»SALZ« hat sich aufgelöst

  • Dagmar Bertram
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Rosbach (pm/dab). Die Wählergruppe »SALZ« (Soziale Alternative Lebenswerte Zukunft) gibt es nicht mehr: Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vor einer Woche ist die sofortige Auflösung der Gruppe einstimmig beschlossen worden. Das teilte Gründungsvorsitzender Klaus Jacobi in Absprache mit den letzten geschäftsführenden Vorsitzenden Volker Weidmann (Vorsitzender) und Helge Welker (Stellvertreter) jetzt mit. Personalmangel sei der Grund.

»SALZ« werde zur Kommunalwahl im März 2021 nicht mehr antreten. Das einzige Mandat in der Rosbacher Stadtverordnetenversammlung, das »SALZ« bei der Kommunalwahl 2016 errungen hatte, wird Weidmann nach eigener Aussage bis zum Ende der Wahlperiode wahrnehmen.

Jacobi, Weidmann und Welker erklären in ihrer Pressemitteilung den Hintergrund der Entscheidung: Durch den Wegzug einiger Mitglieder - so auch Jacobi selbst - sei die aufwendige politische Arbeit auf Dauer nicht mehr zu bewältigen. Die Wahl eines neuen Vorstands sei aufgrund der Personalknappheit infrage gestellt gewesen.

Appell an Bürger

Jacobi: »Wir müssen bedauerlicherweise zur Kenntnis nehmen, dass viele Mitbürger zwar bereit sind, sich für eigene Interessen temporär starkzumachen, die Bereitschaft, sich allgemein politisch zu engagieren, aber deutlich begrenzt ist.« Dieses Problem zeige sich nicht nur bei »SALZ«. Der Rückzug der Wählergruppe »puR« bei der Kommunalwahl 2016 habe wohl einen ähnlichen Grund gehabt. Und die aktuelle Entwicklung in Rosbach lasse für andere Parteien bzw. Wählergruppen Ähnliches befürchten.

Jacobi: »Für viele unserer kommunalpolitischen Ideen und Ziele haben wir Lob aus der Bürgerschaft erhalten, welches sich aber auf Zustimmung im persönlichen Gespräch oder zustimmende Kommentare auf unseren Internetseiten beschränkte.« Die Anfragen und Aufrufe zu aktiver Mitarbeit und Unterstützung seien »leider allesamt ohne Erfolg geblieben«.

Politische Arbeit bedeute auch auf kommunaler Ebene einen erheblichen Einsatz persönlicher Freizeit. »Wir möchten uns bei all denen bedanken, die diesen Einsatz für Rosbach leisten - unabhängig von der Partei- oder Wählergruppenzugehörigkeit.«

Die moderne Technik ermögliche es den Menschen, ihrer (politischen) Meinung jederzeit per Knopfdruck Ausdruck zu verleihen. Bloß, so der frühere Stadtverordnete Jacobi: »Durch einen ›Daumen hoch oder runter‹ unter einem Kommentar bei Facebook und dergleichen werden wir unsere Demokratie auf Dauer nicht erhalten können.« Die Diskussion, das Streitgespräch von Angesicht zu Angesicht sei dadurch nicht zu ersetzen.

Er rufe deshalb die Bürger auf, sich deutlich stärker für die Belange ihrer Mitbürger zu engagieren. »Nur gemeinsam können wir uns denen entgegenstellen, die unsere Gesellschaft spalten und die Demokratie untergraben wollen.«

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