Kopfrechnen statt Hightech (v. l.): Bernd Donsbach, Helmut Kullmann, Ulrike Debus, Dieter Harfff und Edmund Lutz haben mit Bleistift und Block an der richtigen Geschwindigkeit herumgetüftelt.
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Kopfrechnen statt Hightech (v. l.): Bernd Donsbach, Helmut Kullmann, Ulrike Debus, Dieter Harfff und Edmund Lutz haben mit Bleistift und Block an der richtigen Geschwindigkeit herumgetüftelt.

Satter Sound auf 2428 Metern

  • vonEdelgard Halaczinsky
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Rosbach (sky). Er musste erst 50 Jahre alt werden, um zum ersten Mal mit einem Preis bedacht zu werden - und wurde auf Anhieb Vize-Weltmeister. Gemeint ist der Feuerwehr-Oldtimer Baujahr 1968, der einst als Wasserwerfer (WAWE) an der Startbahn West zum Einsatz kam und später von den Rosbacher Wehrleuten zum Löschfahrzeug umgebaut worden war.

Seit rund 15 Jahren wird er von der IG WAWE um Bernd Donsbach liebevoll gehegt und gepflegt und bewies bei der 9. Feuerwehr-Oldtimer-WM am Großglockner, dem höchsten Berg Österreichs, bei bestem Kaiserwetter seine Klettereigenschaften und seine Zuverlässigkeit.

72 Fahrzeuge aus den Baujahren 1930 bis 1970 und ihre Mannschaften hatten sich um den Titel »Bestes Team im Gleichmäßigkeitsfahren« beworben, darunter auch Donsbachs Team und die Freunde aus Petterweil sowie aus Inden bei Aachen. »Uns fehlten nur vier Sekunden für den ersten Platz«, erzählte Fahrerin Ulrike Debus nach der Rückkehr. Sie chauffierte den roten Riesen (die Startnummer 25 brachte Glück) sicher über die 28,6 Kilometer lange Strecke. »Erst am Start erfuhren wir, wo es lang gehen sollte.« Mit an Bord saßen Donsbach sowie die drei WAWE-Mitglieder Helmut Kullmann, Dieter Harff und Edmund Lutz - alle bewaffnet mit Stift und Papier, damit die geforderte Geschwindigkeit von 27,3 Kilometer pro Stunde kontrolliert und eingehalten werden konnte. »Da war Kopfrechnen statt Hightech angesagt.« Immerhin geben die technischen Möglichkeiten eines Veteranen nicht so viel her, wie viele es heute mit ihrer computergesteuerten Bordtechnik gewohnt sind. »Heutzutage setzt Otto Normalverbraucher bei einer Autoreise meist auf Geschwindigkeit und Komfort«, resümierten die Oldtimer-Freunde. Beides habe bei der insgesamt 1352 Kilometer langen Reise in die Berge keine Rolle gespielt. »Bei 40 Grad im Schatten hatten wir zudem weder Klimaanlage noch Komfortsitze«, ließen die fünf Rosbacher wissen. »Dafür gab es den satten Sound des Motors und jede Menge Spaß.«

Als »berauschendes Erlebnis für alle Sinne« bezeichneten die Freunde der IG WAWE die Wertungsfahrt auf der Glockner Hochstraße bis zum Fuschertörl auf 2428 Metern Höhe. Und dass die Rosbacher am Abend dafür sogar noch mit dem 2. Platz im Gleichmäßigkeitsfahren belohnt wurden, war für sie ebenso überraschend wie erfreulich. »Wir hatten einen wunderschönen Abend bei der Brucker Feuerwehr und nette Gespräche mit der Bürgermeisterin des Ortes.« Mit einer Einladung für den nächsten Wettbewerb 2021 in der Tasche machte man sich schließlich auf den Heimweg. (Fotos: lh/pv)

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