hed_Entenpfuhl_Rodheim_2_4c_4
+
hed_Entenpfuhl_Rodheim_2_4c_4

Rouladen aus dem Automaten

  • VonRedaktion
    schließen

Rosbach/Ober-Mörlen. Patrick Kleinhenz führt seit elf Jahren und in dritter Generation das Gasthaus Schöne Aussicht in der Neutorstraße in Usingen. Dieses Gasthaus gibt es seit 66 Jahren - eine Zahl, auf die Kleinhenz stolz ist. Die Corona-Krise hat in ihm die Kreativität befördert und entstanden sind Lebensmittel-Automaten. Sie stehen im Usinger Land und in Rodheim.

An den Automaten gibt es rund um die Uhr verschiedene Hauptgerichte zum Mitnehmen. Die Automaten enthalten mindestens fünf verschiedene Gerichte, aber auch Wraps, Sandwiches, Grillfleisch oder hausgemachte Frikadellen.

Der Preis bewegt sich in einer Spanne zwischen 7,50 Euro für Hähnchengeschnetzeltes mit Reis und Wildragout (16,90 Euro). Bezahlen kann man das Gericht für die Mikrowelle mit Bargeld, mit Kredit- oder EC-Karte oder Handy-Pay.

Der erste Lebensmittel-Automat steht vor dem Usinger Restaurant selbst, der zweite vor dem Hof Entenpfuhl in der Rosbacher Straße in Rodheim und der dritte Automat steht An der Riedwiese in Usingen auf dem Grundstück der dortigen freien Tankstelle. »Die nächsten Standorte sind auch bereits in Planung«, sagt Sofia Boufercha, sowohl im Hochtaunuskreis als auch in der Wetterau. Boufercha ist die Projektleiterin. »Nächste Woche werden wir einen neuen Automaten in Ober-Mörlen aufstellen.«

Bis nach Bayern verschickt

Kleinhenz hat viel nachgedacht im Lockdown - das Ziel war es, mehr Catering anzubieten. Denn das Interesse an seiner gutbürgerlichen Küche sei auch im Lockdown groß gewesen. Seine Rouladen schickte der Unternehmer, der auch einen Online-Shop betreibt, für Kunden bis nach Bayern - sicher verpackt wurden sie vor dieser Reise schon. »Eine neue Küche musste her, um die Aufträge in der Winterzeit erfüllen zu können«, sagt Kleinhenz. Kurzerhand wurde die ehemalige kleine Wurstküche, die man von der Hauptküche aus erreicht in die Catering-Küche umgewandelt.

Nach den beiden sehr umsatzstarken Monaten November und Dezember 2020 kam im Januar ein Einbruch, »es war sehr ruhig, der schlechteste Januar seit zwölf Jahren«, erinnert sich Kleinhenz. Bis März habe das Geschäft eher vor sich hingedümpelt.

Die Projektidee zu den Food-Automaten hat Kleinhenz gemeinsam mit Boufercha entwickelt, sie wurde von ihm als Mitarbeiterin eingestellt. Boufercha hat auch das Logo der Automaten entworfen.

Kleinhenz setzt bei den Automaten, die immer auf zwei Grad Celsius gekühlt sind, auf Abwechslung. Die einvakuumierten Gerichte wechseln wöchentlich. Es gibt auch immer etwas Vegetarisches, aber es dominiert die fleischhaltige Hausmannskost. Und Kleinhenz verspricht: »Im November und Dezember gibt es auch Gans mit Klösen und unserem selbst gemachten Rotkohl aus unseren Automaten.«

Es gibt Zukunftspläne: Seine Projektleiterin und er stünden auch schon mit einem Automatenhersteller in Kontakt, der Automaten mit integrierter Mikrowelle baut. Denn: »Wenn Kantinen fehlen, dann ist der Automat eine flexible Alternative.«. Nina Fachinger

hed_nni_Kleinhenz2_24092_4c_4

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare