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Zarter Hauch von Schnee auf dem Marktplatz

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Rosbach v. d. H. (sky). Ein zarter Hauch von Schnee lag über dem Marktplatz, als Bürgermeister Detlef Brechtel zusammen mit Tanja Jost, Vizevorsitzende des örtlichen Gewerbevereins, in Anwesenheit von Blütenkönigin Susanne den 24. Ober-Rosbacher Nikolausmarkt eröffnete.

Fast 40 Aussteller - von Vereinen über Privatpersonen und Vertretern der polnischen Partnerstadt Ciechanowice bis hin zu den Kirchengemeinden - hatten sich eingefunden, um vorweihnachtliche Freude aufkommen zu lassen.

Eine Ausstellung im Alten Rathaus, das Stockbrotbacken bei den Pfadfindern oder die Einkehr unter dem Dach von Siggis Wein Oase und bei Monika Funk im südlichen Bereich der Flaniermeile waren willkommene Gelegenheiten, kalte Hände oder Füße aufzuwärmen. Ein Blick auf den gut bevölkerten Platz rund um den alten Marktbrunnen ließ schon bald erkennen, dass der Nikolaus offenbar ein wetterunabhängiger Geselle ist, der auch bei seiner Anhängerschaft keine Zimperlichkeiten aufkommen lässt.

»Besser als mit Schnee hätten wir die Adventszeit kaum beginnen können«, meinte Pfarrer Bernd Weckwerth von der Katholischen Pfarrgemeinde St. Michael, als er zusammen mit Stadtkirchenpfarrer Gerrit Boomgaarden mit einem ökumenischen Gottesdienst die christlichen Akzente der Vorweihnachtszeit in den Blickpunkt rückte. »Ich freue mich, dass wir hier einen Nikolausmarkt haben, der nach eben jenem Bischof benannt ist, der als Kirchenmann so Großartiges geleistet hat«, meinte Boomgaarden mit Blick in das voll besetzte Gotteshaus.

Der Posaunenchor unter der Leitung von Hilmar Koch wie auch der Männergesangverein »Germania« hatten die besinnliche Stunde musikalisch umrahmt. Später stimmte der Jugend-Posaunenchor auf dem Marktplatz noch einmal die Adventszeit ein.

Auf dem Platz unterhalb des Gotteshauses herrschte schon seit dem Nachmittag rege Betriebsamkeit, und so manch einem Marktbesucher fiel die Auswahl bei Speisen und Getränken, bei Deko-Artikeln oder Mützen und Schals schwer. Wieder einmal standen an der Hütte des Gewerbevereins die handbemalten, limitierten Weihnachtskugeln oder -Glocken zum Verkauf, und auch der mit Wunschsternen behängte Weihnachtswunschbaum der Rosbacher Frauengruppe auf der gegenüberliegenden Straßenseite fand seine Interessenten. »Ich habe mir den Anhänger Nummer. 98 ausgesucht«, sagte Sandra Schicketanz aus Rosbach. Ein Kuscheltier wird sie nun kaufen und es bei der Geschenke-Sammelstelle von Marina Dittrich am Marktplatz abgeben. »Ich finde es furchtbar, wenn es anderen schlecht geht«, meinte sie.

Mit Plätzchenbacken für die Kleinen, mit Pferdekutschfahrten, Ponyreiten oder dem Schäfchen-Streichelzoo, aber auch mit Bastelangeboten, Losverkauf oder dem Entzünden der ersten Adventskerze neben dem nahe gelegenen Ernst-Dondorf-Haus kamen Menschen jeden Alters beim Nikolausmarkt auf ihre Kosten. Der Schulchor aus der polnischen Partnerstadt Ciechanowice, der Jugendposaunenchor sowie der hiesige Gospelchor »Maite and her grooving gospel« sorgten ebenso für Unterhaltung wie die Tanzgruppe »Lollypops«. In diesem Jahr war für die Aufführungen sogar eine Bühne aufgebaut worden.

Trotz dieser Angebots- und Unterhaltungsvielfalt blieb Weihnachtsmann Bodo Herlyn mit seinem weißen Rauschebart und seinem langen roten Mantel kaum eine Sekunde unbemerkt, als er sich dem historischen Marktbrunnen näherte. Dort verteilte er im Schatten der Tanne Geschenke an die Kinder. Die Rosbacher Dichterin Herma Meuer las während dessen im Ernst-Dondorf-Haus Gedichte, begleitet von einfühlsamer Gitarrenmusik.

Freude kam beim zehnjährigen Marvin auf, als er am Sonntagnachmittag den ersten von fünf ausgelobten Preisen aus dem letztjährigen Luftballonwettbewerb entgegen nehmen durfte. Es war ein Gesellschaftsspiel. »Die Luftballons der fünf Gewinner waren alle in die gleiche Richtung geflogen, Marvins Ballon schaffte es mit über 800 Kilometern bis nach Polen«, sagte Marina Dittrich, die Beauftragte des Gewerbevereins für den Nikolausmarkt.

Auch in diesem Jahr machten sich wieder zahlreiche gasgefüllte Flugkörper mit anhängenden Adresskarten auf ihre Reise. Wer sein Glück lieber bodenständiger herausfordern wollte, war bei der Tombola des Gewerbevereins an der richtigen Adresse: einen Hauptpreis über 200 Euro zog Glücksfee und Blütenkönigin Susanne aus der Lostrommel.

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