Vorm Rewe achtet ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes darauf, dass nur Kunden mit Einkaufswagen reinkommen.
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Vorm Rewe achtet ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes darauf, dass nur Kunden mit Einkaufswagen reinkommen.

Markt »kinderunfreundlich«?

Wegen Corona: Einkaufswagen-Pflicht bei Rewe in Rosbach

  • David Heßler
    vonDavid Heßler
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Wie in anderen Supermärkten auch darf man den Rewe nur noch mit Einkaufswagen betreten. Über Facebook hat das Team über die Hintergründe der neuen Regelung aufgeklärt, die nicht alle Kunden sinnvoll finden - und ist auch auf Vorwürfe eingegangen, der Markt sei »kinderunfreundlich«.

»Im Zuge der Corona-Krise sind wir zu eurem und unserem Schutz angewiesen, nur noch 100 Kunden gleichzeitig in den Laden zu lassen. Aus diesem Grund lassen wir keinen Kunden ohne Einkaufswagen in den Laden. 100 Einkaufswagen = 100 Kunden«, heißt es in der Nachricht, die ein Team-Mitglied gepostet hat. Man versuche, in regelmäßigen Abständen die Einkaufswagen zu desinfizieren.

Den Reaktionen im Netz nach zu urteilen, begrüßen viele die neue Regel und zeigen Verständnis für die Mitarbeiter. Wie zu hören ist, haben sich aber auch mehrere Kunden über die Maßnahme beschwert. »Ich wurde behandelt wie ein Bittsteller/Aussätziger/Krimineller«, schreibt ein Nutzer, der nach eigenen Angaben lediglich ein Päckchen Zigaretten kaufen wollte, aber vom Sicherheitsdienst aufgehalten wurde. Eine andere Kundin war verwundert, dass sie einen Wagen nehmen muss. Ungereinigte Einkaufswagen könnten doch eher zu Infektionen führen als die Mitnahme des eigenen Korbes, meinte sie gegenüber der WZ.

Einkaufswagen-Pflicht: Kinder besser zu Hause lassen

Die Rewe-Mitarbeiterin rät den Kunden dazu, Handschuhe zu tragen. Das ist allerdings umstritten. Denn (Einmal-)Handschuhe schützen wenn überhaupt nur vor Schmierinfektionen, also Körperflüssigkeiten anderer. Und: Mit Handschuhen verteilt man die Viren eher. Sinnvoller ist es, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen.

Bei Facebook hatten sich zudem Eltern verwundert darüber gezeigt, dass sie gebeten werden, nicht mit ihren Kindern einkaufen zu gehen. Die langjährige Rewe-Mitarbeiterin schreibt dazu: »Wir verbieten keinem Kind den Zutritt in unseren Laden. Es sollte sich jedoch jeder überlegen, ob es in der aktuellen Situation notwendig ist, Kinder mit in den Laden zu bringen.«

Generell sei es derzeit sinnvoll, möglichst alleine einkaufen zu gehen und auf den »Plausch mit seinem Nachbar im Markt« zu verzichten. Wer den Einkauf zügig erledige, sorge mit dafür, dass mehr Leute dies auch tun können.

Auch viele andere Supermärkte in der Wetterau haben eine Einkaufswagen-Pflicht eingeführt. So etwa der Edeka Winkes in Ockstadt oder auch der Rewe Markt Familie Kimes in Nieder-Wöllstadt. Auch der Wöllstädter Rewe hat seine Kunden via Facebook über die Änderungen informiert.

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