Sie kümmern sich seit dieser Saison um die Badegäste in Rodheim: das neue Schwimmmeister-Team von "The Pool Management" mit Manager Burak Yasar (l.). 	FOTOS: LH
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Sie kümmern sich seit dieser Saison um die Badegäste in Rodheim: das neue Schwimmmeister-Team von »The Pool Management« mit Manager Burak Yasar (l.). FOTOS: LH

Tickets per Handy

  • vonEdelgard Halaczinsky
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Rosbach-Rodheim (sky). Es war nicht einfach angesichts der vielen Pandemie-Bedingungen, aber dennoch zu schaffen: der Start in die Freibadsaison zum 3. Juli. Für Bürgermeister Steffen Maar war die Öffnung des Rodheimer Bads rechtzeitig zum Ferienbeginn ein großes Anliegen gewesen, damit Schüler und Eltern jene Zeit, die sie in den letzten Wochen im Homeschooling verbracht hatten, nun anderweitig sinnvoll einsetzen können.

»Wir sind alle glücklich, dass wir die Nutzung wieder ermöglichen können. Um unseren Badegästen den Aufenthalt bei uns so sicher und angenehm wie möglich zu gestalten, haben wir unter den gegenwärtigen Corona-Pandemiebedingungen ein neues Zutrittsverfahren mit Hygiene- und Verhaltensregeln ausgearbeitet«, berichtet Maar. Eine der größten Hürden war der Ticketverkauf, der in Corona-Zeiten besonders durchdacht werden musste. Herausgekommen ist ein Online-Ticket-Verkauf - ähnlich wie man es bei Theaterkarten kennt. In zwei Zeitfenstern pro Tag mit je fünf Stunden Dauer können jeweils 200 Wasserratten den Sprung ins kühle Nass wagen.

Ab nächster Woche wird die Zahl auf 333 Badegäste pro Zeitfenster erhöht, nachdem der Gesetzgeber die Bestimmungen gelockert hat. In Rosbach muss für das etwa 1000 Quadratmeter große Becken noch der Magistrat der Form halber zustimmen.

Für die drei jungen Rodheimerinnen Nele, Linnea und Charlotta, die am Donnerstagnachmittag zu den lediglich sieben Badegästen zählten, sind die diesjährigen Regeln keine große Umstellung. »Man macht heute so viele Sachen per Computer, da ist es kaum eine Umgewöhnung, wenn man auch das Ticket via Smartphone kauft«, sind sie sich einig.

Finja und Anabelle, die sich an diesem wolkigen Tag um den Sicherheitsabstand zu anderen Gästen keine Gedanken zu machen brauchten, sind ähnlicher Meinung. »Für den einen oder anderen mag das gewöhnungsbedürftig sein, aber bei dieser Lösung braucht man nicht mit hundert Leuten in der Schlange zu stehen.« Alle fünf können sich vorstellen, dass ein Teil der jetzigen Reglungen auch über Corona hinaus bleiben werden.

Auch eine ältere Dame aus Bad Nauheim, die normalerweise im Usa-Wellenbad ihre Runden dreht, kann der Online-Regelung etwas abgewinnen. »Für die jungen Leute, die jetzt in den Ferien sicher einen Großteil der Gäste ausmachen, ist online sowieso gang und gäbe«, sagt sie.

Im Bürgermeisteramt ist man zufrieden, dass alles so gut klappt. Nach nur einer Woche Öffnungszeit wagt man bereits eine kleine Bilanz. »Es hat hauptsächlich positive Rückmeldungen gegeben«, sagt Volker Stuhl vom Stadtplanungsamt. Ein paar Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge habe es gegeben, doch der Grundtenor sei uneingeschränkt positiv. Lediglich das Wegbleiben von Dauer- oder Abendkarten hätten einige bedauert. »Das lässt sich in das vorgegebene System aber nicht einbauen«, lässt Pressesprecher Sebastian Briel wissen.

Neuer Betreiber für Bad und Kiosk

Und noch eins hat sich mit der Badesaison 2020 in Rodheim geändert: Nachdem der bisherige Schwimmmeister und Kioskbetreiber bei der Stadt seine Kündigung eingereicht hatte, wird der Schwimmbetrieb vom Dienstleister für Bäderbetriebe »The Pool Management« aus Rüsselsheim gemanagt. Den Kiosk betreibt Paolo Orlandi mit seiner Familie und zwei Mitarbeitern. »Wir bieten den bisherigen Umfang an Speisen und Getränken, zusätzlich am Wochenende ein Nudelgericht mit Salat«, sagt Orlandi.

Jetzt warten alle nur noch auf Sommer und Sonnenschein, damit die letzte Saison vor dem großen Umbau von Erfolg gekrönt sein möge.

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