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Auf der Suche nach der Quelle

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Rosbach (lk). Die Adolf-Reichwein-Halle ist in die Jahre gekommen. Feuchtigkeit hat an einigen Wänden deutliche Spuren hinterlassen, die Toiletten sind zweckmäßig, aber nicht schön. Am Montag besichtigten die Mitglieder von Haupt- und Finanz- sowie Umwelt- und Planungsausschuss die 1985 fertiggestellte Halle.

Auf den ersten Blick präsentiert sich die Rosbacher Adolf-Reichwein-Halle in gutem Zustand. Dass der erste Blick täuscht, zeigte Gudrun Pache, Leiterin des Fachbereichs Baumanagement II, am Montagabend bei einem Rundgang durch das Gebäude. Mit dabei: Die Mitglieder von Haupt- und Finanz- sowie Umwelt- und Planungsausschuss, Bürgermeister Thomas Alber (parteilos) und einige Interessierte.

Hintergrund der Ortsbegehung mit anschließender Fragerunde während der gemeinsamen Ausschusssitzung: »Uns steht eine optische Sanierung und grundhafte Substanzerhaltung des Gebäudes ins Haus«, erläuterte Alber. Was genau saniert werden muss? Keine einfach zu beantwortende Frage, denn »der Schaden muss erst einmal eingegrenzt werden«, sagte Gudrun Pache.

Fakt ist: Salpeterausblühungen an einigen Wänden zeigen, dass Feuchtigkeit ins Gemäuer gelangt ist. Im Mehrzweck- und im Gastraum sind die Wasserschäden deutlich zu sehen. »Die Wand ist nicht feucht, aber die Feuchtigkeit war da«, sagte Pache. Die Fachfrau hat zwei Theorien, woher das Wasser kommen könnte. »Die Feuchtigkeit könnte aus dem Estrich kommen, aus den darinliegenden Wasserleitungen.

« Die zweite Möglichkeit: Es könnte sich um aufsteigende Feuchtigkeit handeln, sprich Grund- oder Schichtenwasser drückt sich von unten ins Gebäude. Laut Pache spricht mehr für die erste Option. Zum einen, weil auch reine Innenwände betroffen seien, zum anderen, weil eine Messung entsprechende Rückschlüsse nahelege: »Wir haben das Trinkwasser abgesperrt und den Druckwasserverlust gemessen. Innerhalb einer halben Stunde waren es zwei Bar. Irgendwo fließt das Wasser also hin.« Dennoch, man wisse nicht genau, woher die Feuchtigkeit komme. »Daher brauchen wir ein Sanierungsgutachten von einem Fachmann, der das wirklich bewerten kann. Durch verschiedene Messungen sei es möglich, die potenzielle undichte Stelle zu finden.

Im Gastraum des »Bayerischen Wirtshauses« wurde bereits versucht, zumindest optisch dagegenzuhalten: Ein Sockel verdeckt die Salpeterausblühungen.

Im sogenannten Kellnergang, dort gab es bereits einen Wasserschaden, herrschte aufgrund kaputter Fliesen Unfallgefahr. Es wurden laut Pache vor zwei Jahren Rohre ausgetauscht. Estrich und Fliesen sind im Kellnergang ebenfalls erneuert worden. Neue Fliesen könnte man laut Pache auch in der Restaurant-Küche brauchen. Am Einlauf am Boden löst sich zudem die Verfugung. Im Raum der sogenannten Schmutzwasserhebeanlage ist die undichte Stelle sogar deutlich zu hören: Leise plätschert das Wasser vor sich hin. Die Quelle bleibt unsichtbar.

Weitere Sanierungsanregungen Paches: »Die Toiletten sind definitiv nicht mehr zeitgemäß, sie könnten ansprechender gestaltet werden.« Im Mehrzweckraum habe man bereits den Holzboden abgeschliffen und neu versiegelt. »Das sollten wir auch im Saal machen.«

Pache berichtete abschließend in Sachen Feuchtigkeit: »Wir haben den Schaden noch einmal der Versicherung gemeldet.« Schließlich seien Rohrbrüche über diese abgedeckt. Noch einmal, denn »es gab ja bereits den Wasserschaden im Kellnergang«. Es müsse nun geklärt werden, ob es sich um einen Folgeschaden handelt. Bevor man in die Sanierung einsteigt – ob mit baulichen Aktionen oder einem Sachverständigen-Gutachten – müsse die Versicherung aktiv werden.

Es sei möglich, dass sie selbst einen Gutachter schicke. Erst wenn die Ursache der Feuchtigkeit feststehe, solle ein Sanierungsgutachten erstellt werden.

Laut Pache ist das Zeitfenster der Renovierungsarbeiten mit dem Gastwirt abgesprochen. So werde voraussichtlich im Sommer 2017 der Gastraum saniert. Im Herbst dieses Jahres könne man mit einer fertigen Kostenschätzung rechnen.

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