Rosbacher Heimatmuseum soll in den alten Wehrturm

Rosbach v. d. H. (sky). Der Historische Wehrturm von Ober-Rosbach soll zum Heimatmuseum werden, damit die Heimatgeschichte für die Bevölkerung von Ober- und Nieder-Rosbach erkennbar wird. Kürzlich gab der Magistrat dazu grünes Licht, am Donnerstag nun wurde das Projekt der Öffentlichkeit präsentiert.

Ende der 70er Jahre hatte die Stadt das spätgotische Gemäuer aus Privatbesitz erworben und eine Empfehlung für dessen weitere Verwendung ausgesprochen. "Schon bei der Unterzeichnung der Kaufvereinbarung schwebte mir vor, in dem Turm Zeugnisse der Rosbacher Geschichte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen", sagte Bürgermeister Detlef Brechtel bei der Vorstellung der Räume. Im Frühjahr 2013 soll sich dieser Traum nun endlich erfüllen. Brechtel: "Ich kenne keinen Ort in Rosbach, der für die Errichtung eines solchen Heimatmuseums geeigneter wäre als dieser."

Jahrelang war der Turm nach dem Besitzerwechsel vollgestopft gewesen mit Akten und Sammlerstücken, die nicht selten unsortiert und teils rein zufällig den Weg in die versteckte Gasse gegenüber der Stadtkirche gefunden hatten. Erst nachdem man vor wenigen Jahren endlich geeignete Archivräume gefunden hatte und auch neue Räume für die Geschäftsstelle des Heimatgeschichtsvereins (HGV) am Ober-Rosbacher Marktplatz anmietete, konnte die über 30 Jahre alte Vision Gestalt annehmen.

In der Zwischenzeit hatten die Ehrenamtlichen des Geschichtsvereins bei ihrer Aufarbeitung der städtischen Unterlagen an drei verschiedenen Orten im Stadtgebiet (Wasserburg, Schule Bergstraße und Wehrturm) nach Unterlagen suchen müssen, um sie in einen sachlich nachvollziehbaren, historischen Zusammenhang zu bringen. "Bei der räumlichen Enge war das nicht immer leicht", sagte der HGV-Vorsitzende Werner Schumacher.

Frisch gestrichen und herausgeputzt zeigen sich nun die beiden, jeweils knapp 30 Quadratmeter großen Stockwerke des Wehrturms. Eine steile Außentreppe aus neuerer Zeit führt in jenen Raum, in dem man künftig die Besucher empfangen wird. Informationen zur Vor- und Frühgeschichte der Stadt und ihrer Umgebung werden dort in Vitrinen oder anhand von Tafeln dargeboten. "Vom Urknall bis zur Cola-Dose wird alles dabei sein", meinte Schumacher mit einem Augenzwinkern. Vor allem der als Weltkulturerbe anerkannten Kapersburg und der einhergehenden Römerzeit will man Aufmerksamkeit schenken, außerdem der Stadtrechtsverleihung. "Wir stellen uns vor, dass es kleine Schubladen gibt, in denen Besucher interaktiv tätig werden und so auf eigene Suche nach Informationen gehen zu können", sagte Vorstandsmitglied Dr. Carsten Wenzel.

Im 2. Obergeschoss wird es mehr um die neuere Zeit gehen. Bergbau, Obstanbau oder Leinweberei sollen hier die Themen sein, dazu noch Portraits von Rosbacher Bürgern, die über die Stadtgrenzen hinaus einen Bekanntheitsgrad erlangten. Wenzel: "Ich denke da zum Beispiel an Adolf Reichwein oder den Sattler Engel, der fälschlicherweise beinahe als Attentäter des russischen Zaren Nikolaus II. verhaftet worden wäre." Auch die Bedeutung von Rosbach als Wasserstadt soll Erwähnung finden.

Im Außenbereich werden typische Werkzeuge und Gerätschaften Platz finden, die mit dem Leben in Rosbach unmittelbar verbunden sind: ein Förderkorb aus der einst prosperierenden Manganerzgrube, die der Stadt wirtschaftlichen Wohlstand bescherte, oder ein Beet mit Flachs-Pflanzen, welche der Leinweberei in Rosbach zu einem Namen verhalf. "Auch alte Grenzsteine sollen in ihrer historischen Bedeutung erklärt werden", betonte Wenzel.

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