Chorleiterin Hannelore Hartenstein dirigiert den evangelischen Kirchenchor aus Rodheim unter ganz besonderen Bedingungen. 	FOTO: PV
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Chorleiterin Hannelore Hartenstein dirigiert den evangelischen Kirchenchor aus Rodheim unter ganz besonderen Bedingungen. FOTO: PV

Wohlklang der Stimmen

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Rosbach (pm). Hart getroffen hat das Coronavirus auch den evangelischen Kirchenchor Rodheim. Ab Mitte März mussten Veranstaltungen und Termine abgesagt werden: Die seit Jahrzehnten gewohnten Chorproben am Montagabend, das jährlich stattfindende Sommerkonzert mit dem Rosbacher Collegium musicum sowie die geplante Chorreise nach Aachen und Lüttich.

Für den Kontakt der Chormitglieder untereinander sorgte die Whatsapp-Gruppe »Kirchenchor Rodheim«. Auf diesem Wege konnte auch Chorleiterin Hannelore Hartenstein - immer montags - Notenblätter zum Selbststudium versenden, stets auch versehen mit ermutigendem Zuspruch.

Man sei sich jedoch bald einig gewesen: Virtueller Kontakt könne die persönliche Begegnung nicht ersetzen. Das gelte insbesondere für eine gewachsene Gemeinschaft von vorwiegend älteren Menschen.

Und so habe Hartenstein den Wunsch ihres Chores nach Gemeinschaft durch die Organisation eines Open-Air-Singens im Garten hinter dem Gemeindehaus »Arche« erfüllt.

Die Sicherheitsbestimmungen seien in peinlicher Genauigkeit befolgt worden: Aufstellung der Stühle in weitem Abstand, Maskenpflicht und Handdesinfektion beim Eintritt in den Gemeindegarten. Da ein reguläres Proben unter diesen Voraussetzungen nicht möglich gewesen sei, habe sich das Singen auf bekannte Lieder konzentriert, die sich eine im Laufe der Zeit angewachsene Anzahl von »Geburtstagskindern« wünschen durfte.

Hartenstein lobte den Wohlklang der Stimmen, die unter Klavierbegleitung von Michael Fischer trotz so langer Pause im Freien zu hören waren. Als der Situation angemessen erwies sich dann auch das bekannte Volkslied von Matthias Claudius »Der Mond ist aufgegangen«, denn dieser war am Abend tatsächlich nur »halb zu sehen«. Die unerschütterliche Hoffnung auf einen guten Ausgang der gegenwärtigen Krise brachte ein Kirchenlied von Felix Mendelssohn Bartholdy zum Ausdruck. »Wirf dein Anliegen auf den Herrn« war dann auch der würdige Abschluss für diesen besonderen Chorabend.

Obgleich man dem Bedürfnis nach Händeschütteln und Umarmung nicht nachkommen konnte, war das Wiedersehen von vertrauten Freunden ein wichtiges Erlebnis und der Wunsch nach einer Wiederholung nur zu verständlich. Hartenstein versprach einzuladen, wenn das Wetter ein Zusammenkommen unter freiem Himmel zulasse.

Sicherlich habe die Corona-Krise vielen bewusst gemacht, in welchem Maße eine gewachsene Gemeinschaft für den einzelnen gerade im Alter Wohlbefinden und Geborgenheit bedeute, teilte Uta Jeide-Stengel für den Chor mit.

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