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Platz nehmen und mitfahren

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Von: Edelgard Halaczinsky

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»Elvis« (Harry Delor; M. mit weißem Schal) ist mit dem roten Wagen vorgefahren und hat anschließend eine wartene »Anhalterin« mitgenommen. Dank der Spenden vieler lokal engagierter Initiativen sind 1000 Euro für die Mitfahrbank am Rodheimer Marktplatz zusammengekommen. © Lothar Halaczinsky

Rosbach (sky). Mitfahrbänke sind speziell gekennzeichnete, meist an zentralen Orten oder Verkehrsachsen aufgestellte Bänke. Wer darauf Platz nimmt, signalisiert, dass er eine kostenlose Mitfahrgelegenheit zu einem bestimmten Ziel erhofft. Vier solcher Bänke, die seit 2014 von einem Eifeldörfchen aus ihren Siegeszug antraten, gibt es Dank der Initiative des »Arbeitskreises Rodheim frühstückt«, der »Kulturinitiative Verzauberwelt Baidergasse« und mehrerer Bürgerinnen, Bürger und Sponsoren jetzt auch in Rosbach.

Am Samstag wurde die zuletzt aufgestellte Bank am Rodheimer Marktplatz offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

»Eigentlich war es ja schon für 2020 geplant«, sagte Andrea Nöchel-Jacobi, eine der Organisatorinnen, in einer kleinen »Festrede«. Dass es dazu nicht kam, sei einerseits Corona geschuldet, andererseits mussten aber auch erst die 1000 Euro pro Bank beschafft werden, um das Mitfahrprojekt zu finanzieren. Die Teilnahme an einem Volksbank-Wettbewerb bescherte ein Preisgeld von 1000 Euro, den Rest steuerten spendenwillige Bürger und die Kulturinitiative bei, auch die Sparkasse Oberhessen und der Rewe-Konzern zeigten sich spendabel, und beim »Arbeitskreis Rodheim frühstückt« wurde ebenfalls gesammelt. »Die Bank in Nieder-Rosbach gegenüber der Metztgerei Simon sponserte der Rentnertreff«, berichtete Nöchel-Jacobi. Weitere zwei Bänke stehen an den Rewe-Märkten in Rosbach und Rodheim. Die Initiatoren hoffen, damit die Mobilität der Rosbacher zwischen den Taktzeiten des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs zu verbessern und die Ortsteile untereinander besser zu vernetzen. »Wir wollen den Gedanken der gegenseitigen Hilfe ohne Bedingungen weiter in die Öffentlichkeit tragen«, heißt es dazu. Ziel sei es, aktiv zur Belebung der Ortskerne beizutragen und gemeinschaftliches Zusammenleben zu stärken.

Erster »Anhalter« an der Rodheimer Mitfahrbank war Harry Delor als Elvis Presley mit seinem weinroten Straßenkreuzer. Der mit Jubel begrüßte »Star« ließ es sich nicht nehmen, bei seinem Zwischenstopp zur Gitarre zu greifen und Hits wie »Falling in Love with you« oder »In the Ghetto« zum Besten zu geben - und natürlich auch eine »Anhalterin« mitzunehmen. Anschließend traf man sich im Hof der Familie Jacobi zu einem zweiten Frühstück, um das Ereignis gebührend zu feiern.

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