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Das Thema Klimawandel aufgreifen und dadurch den grauen Schulcontainer verschönern - das ist den Kindern der Kapersburgschule gelungen.

Politik auf kindgerechte Weise

  • VonEdelgard Halaczinsky
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Rosbach (sky). Seit 2017 trägt die Kapersburg-Grundschule den Beinamen »Kinderrechteschule«. Die Schüler beschäftigen sich auf altersgerechte Weise mit politisch aktuellen Themen. So hatten sich die Kapersburgschüler zum Beispiel der Themen Klima und Klimawandel angenommen und sich für eine Projektwoche vor den Sommerferien entschieden.

Im Rahmen des Förderprogramms »Demokratie-leben.wetterau.de« haben sie den Schulcontainer mit Graffiti-Kunst zum Thema Klima und Lebensräume verschönert.

Unter Leitung von Lehrerin Sabine Angermann und Graffitikünstler Daniel Will konnten etwa 40 Kinder ihre künstlerischen Fähigkeiten zur Gestaltung der Außenfassade des Containers einbringen. Jede Seite der Fassade stellt einen bedrohten Lebensraum der Erde dar wie z. B. Meer, heimischer Wald, Urwald, Arktis und Antarktis. Da flieht etwa eine Wasserschildkröte vor einer aufgeplatzten Öltonne, ein Eisbär sitzt traurig und allein auf dem Rest einer Eisscholle, oder ein Orang-Utan blickt verstört auf den Urwald, der einmal seine Heimat war.

Zunächst wurde den Kindern der Umgang mit den Spraydosen erklärt und die besonderen Techniken des Farbauftrags. Da es sich um deckende Farben handelte, waren Verläufe nur mit variierendem Abstand des Sprühnebels zu erreichen. »Eine zu große Nähe des Sprühkopfes zum Objekt verursacht ›Rotznasen‹ und unschöne Farbklekse«, erklärte Will. Die Kinder lernten schnell und konnten schon nach kurzer Zeit mit den Herausforderungen dieser Maltechnik und der sehr großen zu bemalenden Fläche umgehen. Für fast alle Kinder war es das erste Mal, ein solches Werk als Graffitikünstler mitzugestalten. Wichtig, sagte Will, sei es, vom groben Bild ins Feindetail zu gehen und immer das große Ganze im Blick zu haben. Zusammen mit Lehrerin Angermann sorgte er dafür, dass alle Kinder ihren ganz eigenen Beitrag leisten konnten, ohne die eigene Kleidung oder die der anderen Beteiligten mit zu besprühen.

Bunt statt grau

Der Künstler hatte in Vorbereiung die Bildmotive grob vorgemalt, so dass die Kinder noch genügend viele Details hinzufügen konnten. Insbesondere die Inhalte der »Traumblasen« wurden von den jungen Künstlern selbst bestimmt und machten entsprechend Spaß. »Was wünschen sich die Menschen, die Tiere für ihre Zukunft?«, lautete das Motto, das dahinterstand.

Entstanden ist ein eindrucksvolles Kunstwerk. Die sehenswerte Fassadengestaltung führt eindrucksvoll vor Augen, welch kreatives Potenzial hinter der Graffitikunst steckt. Schulleiter Holger Fries zeigte sich begeistert von dem bis dahin so nüchtern grau aussehendem Container. Das neue Graffitikunstwerk zeige, wie lebendig die Kinder der Schule sich mit den aktuellen Themen auseinandersetzten und welch überdurchschnittliches Engagement der jungen Schülerinnen und Schülern zusammen mit ihren Lehrerinnen hier spürbar sei.

Graffiti-Künstler Daniel Will (r.) betrachtet den engagierten Einsatz der Kinder, während Schulleiter Holger Fries auch mal sprayen darf.

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