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Stimmung trotz Fußarbeit beim Umzug der »Hasenspringer«

Rosbach (sky). Lediglich zwei kleine Säckchen voller Narrengeld hatte Bürgermeister Thomas Alber beim Rathaussturm der gierigen Schar der »Hasenspringer« am Samstag in der Tasche. Im vergangenen Jahr hatte sein Vorgänger Detlef Brechtel die Stadtkasse noch fest in den Händen gehalten.

Auch heuer halfen weder Säbelrasseln noch drohende Worte. Selbst die Amtshilfe durch Rainer Schaub, den »Bürgermeister von Rodheim«, half nicht: Schnell war die Kasse futsch, und mit ihr viele frisch gedruckte Geldscheine, die man aufgrund der prekären finanziellen Lage der Stadt doch so gut hätte gebrauchen können.

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»Ich hab’ die Kasse nur deshalb so gut festgehalten, um ihren Inhalt als Entschädigung für die Eingemeindung von Rodheim nach Rosbach nehmen zu können«, ließ Schaub selbstbewusst (unter einem kritischen Blick Albers) wissen. Vergeblich hatte er die kleine rote Blechkassette gegen die lila-weiße Übermacht aus dem Hasenstall zu verteidigen versucht.

Die Ernüchterung folgte allerdings auf dem Fuße: Alles war Falschgeld und das Rathaus schnell in der Hand der Narrenschar, die es bei ihrem anschließenden Umzug durch die Straßen Ober-Rosbachs aber nicht an guten Gaben für die dankbaren Untertanen fehlen ließ: Bonbons, Popcorn und Papiertaschentücher, bunte Bälle und auch mal ein Schnäpschen ließen die Herzen der Wegbegleiter höherschlagen.

Begleitet von den Ehrenamtlichen der heimischen Feuerwehr zog sich bei Einbruch der Dunkelheit ein närrischer Lindwurm durch die Straßen. Zu Fuß selbstverständlich. Denn der TÜV hatte den »Hasenspringern« Fußarbeit verordnet, statt sich auf dem traditionellen Elferratswagen herumkutschieren zu lassen. »Letztes Jahr hatten wir ihn runderneuert, aber das war den Prüfern wohl nicht gut genug«, meinte der langjährige Chauffeur Herbert Engel.

Auch das Prinzenpaar Maik I. und Michelle I. musste Rosbach per Pedes durchqueren, bekam allerdings moralische Unterstützung vom Bürgermeister. Mit bestem Schuhwerk ausgestattet, betonte der, dass er in keiner Weise für das Schicksal der zwangsläufig auf die eigenen Füße angewiesenen »Hasenspringern« verantwortlich zeichne.

Von der Sporthalle Eisenkrain bis zur Adolf-Reichwein-Halle bewegte sich der Umzug. Am Alten Marktplatz nutzte der Elferrat mit Sitzungspräsident Christopher Frank die Gelegenheit, alle Teilnehmer einzeln an sich vorbeiziehen zu lassen und das begeisterte Publikum mit entsprechenden Erläuterungen zu versorgen. »Garden«, »Flitzies« und »Girlies«, »DirtY BoyZ« und »No Names«, Männerballett oder »Mixed Generations« waren mit von der Partie – nicht zu vergessen die lautstarke Trommlergruppe »Rabbatzhasen«.

Seit Jahren dabei sind auch die Wölfersheimer »Motten« mit ihrem stattlichen Narrenschiff, das sich beanstandungslos durch die Rosbacher Straßen bewegen durfte und das manch einem »Hasenspringer« ein wenig Neid ins Gesicht zauberte. Mit ihrem Fanfaren- und Spielmannszug »Freiweg 1959« brachten sie tatkräftige Unterstützung mit.

Aufmerksamkeit verdienten auch die »Wetterfrösche« aus Dorheim, die erstmals beim Rosbacher Umzug dabei waren. Treue Teilnehmer waren indes die Jugendfußballschule mit ihrem laufstarken Fußballernachwuchs, die Island-Pferdefreunde hoch zu Ross sowie die »E2 Cutlounge«, die den »Hasenspringern« seit Jahren das jeweils richtige (Bühnen-)Gesicht verpasst. Unter dem Motto »Der Berg ruft« war ebenfalls die Rock’n’Roll-Gruppe der TGO, die »LollyPops«, samt ihrer Nachwuchstruppe dabei.

Schlusspunkt des mehr als einstündigen Zuges war die Adolf-Reichwein-Halle, wo die Narren mit einem zünftiges Jubiläums-Feuerwerk zur Extra-Party die Post abgehen ließen (Bericht folgt).

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