Bürgermeister Steffen Maar (l.), die SPD-Vorsitzende Ellen Dietz (2.v.l.) und Stadtverordnetenvorsteherin Regina Karehnke mit den am Bau beteiligten Vertretern. 	FOTO: PM
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Bürgermeister Steffen Maar (l.), die SPD-Vorsitzende Ellen Dietz (2.v.l.) und Stadtverordnetenvorsteherin Regina Karehnke mit den am Bau beteiligten Vertretern. FOTO: PM

8 Euro Kalt

Rosbach: Spatenstich für 15 bezahlbare Wohnungen

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Das Baugebiet Sang ist eines für Besserverdiener. Nun aber gab es den ersten Spatenstich für ein dreigeschossiges Gebäude mit 15 Mietwohnungen, deren Kaltmiete soll anfangs bei maximal 8 Euro liegen, zuzüglich zwei Euro an Nebenkosten.

»Wir machen dieses Projekt für die Familien, die es bei der Preislage in Rosbach, etwas schwerer haben eine Mietwohnung zu finden.«, sagt Bürgermeister Steffen Maar.

Auf dem 1861 Quadratmeter großen Grundstück schräg gegenüber der Eisenkrain-Halle sollen die 15 Wohneinheiten mit zusammen ca. 1100 Quadratmetern Wohnfläche entstehen. Initiator ist der Bauverein »Eigner Herd ist Goldes Wert« aus Friedberg, die Stadt beteiligt sich mit 150 000 Euro an dem Vorhaben und erhält ein Mitspracherecht bei der Wohnungsvergabe.

Roland Kostial, Vorstandsvorsitzender des Bauvereins, erklärte, es sei Ziel der Genossenschaft seit über 125 Jahren ist, preiswerten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Bisher engagierte man sich in Friedberg. »Wir sind davon überzeugt, dass wir mit der Stadt Rosbach erfolgreich zusammenarbeiten werden«, sagte Kostial. Es sei nicht das Betreiben der Genossenschaft, möglichst hohe Renditen zu erzielen, sondern preiswerten Wohnraum für Menschen zu schaffen, »die sich trotz Vollzeittätigkeit auf dem freien Wohnungsmarkt nicht mit adäquaten Wohnraum versorgen können, da die Mietpreise zu hoch sind«.

Beschluss auf SPD-Initiative

Bürgermeister Maar beleuchtete die Geschichte des Projektes: Anfang 2020 hatte die Stadt auf Einladung der SPD bei einer Exkursion nach Friedberg verschiedene Projekte besichtigt, auch das Neubauobjekt des Bauvereins. »Aus der Besichtigung ist eine Idee gereift, die dann in den weiteren Schritten in den Gremien vorgestellt werden konnte«, so Maar. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte mit einer breiten Mehrheit für die von den Sozialdemokraten schon seit längerer Zeit geforderte Vorlage des Magistrats.

Bislang hatte die Stadt bezahlbaren Wohnraum in städtischen Mietwohnungen angeboten. »Wir betreten nun Neuland bei der Zusammenarbeit mit dem Bauverein, sind jedoch davon überzeugt, dass das Projekt nicht zu früh sondern gerade rechtzeitig kommt«, so Maar weiter. Es spricht von Familien mit mittlerem Einkommen.

Entstehen werden sechs Zwei-Zimmer-Wohnungen (je 59 Quadratmeter), sechs Drei-Zimmer-Wohnungen (je 74 Quadratmeter und drei Vier-Zimmer-Wohnungen (je 100 Quadratmeter) entstehen. Den Bau betreut die Firma Langlitz-Bau aus Nieder-Wöllstadt. »Eigner Herd ist Goldes Wert« zahlt 280 Euro pro Quadratmeter, bei 1861 Quadratmeter also 521 000 Euro - und damit weit unter Marktpreis.

CDU wollte anderen Standort

»Ich bin hocherfreut«, lässt die SPD-Vorsitzende Ellen Dietz wissen. Sie dankte Maar, der das Vorhaben von Anfang an unterstützt habe. Mit dem Projekt könne der Wohnungsmarkt in Rosbach »zumindest ein wenig« entlastet werden. »Sollte die Zusammenarbeit mit dem Bauverein funktionieren, und davon ist auszugehen, so könnten weitere derartige genossenschaftliche Projekte in den Obergärten 2 und in Rodheim umgesetzt werden. Damit haben wir über unser Mitspracherecht bei der Wohnungsvergabe mittel- bis langfristig die Möglichkeit, durch ein Angebot deutlich unter dem Marktpreis auch Familien mit Kindern bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen.«, resümierte Dietz.

Auch aus der CDU-Fraktion heißt es, man freue sich, dass mit dem Bau »nun endlich begonnen wird«, wie der Vorsitzende Jörg Egerter mitteilt. Bauchschmerzen habe Union allerdings mit dem Standort: »Hier hätten wir uns einen alternativen Standort gewünscht, um das Baugebiet Sang nicht noch mehr zu verdichten.« Dafür gab es aber keine Mehrheit.

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