Solaranlage aufs Dach des Rosbacher Sportzentrums

Rosbach v. d. H. (sky). Nach der Inbetriebnahme von zwei Bürgersolaranlagen auf dem Dach der Kita Brüder-Grimm-Straße sowie auf dem Bauhofgelände erhält Rosbach in Kürze eine weitere: Auf dem Dach des Sportzentrums Rodheim wird die Mittelhessische Energiegenossenschaft eine Solaranlage errichten.

Ein entsprechender Vertrag wurde jetzt von MiEG-Vorstand Diethardt Stamm und Bürgermeister Detlef Brechtel unterschrieben. Weitere Pläne, auch das 20 Jahre alte und 1125 Quadratmeter große Dach des Rodheimer Bürgerhauses an einen Betreiber von Bürgersolaranlagen zu vermieten, wurden verschoben. Untersuchungen haben ergeben, dass eine Installation ohne eine vorhergehende, intensive Prüfung der Statik sowie notwendige Sanierungsarbeiten derzeit nicht realisiert werden kann.

"Beim Bau der Dreifeld-Sporthalle haben wir die Installation einer Bürgersolaranlage von vornherein eingeplant", sagte Bürgermeister Detlef Brechtel. Auch sonst habe man das Gebäude mit vielen Modulen aus der Passivbauweise ausgestattet, um die Energieeffizienz zu optimieren. "Dabei sind wir über die einschlägigen Rechtsvorschriften hinausgegangen."

Der nun mit der MiEG abgeschlossene Mietvertrag beruht auf zwei Grundprinzipien: Bereits ab einem Betrag von 100 Euro können sich Bürger in die Genossenschaft einkaufen. Sie erhalten dafür ein Mitbestimmungsrecht und sind dividendenberechtigt. Darüber hinaus kann – muss aber nicht – eine Beteiligung an den Anlagen erfolgen, die die MiEG errichten lässt und betreibt. "Hierzu werden Darlehensverträge mit einem festen Zinssatz von derzeit 2,5 Prozent vereinbart", erläuterte MiEG-Vorstand Diethardt Stamm. Schon nach dem ersten Jahr komme es zur Tilgung und Zinszahlungen, da die vom Staat auf 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung zurückgezahlt werde. "Durch diese Konstruktion können sich auch Leute mit einem schmalen Portemonnaie an der Energiewende beteiligen", ergänzte Bürgermeister Brechtel.

Die Rodheimer Anlage, bei der man ab 1000 Euro Beteiligung mit einsteigen kann, wird etwa 125 000 Kilowatt Strom pro Jahr in das Netz der OVAG liefern. "Das reicht für über 30 Durchschnittshaushalte." Die Erzeugung von einem Kilowatt Strom kostet – einschließlich der Installations- und Wartungskosten – 17 Cent. "Das ist angesichts der zu erwartenden Strompreiserhöhungen auf mindestens 27 Cent eine erschwingliche Zahl", meint Stamm. Er sei überzeugt davon, dass sich für die Bürger kein Risiko ergebe. "Die Anlagen haben so gut wie keinen Verschleiß, es könnte höchstens mal ein Wechselrichter auszutauschen sein."

In Kürze soll es weitere Bürgerinformationen geben. Bereits jetzt erteilt die Abteilung Stadtentwicklung (Monika Jost, Tel. 0 60 03/8 22 16) Auskünfte. Stamm: "Wir hoffen, dass auch die Zahl der Anlagen auf privaten Hausdächern gesteigert werden kann."

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