aus Berlin warten. Sobald das bundesweite Vorgehen veröffentlicht ist, werden wir uns wieder intensiv mit der Fragestellung beschäftigen. Wir möchten jedoch auch dieses Projekt mit Sorgfalt und Sachlichkeit voranbringen«, erklärte Maar. Der Magistrat habe die Vorlage in einer Sondersitzung daher zunächst abgelehnt, weshalb er die Vorlage in der Stadtverordnetenversammlung am gleichen Abend zurückgezogen habe. Gleichwohl will die Stadt für eine Umsetzung bereit sein. Maar: »Wir sind in der Lage, schnell auf die Mitteilungen aus Berlin zu reagieren.«

Rathjens: Kosten im vierstelligen Bereich

Die SPD ist dennoch verwundert über den Rückzug. Das von Stadtrat Herbert See (SPD) im Namen des Magistrats im Ausschuss vorgestellte Konzept sei schließlich mehrheitlich positiv aufgenommen worden. Das Testzentrum basierte auf dem bereits erfolgreich in vielen Städten und Gemeinden eingeführten Tübinger Modell und hätte die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung in Zeiten von Corona nachweislich und deutlich erhöht, teilt der Fraktionsvorsitzende Dr. Hans-Peter Rathjens mit. In Kooperation mit zwei ortsansässigen Apotheken hätte man am 3. März starten können. »Je nach Höhe der teilweisen Übernahme der Kosten durch den Bund wären hierdurch nur geringe Belastungen im unteren vierstelligen Bereich auf die Stadt zugekommen«, sagt Rathjens. Es werde so eine Chance vertan, mit niedrigem finanziellem Einsatz eine effektive Eingrenzung der Corona-Pandemie in Rosbach zu erreichen.

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