Was ist los im Stadtwald?

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Rosbach (pm). Warum werden grüne Bäume gefällt? Was passiert mit den kahlgeschlagenen Flächen? Warum wird auch am Wochenende gearbeitet? Aktuell erreichen Bürgermeister Steffen Maar und Revierförsterin Eva Maria Kirchler viele Fragen, die sie hier beantworten.

Warum auch grüne Fichten gefällt werden, liegt daran, dass es zwei überaus trockene und warme Jahre gegeben hat. Die Fichtenbestände wurden dadurch und den jährlich steigenden Befall durch Borkenkäfer stark geschädigt. Der Befall ist auch dieses Jahr unvermindert hoch. »Der Waldschutz ist zurzeit das A und O, und so müssen alle befallenen Bäume schnellstmöglich aufgearbeitet und abgefahren werden. Nur so haben die Borkenkäfer keine Brutplätze mehr«, erklärt Revierförsterin Kirchler von Hessen Forst. »Insektizide werden im Stadtwald nicht eingesetzt«, betont Bürgermeister Maar. Die Begiftung von Holzpoltern treffe nämlich nicht nur den Fichtenborkenkäfer, sondern auch andere Insektenarten. Außerdem sei eine solch massive Vermehrung damit nicht in den Griff zu bekommen; das Geld folglich »rausgeschmissen«.

Dass große Waldgerätschaften auch am Sonntag und an Feiertagen fahren dürfen, wurde vom Hessischen Wirtschaftsministerium wegen der Corona-Pandemie genehmigt. Rohholztransporte und in Zusammenhang stehende Leerfahrten sind zulässig. »Wir sind froh, dass befallene Hölzer so schneller aus dem Wald gefahren werden können«, erklärt die Försterin.

Vielen Bürgern kommt es so vor, dass zu viel Holz eingeschlagen wird. Dem ist laut Hessen Forst nicht so, denn seit Beginn 2019 würden nur beschädigte oder vom Borkenkäfer befallene Bäume abtransportiert oder solche, die aus Verkehrssicherungsgründen entnommen werden müssen. Das waren 2019 circa 20 000 Kubikmeter und sind dieses Jahr schon rund 13 000 Kubikmeter Schadholz. Obwohl die Borkenkäfersaison gerade erst beginnt, resultiert diese große Menge an beschädigtem Holz aus dem Windwurf im Februar und den vom Borkenkäfer geschädigten Fichten. »Das, was jetzt zu viel eingeschlagen werden muss, werden wir in den kommenden Jahren wieder anwachsen lassen«, betont die Revierförsterin.

Abgestorbene Buchen müssen aus Verkehrssicherungs- und Arbeitsschutzgründen entfernt werden. Wo es möglich ist, werden diese als Totholz stehen bleiben, weil sie einen wertvollen Lebensraum für viele Insekten, Vogelarten und Säugetiere bedeuten. Die jetzt kahlen Flächen würden wiederbewaldet, so schreibe es auch das hessische Waldgesetz vor. »Wir setzen auf die natürliche Ansamung von verschiedenen Baumarten. Wir rechnen mit einer Mischung aus Birke, Buche, Fichte und Lärche. Aber auch weniger häufige Baumarten werden auf den Freiflächen eine Chance haben. Dort wo diese sogenannte Naturverjüngung ausbleibt, werden wir nachpflanzen. Unser Ziel ist ein stabiler Mischwald, der auch mit dem Klimawandel zurechtkommt und künftigen Generationen zur Verfügung steht«, sagt Maar.

Ersatz erst später

Dazu werde man aber warten müssen. Die Vermehrung des Rüsselkäfers, ein Insekt, das die Wurzeln junger Pflanzen beschädigt, werde durch die vielen Resthölzer und Wurzelstöcke auf den Kahlflächen begünstigt. Erst wenn dessen massive Vermehrung nach erfahrungsgemäß drei Jahren zu Ende ist, können die jungen Pflanzen ohne Pflanzenschutzmittel gefahrlos in den Boden gebracht werden. FOTO: PM

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