Immer wieder werden Schilder überfahren oder Autos verlieren Radkappen.
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Immer wieder werden Schilder überfahren oder Autos verlieren Radkappen.

Pannenkreisel Thema im Landtag

  • David Heßler
    vonDavid Heßler
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Rosbach (hed/pm). Mal wieder ist ein Auto über den Kreisel auf der Südumgehung gefahren. Der Wagen fuhr ein Schild um und blieb kurz vor dem Wasserbecken liegen. Die Feuerwehr musste am Wochenende nachts ausrücken. »Wann wird endlich etwas geschehen? Wir sind jetzt bei 60 Unfällen in den letzten Jahren«, sagt Nieder-Rosbachs Ortsvorsteher Dr. Volker Hoffmann. Seine FDP hat den Pannenkreisel mittlerweile zum Thema im Hessischen Landtag gemacht.

Der Kreisverkehr zwischen Nieder-Rosbach und Rodheim wird seit der Freigabe Ende 2012 regelmäßig von Autofahrern übersehen, die aus Ober-Rosbach oder Wöllstadt über die Kuppe fahren. Der Hügel in der Mitte des Kreisels ist voller Reifenspuren. In einer kleinen Anfrage hat der Wetterauer FDP-Landtagsabgeordnete Jörg-Uwe Hahn nun Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) mit sechs konkreten Fragen rund um den Unfallschwerpunkt um Rede und Antwort gebeten.

Wie aus der Antwort des Ministers hervorgeht, gab es seit der Freigabe des Kreisverkehres 58 polizeilich registrierte Verkehrsunfälle, 15 davon führten zu leichten Personenschäden, bei drei wurden Fahrer oder Beifahrer schwer verletzt. Unter anderem befuhren 17 Unfallverursacher die L 3352 aus Richtung Rodheim, 22 Unfallverursacher die K 11 aus Richtung der B 455. Verkehrsunfälle, bei denen sich die Unfallgegner ohne Hinzuziehung der Polizei einigten oder bei denen lediglich Spuren auf der Kreisverkehrsinsel hinterlassen wurden, sind in dieser Statistik nicht erfasst. »Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein«, sagt Hahn.

Auf die Frage, inwiefern der Landesregierung die Unfallgründe vorliegen, ant- wortete der hessische Verkehrsminister, dass 72 Pro-zent der registrierten Verkehrsunfälle ohne Fremd- beteiligung waren. Die Unfallkommission des Wetter-aukreises habe die topografischen Gegebenheiten als hauptsächlichen Unfallgrund ausgemacht.

Um die Unfallhäufigkeit zu reduzieren, habe Hessen Mobil zusätzlich zu den bereits seit Inbetriebnahme vorhandenen Wegweisern im Jahr 2017 eine »Vorfahrt gewähren«-Beschilderung in Verbindung mit einer Entfernungsangabe angebracht, die auf die Wartepflicht am Kreisverkehr hinweise. Zusätzlich sei die Mittelinsel des Kreisverkehres bepflanzt worden. Laut Ministerium führten diese Maßnahmen zu einer deutlichen Reduzierung der Unfallzahlen. In den Jahren 2018 und 2019 habe es an dem Kreisverkehr acht polizeilich registrierte Verkehrsunfälle gegeben. Vor dem Hintergrund der laut Al-Wazir »positiven Entwicklung der Unfallzahlen« kommt die Landesregierung zu jener Auffassung, die auch der Wetteraukreis als zuständige Straßenverkehrsbehörde vertritt: dass an dem Kreisverkehr derzeit keine weiteren Maßnahmen nötig seien.

Kleine Investitionen, großer Nutzen?

Vor Ort sieht man das anders: Ortsvorsteher Hoffmann kämpft seit Jahren für Veränderungen. Zuletzt hatte er im Dezember 2019 öffentlich gefordert, die Geschwindigkeit vor dem Kreisel zu begrenzen, breite Richtungspfeile und einen Rüttelstreifen anzubringen und den Hügel beispielsweise mit weißem Belag und Beleuchtungsmaßnahmen besser kenntlich zu machen. Diese Maßnahmen seien dringend notwendig, da es zum Teil auch schon schwere Unfälle am Pannenkreisel gegeben habe, etwa als ein Auto in dem benachbarten Rückhaltebecken gelandet sei; der Fahrer habe sich nur mit Glück aus dem sinkenden Auto retten können.

Solche einfachen Maßnahmen könnten helfen, weitere Unfälle zu vermeiden, sagt Landtagsmitglied Hahn. »Ohne weitere Maßnahmen ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein weiterer schwerer Unfall an dem Kreisverkehr Personenschäden fordert.« Das Verkehrsministerium sollte schnell reagieren, kleine Investitionen könnten hier einen großen Nutzen erzielen.

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