Windpark Winterstein: Rosbach legt vor

Rosbach v. d. H. (sky). In Sachen Windpark am Winterstein-Gelände im Rosbacher Wald wird es keine Änderungen in der vorgesehenen Marschroute geben.

Ein Antrag der Grünen-Fraktion, das Verfahren durch Untersuchungen zu beschleunigen, die über die Gemarkungsgrenze Rosbachs hinausgehen, hatte keine Chance auf Erfolg und wurde deshalb bei der Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend in der Adolf-Reichwein-Halle vom Fraktionsvorsitzenden Peter Scholz wieder zurückgezogen.

Bei interkommunalen Verhandlungen zwischen Rosbach und den Nachbarkommunen Friedberg, Ober-Mörlen und Wehrheim waren die von Scholz angesprochenen "avifaunistischen Untersuchungen" bereits zum Thema gemacht worden und bedurften deshalb keiner gesonderten Abstimmung. Als "Avifauna" bezeichnet man alle in einer Region vorkommenden Vogelarten, und diese (wie auch die Fledermäuse) müssen bei der Errichtung eines Windparks genau erfasst und berücksichtigt werden.

Einstimmig beschlossen die Parteien, dass die Stadt dem Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main wie geplant den westlichen Bereich des Stadtwaldes Rosbach (östlich der Gemarkung Wehrheim und des Limes) als Vorrangfläche für Windenergieanlagen vorschlägt. Ausgespart werden sollen das Naturschutzgebiet "Quarzitsteinbruch" und die Kernbereiche des Weltkulturerbes Limes.

Alle anderen Bereiche im Stadtgebiet, die möglicherweise in Frage gekommen wären, sollen ausgeschlossen werden. Stattdessen sollen die Windenergieanlagen in einem gemeinsamen Windpark in Abstimmung mit den angrenzenden Nachbarkommunen und Waldeigentümern zusammengefasst werden.

Schon seit geraumer Zeit führt Bürgermeister Detlef Brechtel Gespräche mit den Vertretern der Städte Friedberg, Ober-Mörlen und Wehrheim in Sachen Windvorrangflächen. Einbezogen sind auch Vertreter des Landes Hessen sowie des Bundes als Eigentümer größerer zusammenhängender Waldflächen im Bereich des Wintersteins. Die jüngste Gesprächsrunde erfolgte vergangene Woche. Hier wurde vereinbart, dass bis Mitte April erste gemeinsame Ziele hinsichtlich der künftigen Vorgehensweise formuliert werden sollen. Entsprechende Beschlüsse der Gemeindevorstände, Magistrate und Stadtverordnetenversammlungen sollen im Mai erfolgen. Dann will man auch gemeinsam in die Überlegungen einsteigen, welche Investoren für den Windpark in Frage kommen könnten.

Brechtel: "Es liegt im Interesse der Kommunen, bei den Entscheidungen den Fuß in der Tür zu behalten und sich nicht von Großinvestoren an den Rand drängen zu lassen." Die bereits mehrfach erwähnte Möglichkeit von Bürgersolaranlagen dürfte dabei nur eine von mehreren Überlegungen sein, die von Bedeutung sind.

Der Rosbacher Magistrat hat bereits im März den Auftrag für tierökologische Untersuchungen im Radius von etwa 2 Kilometern rund um den möglichen Windpark in Auftrag gegeben. Sie sind Grundlage des Baugenehmigungsverfahrens und können dem späteren Investor gegen Kostenerstattung zur Verfügung gestellt werden. Die Auftragssumme beträgt 18 000 Euro. Wie Brechtel verlauten ließ, will sich die Stadt Friedberg an diesen Untersuchungen finanziell beteiligen. Hessen- und Bundesforst prüfen eine Beteiligung. Mit Wehrheim und Ober-Mörlen wird dies noch besprochen.

Geht es nach dem Bad Nauheimer Bürgerbündnis 3 B, soll sich auch die Kurstadt am Windpark beteiligen. Ein entsprechender Antrag wird heute im Bad Nauheimer Stadtparlament besprochen.

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