Treue Beschicker, treue Kunden

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Rosbach(sky). "Ein Markt steht und fällt mit den Leuten, die ihn betreuen", sagt Marktmeister Norbert Schön vom Rosbacher Bauernmarkt. Dieser Tage feiert man dort das 20-jährige Bestehen, doch ein großes Fest, wie es geplant war und bei dem alle mitfeiern dürfen, wird es in Corona-Zeiten nicht geben. "Wir hätten starke Einschränkungen machen müssen, und dann hätte es zu viele gegeben, die nicht hätten mitfeiern können", lautet die Erklärung.

Denn an Besuchern fehlt es dem Markt, der jeden Freitag von 15 bis 19 Uhr und bei jedem Wetter stattfindet, wirklich nicht. Mehrere Hundert Menschen kommen jede Woche zum Dr.-Walter-Lübcke-Platz, um ihre Wochenendeinkäufe zu tätigen, bei einem Glas Wein oder Abbelseggo ins Plaudern zu kommen oder bei Christina Schön eine frisch gebackene Waffel zu genießen.

Wieder Schlangen vor den Theken

Am Weinstand von Christian Schuster und Monika Mai war es wegen der Pandemie-Vorsichtsmaßnahmen zeitweilig still geworden, denn der Ausschank vor Ort wurde eingestellt. Trotzdem waren die beiden jede Woche zur Stelle, denn ein Flaschenverkauf war gestattet. Seit etwa einem Monat darf man sich bei ihnen wieder ein Gläschen gönnen, und die Kundschaft stellt sich verstärkt ein. "Die Treue der Rosbacher Kunden hat uns durch die Zeit geholfen", sagt Schuster. Neulich sei ein Mann gekommen und habe gefragt: "Ach, sind Sie wieder da?", erzählt der Weinhändler schmunzelnd. Er habe geantwortet: "Ich war die ganze Zeit hier, aber Sie haben gefehlt."

So wie ihm ist es auch anderen Standbetreibern gegangen, denn zu Beginn der Pandemie-bestimmungen seien die Marktbesucher zögerlich beim Einkauf gewesen. Am Stand für südländische Spezialitäten von Barthel und Werner war das nicht anders, aber inzwischen hat sich die Zurückhaltung gelegt. "Mittlerweile ist der Andrang wieder stärker geworden", sagt der Verkäufer. Wohin man schaut, sieht man mehr oder weniger lange Schlangen vor den Verkaufstheken, und man könnte den Eindruck haben, als hätte es Corona nie gegeben.

Norbert Schön glaubt, dass der Markt 60 bis 70 Prozent Stammkunden habe und kennt auch die Gründe: "Die Qualität ist gut, die Produkte kommen meist aus der Region, und das Verhältnis der Beschicker untereinander stimmt." Das spürten auch die Kunden. Fragt man ihn nach Besonderheiten, gibt er kurz und bündig die Antwort: "Der ganze Markt ist eine Besonderheit."

Nicola Reuter kommt von Anfang an regelmäßig zum Wochenmarkt. "Damals kamen auch die Freundinnen mit ihren Kinderwagen her, und man traf sich am Waffelstand", erinnert sie sich. Inzwischen ist der Nachwuchs flügge, aber der Freitagseinkauf auf dem Markt ist geblieben.

Jeden Freitag nach Rosbach radeln

Das Ehepaar Gruber aus Friedberg kommt seit fünf oder sechs Jahren regelmäßig. "Im Vorbeifahren hat man immer wieder etwas vom Marktgeschehen mitbekommen, dadurch sind wir neugierig geworden." Inzwischen ist die Freitags-Radtour nach Rosbach zur Gewohnheit geworden. "Hier kaufen wir fast alles ein, was wir für das Wochenende brauchen", sagen sie. Schließlich gebe es hier alles, was man so benötige. "Der Markt ist in jeder Hinsicht abgerundet, da kommt man gern her."

Für den Marktmeister ist das eine Feststellung, für die er seit Jahren etwas tut und die sich auszahlt. "Die meisten Beschicker sind von Anfang an dabei, und die, die aufgehört haben, taten das meist aus triftigen persönlichen Gründen wie Alter oder Gesundheit."

Dass der Markt sich nun selbst feiern darf, erfüllt Schön mit Zufriedenheit. Er freut sich schon auf die weiteren Jubiläumsveranstaltungen und ist sich sicher: "Ich gebe dem Markt eine große Zukunft, denn er ist und bleibt ein Erfolgsrezept."

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