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Eigentlich sollten Teile des Gebäudes aus den 60er-Jahren saniert werden. Nun wird der Möbelmarkt wohl ganz abgerissen.

Neue Planung

Möbelmarkt in der Wetterau: „Roller“ mit neuer, überraschender Planung

  • David Heßler
    vonDavid Heßler
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Der Möbeldiscounter »Roller«, seit Ende 2008 im Gewerbegebiet in Rosbach, wollte eigentlich einen Teil des Gebäudes abreißen - nun wird der komplette Möbelfachmarkt neu gebaut. Auch entsteht ein Küchenstudio.

Rosbach - Grundstückseigentümer ist die Tessner GmbH - »Roller« gehört zum Goslarer Möbelimperiums der Familie Tessner. Für sie wurde 2019 ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt. Denn der vor gut 50 Jahren als Möbeleinkaufszentrum (MEZ) eröffnete Gebäudekomplex hat gravierende brandschutztechnische Mängel. Auch sind Teile des Daches undicht. Daher war vorgesehen, Teile des Bestandes zu sanieren und den restlichen Gebäudekomplex durch einen Neubau zu ersetzen. Die Verkaufsfläche hätte wegen landesplanerischer Vorgaben von 6110 auf ca. 5560 Quadratmeter reduziert werden müssen. Nun aber wird sogar größer geplant: Wie die Stadt mitteilt, habe sich herausgestellt, dass es nicht möglich sei, die Gebäudeteile, die ursprünglich erhalten bleiben sollten, brandschutztechnisch und energetisch zu sanieren. Um eine nachhaltige Nutzung mit einer deutlichen Verbesserung des Energieverbrauches und des Brandschutzes zu erreichen, würden die Gebäude vollständig abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Das Vorhaben sei mit dem Regierungspräsidium und dem Regionalverband abgestimmt. »Sie tragen das Verfahren mit, da es sich nicht um eine Neuansiedlung, sondern um den Erhalt eines Bestandes handelt«, heißt es in der Vorlage. Rosbach dürfte als sogenanntes Kleinzentrum eigentlich gar kein Möbelhaus (großflächiger Einzelhandel) haben.

Die veränderten Rahmenbedingungen will Tessner gleich für eine Neukonzipierung nutzen. So soll neben »Roller« ein 1500 Quadratmeter großes Küchenstudio entstehen. Meda-Küchen gehört ebenfalls zur Unternehmensgruppe.

»Roller« soll eine Verkaufsfläche von 5000 Quadratmetern haben; die Küchenabteilung wird erheblich verkleinert. Auch werden die Randsortimente von derzeit 1100 auf 650 Quadratmeter reduziert - laut Landesentwicklungsplan dürfen für Randsortimente im kleinflächigen Einzelhandel 10 Prozent der Verkaufsfläche genutzt werden.

Rosbach: Dieselstraße wird entlastet

Bürgermeister Steffen Maar sagt, er habe seine Kollegen in den Nachbarkommunen über die geänderte Planung informiert. Da es sich im Wesentlichen um den Erhalt eines bestehenden Marktes handele, seien keine nennenswerte Auswirkungen auf den Einzelhandel der Nachbarkommunen zu erwarten. Dies bestätige auch eine Auswirkungsanalyse der BBE Handelsberatung GmbH Köln, die im Auftrag von Tessner durchgeführt worden sei. »Wir sind froh, dass das Angebot in Rosbach hierdurch weiter ausgebaut und attraktiver wird«, sagt Maar. Ein wesentlicher positiver Nebeneffekt sei zudem die Verbesserung der Verkehrssituation an der Einfahrt, die sich »Roller« und McDonalds quasi teilen. Die Planung sieht vor, dass das Gebäude nach Westen zurückgesetzt wird. Der Parkplatz wird östlich des Gebäudes errichtet. Die Zufahrt erfolgt von der Dieselstraße aus und wird aus dem Kurvenbereich heraus in Richtung Süden verlegt. Die Ausfahrt erfolgt über die Robert-Bosch-Straße. Dies soll zu einer deutlichen Entlastung der Dieselstraße führen.

Dass auf dem Dach eine Photovoltaikanlage errichtet wird. außerdem mehr Grün auf den Freiflächen und eine Regenwasserzisterne freue ihn als Bürgermeister einer Klima-Kommune besonders, sagt Maar. Das beschleunigte Verfahren zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans steht heute Abend auf der Tagesordnung in der gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Finanzausschuss sowie Umwelt- und Planungsausschuss

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