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18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Rosbacher Rathaus auch am Dienstag voraussichtlich noch den Tag über mit der Stimmenauszählung beschäftigt.

Kommunalwahl 2021

Wahl des Rosbacher Stadtparlaments: Trend bekräftigt Verluste für SPD und FDP

  • vonEdelgard Halaczinsky
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Das Zwischenergebnis der Kommunalwahlen in Rosbach vom Montag bestätigte im Wesentlichen die Trend-Ergebnisse vom Sonntagabend. Um 15 Uhr zeichneten sich keine größeren Sprünge in der Sitzverteilung mehr ab, sodass die große Linie der Sieger und Verlierer bestehen blieb. Drei von elf Wahlbezirken, davon auch große Briefwahlbezirke, waren laut Wahlleiterin Frauke Stock am Nachmittag noch auszuzählen, sodass erst im Laufe des Dienstags mit Endergebnissen zu rechnen sei.

Rosbach (sky) – 31 Sitze sind im Rosbacher Stadtparlament zu vergeben, für die sich sieben Parteien und Gruppierungen beworben haben. Ein stabiles Wahlergebnis mit leichtem Aufwärtstrend zeichnet die CDU aus, während Grüne und STIMME mit ihrer regionalen Orientierung gepaart mit Umweltbewusstsein die deutlichsten Zuwächse zu verzeichnen hatten.

Die wohl bitterste Pille hat die SPD mit einem Stimmenverlust von vermutlich zwei Sitzen zu schlucken, sodass die Sozialdemokraten künftig nur noch mit vier Vertretern im Stadtparlament sitzen könnten. Ebenfalls kräftig Federn lassen musste die FDP, die mit 9,13 Prozent unter die Zehn-Prozent-Marke rutschte und ihre vier Mandate wohl kaum halten können wird. Sie dürfte nur noch mit drei, wenn nicht gar nur mit zwei Sitzen in die neue Legislatur gehen. »Die ersten Trends sind enttäuschend. Insbesondere, wenn selbst der sehr agile und erfolgreiche Ortsvorsteher Dr. Hoffmann nicht gewählt sein sollte«, kommentierte der bisherige Fraktionsvorsitzende Hans-Otto Jacobi diese Zahlen.

Fragezeichen bei SALZ-Abgeordneten

Die Freien Wähler (FWG) halten nach wie vor den Großteil ihrer Stimmen im Ortsteil Rodheim, doch insgesamt dürfte es knapp werden, die bisherigen fünf Sitze im Stadtparlament erfolgreich zu verteidigen. »Wir hoffen, bei den Briefwählern so gut gepunktet zu haben, dass uns der fünfte Sitz nicht verloren geht«, hatte Fraktionschef Christian Lamping am Sonntagabend seine Hoffnung ausgedrückt.

Letzter Wackelkandidat in der Runde ist Volker Weidmann von der Gruppe SALZ, dessen Verbleib im Parlament noch nicht feststeht. Er saß bislang als Fraktionsloser im Stadtparlament und erreichte in der letzten Auszählung vom Montag 1,31 Prozent .

Grüne und STIMME fühlen sich bestätigt

Durchweg zufriedene Gesichter gab es bei der CDU, den Grünen und der STIMME, wobei die Letzteren beiden mit einem besonders deutlichen Plus in die kommenden Jahre gehen dürften. Die CDU hält ihre bisherigen acht Mandate mit der Tendenz, eventuell sogar noch einen weiteren Sitz mehr zu ergattern. Sie untermauert in einer Presseerklärung ihren Anspruch, als stärkste Kraft in Rosbach fit für die Zukunft zu sein und sieht sich nah bei Bürgermeister Steffen Maar, für dessen erfolgreichen Griff nach dem Rathauschefsessel sie der Wegbereiter gewesen sei. Stolz verweist Fraktionschef Jörg Egerter auf die Liste von 30 meist jungen Kandidaten, die sich für das Stadtparlament beworben hatten.

Bodenständigkeit, Regionalität und Umweltbewusstsein prägen die beiden eigentlichen Sieger dieser Kommunalwahl, die sich beide bei den Auszählungen hier und da im Bereich der Zwanzig-Prozent-Marke bewegen: Grüne und STIMME. Es ist nicht auszuschließen, dass die Grünen (bisher zwei Sitze im Stadtparlament) ihr Ergebnis sogar verdreifachen könnten, während die STIMME mit sechs statt bisher vier Sitzen rechnen kann. Entsprechend euphorisch sind die Reaktionen: »Wir haben in der Vergangenheit stets den Dialog zur Bürgerschaft gesucht. Dies werden wir auch in Zukunft so halten. Bei der Besetzung der Mandate werden wir auf Vielfalt und Parität achten. Wir werden außerdem die Mitsprache der Jugend stärken und in die Ortsbeiräten sowie in die Stadtverwaltung mit Grünen unter oder knapp über 20 einziehen. Ihnen werden unsere erfahrenen älteren Ortspolitiker zur Seite stehen«, schreibt Grünen-Pressesprecherin Michaela Colletti.

Dieter Kurth (STIMME) kommentierte: »Als ausschließlich auf örtlicher Ebene agierende politische Kraft haben wir weder von einem Bundes- oder Landestrend partizipiert. Deshalb können wir mit gewissem Stolz auf dieses Ergebnis schauen. Sachlich Politik, also gute Ideen kompetent vorgetragen, gepaart mit Bodenhaftung und großem Engagement kommen offenbar an und zahlen sich auch aus.«

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