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»Wir haben so viele Möglichkeiten, etwas zu verändern«, sagt TV-Moderator Thomas Ranft.

TV-Moderator Ranft ruft zu mehr Mut auf

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Rosbach (pm). Das Interesse war groß: Über 100 Gäste konnten Bernd-Uwe Domes, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wetterau, und Bürgermeister Stefan Maar in der Adolf-Reichwein-Halle begrüßen. Hierhin hatte die Initiative »Wetterau macht’s effizient« der Wirtschaftsförderung zum dritten Fachforum eingeladen. Zum Thema »Klimawandel - Können wir es schaffen?

« war Fernsehmoderator und Wissenschaftsjournalist Thomas Ranft als Referent eingeladen.

Für Tempolimit auf Autobahnen

»Wie wollen wir in Zukunft leben?« fragte der »Alle Wetter«-Moderator vom HR und zeigte auf, was uns blühen könnte, wenn wir die Signale des Planeten nicht ernst nehmen: »Ein Großteil des Lebens wird draufgehen.« Aber er machte auch Hoffnung, zeigte, dass die Menschen es noch schaffen können, »wenn wir es jetzt angehen«. Er appellierte: »Wir haben so viele Möglichkeiten, etwas zu verändern. So könnten wir etwa aus erneuerbaren Energien genügend Energie für unser Leben gewinnen. Wir müssen uns nur trauen«, rief er den Menschen im Saal und vor den Bildschirmen zu, die der Veranstaltung per Livestream zugeschaltet waren. Denn das Interesse an dem Fachforum war so groß, dass in der Halle nicht genügend Platz war und kurzerhand noch ein Livestream geschaltet wurde. Das Video kann weiterhin im Internet angeschaut werden.

Auch von der Politik forderte Referent Ranft nachhaltigere gesetzliche Leitplanken, zum Beispiel ein Tempolimit auf Autobahnen.

Doch wo anfangen? Antworten will die Initiative »Wetterau macht’s effizient« liefern. Vor drei Jahren gegründet, unterstützt sie Unternehmen und Kommunen dabei, Energie-Einsparpotenziale zu erkennen und umzusetzen. Eine erste Anlaufstelle im Kreis ist dabei die Wirtschaftsförderung, sagte deren Geschäftsführer Klaus Karger. »Unser zentrales Anliegen ist es, Impulse zu setzen, damit wir uns als Wirtschafts- und Wohnstandort möglichst nachhaltig entwickeln.« Das niedrigschwellige Angebot soll es zudem leicht machen, ins Thema einzusteigen. Dazu bietet die Initiative den Unternehmen ein kostenfreies Erstgespräch mit einem Energieberater an. Bei Bedarf stellt die Wirtschaftsförderung dann weitere Kontakte zu den Kooperationspartnern Ovag, Sparkasse Oberhessen, Volksbanken-Verbund, Technische Hochschule Mittelhessen und Industrie- und Handelskammer her.

Wie Karger aufzeigte, können mithilfe gezielter Maßnahmen bis zu 70 Prozent des Energieverbrauchs etwa für Beleuchtung oder IT-Systeme gespart werden, jeweils 30 Prozent bei der Wärmeversorgung oder bei Kälte- und Kühlwasseranlagen.

Jürgen Rüdiger ist einer der Unternehmer, die von der Initiative profitiert haben. Der Schreiner aus Gedern hat sich auf Projekte in der Denkmalpflege spezialisiert. In seinem Betrieb sollte die Heizungsanlage erneuert werden, um das Holz möglichst energieeffizient stets bei gleichen Temperaturen lagern zu können. Rüdiger machte es anders als viele seiner Kollegen. »Die gehen zur Bank, holen sich einen Kredit und fangen dann an.« Er hingegen kontaktierte die Wirtschaftsförderung und kam am Ende in den Genuss einer Förderung. »Wir haben uns als Handwerksbetrieb so aufgestellt, dass wir in den nächsten 20 Jahren CO2-neutral arbeiten.«

Auch Michael Appel, Geschäftsführer eines Kunststoffherstellers aus Gedern, rief dazu auf, sich beim Kampf durch den Dschungel der Fördermöglichkeiten Unterstützung zu holen. Denn auch für die Kunden rücke Energieeffizienz immer stärker in den Fokus. »Es lohnt sich, nachhaltige Energieprojekte umzusetzen.«

Das findet auch die Stadt Rosbach, die ein knapp 50 Punkte starkes Klimaschutzkonzept vorgelegt und zum Teil auch schon erfüllt hat. Nils Altvater, bei der Stadt für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung und Klimaschutzstrategie zuständig, stellte einige Punkte vor. Die strategisch günstig an der A 5 gelegene Kommune spüre den Entwicklungsdruck aus der Metropole Frankfurt genau. Im geplanten Gewerbegebiet sei eine Fläche von 100 000 Quadratmetern ausgewiesen. »Wir haben aber eine Nachfrage von knapp 500 000 Quadratmetern«, sagte Altvater. Dennoch wolle man nicht wild wachsen, habe einen Kriterienkatalog zur strukturierten Vergabe der Flächen aufgesetzt, der auch das Thema Nachhaltigkeit nicht ausspare. FOTOS: HR/PM

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