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Wald-Kita soll geplant werden

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Rosbach (hed/pm). CDU und SPD setzen sich für einen Waldkindergarten ein. Er könnte an der Rotkäppchen-Hütte im Rodheimer Vorderwald, im Rosbacher Beinhardswald oder auch am Hochbehälter in Rodheim eingerichtet werden, so die Vorschläge.

Die CDU schlägt vor, die Planung und Erschließung im Rahmen des Neubaus der Kita in Rodheim voranzubringen. Katharina Schäfer, Kandidatin für den Rodheimer Ortsbeirat, habe bereits Kontakte zu Waldkindergärten sowohl im Wetteraukreis als auch im Hochtaunuskreis geknüpft und dazu im vergangenen Jahr entsprechende Schnuppertage in Waldkindergärten besucht, teilt die Union mit. »Die öffentlichen Begebenheiten und Infrastruktur sind in unserer Stadt mit seinen großen Waldgebieten nahezu ideal«, sagt sie. Ein ortsansässiger Landwirt habe bereits angeboten, seine Ackerfläche in Waldnähe für einen Obst- und Gemüsegarten den Kindern zur Verfügung zu stellen.

»In Rosbach steigt seit Jahren die Nachfrage nach einem Waldkindergartenangebot«, berichtet Claudia Hetjes, die die SPD in der AG Kinderbetreuung vertritt. Dies stehe diametral der Tatsache gegenüber, dass die Waldtage oder Waldwochen in den letzten Jahren in den städtischen Kindertageseinrichtungen teilweise stark eingeschränkt worden seien. Im Rahmen der Diskussion über die Errichtung einer neuen Kindertagesstätte sei daher die Idee aufgekommen, in der neuen Einrichtung eine entsprechende Gruppe anzusiedeln oder einen eigenen Waldkindergarten zu schaffen.

Die SPD werde für die nächsten Stadtverordnetensitzung einen Prüfantrag zur Schaffung eines Waldkindergartens einbringen. Laut Hetjes geht es hierbei nicht nur darum, das Interesse von Eltern zu erfragen. Vielmehr soll auch die Bereitschaft von Erzieherinnen ermittelt werden, sich in diese doch etwas andere Art der Kindertagesstätte einzubringen.«

Erster Stadtrat Heinz Sill (SPD), der sich als ehemaliger Förster in zahllosen Waldtagen einbringen und entsprechende Erfahrungen mit diesem Angebot sammeln konnte, findet den Antrag laut der SPD-Pressemitteilung »absolut unterstützenswert«. »Vor ein paar Jahren ist eine private Initiative zur Errichtung eines Waldkindergartens aus wirtschaftlichen Gründen gescheitert. Da sich seitdem die Verhältnisse geändert haben und eine große Zahl von Eltern den Wunsch nach einem Waldkindergarten geäußert hat, sollte man dem Vorschlag folgen«, findet Sill.

Es sei oft »beängstigend« zu sehen, wie naturfern sich Kinder bei Waldtagen verhielten. Ein Waldkindergarten wäre daher eine Bereicherung des Angebotes zur Kinderbetreuung, egal ob in städtischer oder privater Trägerschaft. Zudem stelle dieser auch keine Konkurrenz zu den Waldtagen der vorhandenen Einrichtungen dar. Hetjes: »Die derzeitigen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie fordern es geradezu heraus, über Lösungen nachzudenken, die den Kindern einen größeren Freiraum lassen als dies in traditionellen Kitas möglich ist.«

Der Aufenthalt in freier Natur unterstütze die kindliche Motorik, die Koordinationsfähigkeit, die Tiefensensibilität und die Wahrnehmungsfähigkeit von Kindern. Zudem seien sie »gesundheitlich stabiler«.

In einer Wald-Kita verbringen die Kinder die meiste Zeit draußen. Abgesehen von einigen Werkzeugen wird auf vorgefertigtes Spielzeug verzichtet. Dies soll die Sprachentwicklung unterstützen, da die Kinder auf Kommunikation mit anderen Kindern angewiesen sind. Der Waldkindergarten befindet sich meist in einem festen Waldgebiet mit einer Hütte oder Bauwagen als Unterkunft. Eine Gruppe besteht oft aus 15 bis 20 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren. Bei extremen Witterungsbedingungen stehen ein Bauwagen oder eine Hütte als Rückzugsort mit Büchern, Spielen oder Bastelarbeiten zur Verfügung.

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