Bürgermeister Steffen Maar (r.) weist am Stand von Norbert Schön (2. v. l.) auf die Hilfen seitens des Rathauses hin. 	FOTO: LH
+
Bürgermeister Steffen Maar (r.) weist am Stand von Norbert Schön (2. v. l.) auf die Hilfen seitens des Rathauses hin. FOTO: LH

»Es wird wieder mehr gekocht«

  • vonEdelgard Halaczinsky
    schließen

Rosbach (sky). Allwöchentlich am Freitag findet in Rosbach auf dem Platz vor der Adolf-Reichwein-Halle der Bauernmarkt statt, so auch heute von 15 bis 19 Uhr. Sieht man mal von den fehlenden Stehtischen und Zeltgarnituren ab, so läuft dort trotz Pandemie alles wie gehabt. Nur der Stand mit den beliebten Fruchtsäften hält sich vorübergehend zurück: »Dort wird Saft zum Verzehr direkt vor Ort angeboten, aber das ist momentan nicht angesagt«, erklärt Marktmeister Norbert Schön.

Susanne Bauersfeld verkauft an ihrem Stand Geflügel, Zicklein oder Kaninchenfleisch. Genau wie die meisten anderen Standbetreiber, kann sie nicht klagen. »Man merkt, dass die Leute nicht mehr in Restaurants oder Kantinen essen«, sagt sie. »Es wird wieder mehr zu Hause gekocht.« Entsprechend steigend seien ihre Umsatzzahlen.

Verständnisvoll und diszipliniert

Bei Christian Schuster vom Weingut Kistner und Schuster »Am Römerbad« gibt es den Wein momentan nur im Flaschenverkauf. Die Kisten mit den Schankgläsern hat er zu Hause gelassen. »Ich merke, dass die Leute meine Weine schätzen«, sagt er. Der gemütliche Plausch an den Stehtischen rund um seinen Stand fällt momentan zwar aus, dafür kauft man aber bei ihm einen guten Tropfen, um ihn daheim in den eigenen vier Wänden zu genießen.

Wo immer man hinhört, gibt es anerkennende Worte für die verständnisvolle und disziplinierte Kundschaft. »Die Leute halten von sich aus mehr Abstand zueinander«, sagt die Obst- und Gemüseverkäuferin vom Riedhof. Da die Verweilmöglichkeiten an Tischen und Bänken derzeit nicht gegeben sind, wird der Markt nach gezielten Einkäufen schnell wieder verlassen.

Das hat auch Bürgermeister Steffen Maar festgestellt, der zu den regelmäßigen Kunden auf dem Bauernmarkt zählt. »Auch wenn es leerer aussieht als sonst, kommen doch viele Stammkunden nach wie vor her, um ihren Sonntagseinkauf zu tätigen. Man schätze offenbar das regionale Angebot. Auch für das Überbringen von Nachrichten und Informationen gibt es keinerlei Einschränkungen. So hatte er letzte Woche ein Plakat mitgebracht, um auf die Hilfsaktionen seitens der Stadt hinzuweisen. Unterm Motto »Rosbach hilft« bietet das Rathaus Bürgern aus Risikogruppen die Vermittlung von Hilfen an.

Von Aufgeregtheit ist auf dem Bauernmarkt wenig zu spüren. »Wir warten allerdings alle auf den Tag, wo der Besuch auf dem Bauernmarkt auch wieder mit Geselligkeit und Verweilen zu tun hat«, sagt Schön. Dann wird es auch am Waffelstand seiner Frau Christina die bei Jung und Alt heiß begehrten frischen Waffeln geben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare