SPD will Qualität in den Kitas erhalten

Rosbach (pm). Die SPD will sich im Rahmen der Haushaltsberatungen dafür einsetzen, die »gute Qualität in den Rosbacher Betreuungseinrichtungen weitestgehend ohne Stellenstreichungen zu erhalten«.

Die personelle Ausstattung müsse sich nach den Bedürfnissen und nicht nach den Mindestanforderungen richten, wie sie im seit Januar geltenden hessischen Kinderförderungsgesetz (KiföG) aufgeführt seien. Das war das Ergebnis der jüngsten Vorstandssitzung der SPD Rosbach/Rodheim, bei der man sich mit dem Gesetz auseinandersetzte.

In der Sitzung stellte Vorsitzender Christian Stengel zunächst die wichtigsten Eckpfeiler des KiföG zusammen. Nach seinen Worten regelt das Gesetz »nur die absoluten Mindestvoraussetzungen«, die Betreuungseinrichtungen erfüllen müssten, um eine Betriebserlaubnis zu erhalten. Auch werde der Mindestbedarf an Fach- und fachfremdem Personal durch einen Betreuungsschlüssel festgelegt, der sich nicht an der Gruppengröße, sondern an der Gesamtzahl der Kinder orientiere. Die durch Urlaub und Krankheit bedingten Verfügungszeiten seien mit einem zu geringen Stundenkontingent veranschlagt.

Pädagogische Aufgaben wie Leitung, Fortbildung, Elterngespräche und interne Abstimmungen würden im Gesetz nicht berücksichtigt und sollten gemäß hessischem Kindergartenrecht durch den Träger der Einrichtung – in diesem Fall die Stadt Rosbach – selbst festgelegt werden, erklärte der SPD-Vorsitzende. Dabei stelle gerade die Freistellung der Kita-Leitungen eine wichtige Voraussetzung für den reibungslosen Betrieb der Einrichtung dar.

Verweis auf Gießener Studie

Stengel verwies in seinen Ausführungen auf eine Studie von Prof. Dr. Norbert Neuß von der Justus-Liebig-Universität in Gießen, die dem von der Landesregierung eingebrachten KiföG ein »vernichtendes Urteil« ausspreche. Nach Neuß würden sämtliche wissenschaftlichen Studien zur Kinderbetreuung ignoriert, sagte Stengel. Zudem werde die Attraktivität des Berufsbildes der Erzieherin/des Erziehers durch die Möglichkeit, fachfremdes Personal für die Betreuung einzustellen, nachhaltig geschwächt. Außerdem würden die über Jahre diskutierten, gestiegenen Anforderungen an die frühkindliche Bildung außer Acht gelassen. Die pädagogische Qualität werde deutlich gesenkt.

Anschließend wurden die Konsequenzen des KiföG auf eine Stadt wie Rosbach diskutiert. Die SPDler waren sich dabei schnell einig, dass die »deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegenden Finanzzuweisungen des Landes Hessen an die hessischen Kommunen nicht auf Kosten des Fachpersonals, der Eltern und vor allem der Kinder gehen darf«. Es müsse insbesondere darauf geachtet werden, dass den Mitarbeitern der Einrichtungen genügend Zeit eingeräumt wird, ihre über die eigentliche pädagogische Arbeit hinausgehenden Aufgaben hinreichend gut zu erfüllen. Stengel: »Auch wenn das Konnexitätsprinzip, wonach an die Gemeinden überwiesene Aufgaben durch den Auftraggeber zu bezahlen sind, immer weiter ausgehöhlt wird, dürfen gerade die jüngsten Hessen für diese Fehlentwicklung nicht bestraft werden.«

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