Sang-Bauherren werden keine Vorgaben gemacht

Rosbach v. d. H. (sky). Mit Grundstücksangelegenheiten im Zusammenhang mit der Erweiterung des geplanten Gewerbegebiets entlang der neuen Südumgehung sowie der Offenlage des Bebauungsplans "Sang" befassten sich die Parlamentarier in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause.

"Seit 40 Jahren wird darüber diskutiert, dass hier ein Wohngebiet entstehen soll, nun endlich soll das gegebene Wort auch gelten", meinte Bürgermeister Detlef Brechtel bei der Vorstellung der Bauleitplanung für das Wohngebiet Sang, die (mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen aus den Reihen der Grünen) reibungslos das Parlament passierte. Ziel ist es, nach Umwandlung eines Gewerbegrundstücks in Wohnbaufläche, eine Entflechtung zwischen Wohnen und Gewerbe zu erreichen, und westlich der B 455 ein reines Wohngebiet entstehen zu lassen (die WZ berichtete). Das Planungsbüro Haase und Kuhli wird eine Lärmschutzwand entlang der Bundesstraße erstellen. Es hatte bereits die Wand am Feldpreul-Wohngebiet entlang der Nieder-Rosbacher Straße entworfen.

Für künftige Häuslebauer in der "Sang" wird es keine Vorschriften in Sachen Architektur oder Energie-Effizienz geben, was die Grünen-Parlamentarierin Beate Roth gefordert hatte. Sie konnte mit ihrer Forderung nach einheitlich geplanter Bauweise und vorgeschriebenen Maßnahmen zu mehr Energie-Einsparung nicht einmal ihre eigenen Fraktionsmitglieder hinter sich bringen.

"Wir wollen den Bauherren keine Optik vorschreiben – und bei der Energie wird sicherlich jeder von ihnen selbst eine Auge auf Sparsamkeit werfen", betonte Brechtel. Es sei denkbar, dass Käufer von Baugrundstücken eine kostenlose Energieberatung durch ein Fachbüro in Anspruch nehmen können, ließ er wissen. "Festsetzungen, die heute in einem Bebauungsplan getroffen werden, können morgen schon überholt sein." Statt Vorschriften zu machen, setze man auf die Kreativität der Bauherren.

Bei der Frage nach Parkmöglichkeiten baut die Stadt auf einen Gemeinschaftsparkplatz, der an das städtische Sportgelände und an die privat betriebene Sport- und Freizeitanlage "Sportwelt" und "Halligalli" anknüpft. Vor Inkrafttreten des Bebauungsplans soll eine Vereinbarung zur anteiligen Kostenübernahme getroffen werden.

Zur Finanzierung sind für 2013 Einnahmen in Höhe von 6,5 Millionen Euro aus dem 1. Bauabschnitt eingeplant, weitere 2,7 Millionen für 2014.

Die Stadtverordneten folgten zudem einstimmig dem Beschlussvorschlag von Magistrat und Haupt- und Finanzausschuss, dass die Stadt Flächen entlang der Südumgehung für 50 Euro pro Quadratmeter ankauft. Eine Beteiligung der Alteigentümer an der Wertsteigerung bei dem anschließenden Weiterverkauf (voraussichtlich 150 Euro je Quadratmeter nach Abschluss der Erschließungsmaßnahmen) ist vorgesehen.

Die Anbindung der Gewerbegrundstücke an die Südumgehung soll in Höhe des Rewe-Betriebsgeländes erfolgen. Entsprechende Vorkehrungen sind bereits beim Bau der neuen Straße berücksichtigt worden. Über die Pläne des Rewe-Konzerns zur Erweiterung seines Betriebsgeländes soll – unter Beachtung der Interessenlage der weiteren Grundstückseigentümer in der Raiffeisenstraße – im weiteren Verfahren gesprochen werden.

Es sei davon auszugehen, dass der Bebauungsplan bis 30. Juni 2013 Rechtskraft erlangt, erklärte Bürgermeister Detlef Brechtel. Von der Neuordnung der Grundstücke durch die Kommune erhoffe man sich die Vermeidung ungewollter Baulücken, die in der Vergangenheit teils über Jahrzehnte zu verzeichnen gewesen seien.

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