Nacht der Kirchen: Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede

Rosbach v. d. H. (sky). Ein ganzes Jahr Vorbereitungzeit lag hinter den Organisatoren der ersten Rosbacher Nacht der Kirchen. Nun, da die blauen Banner, welche entlang der B 455 auf das ökumenische Ereignis hingewiesen hatten, wieder abgenommen sind, macht sich Zufriedenheit in allen drei Gemeinden breit.

"Die Resonanz war ausgesprochen positiv", ist aus den Reihen des Kirchenvorstandes (KV) der Nieder-Rosbacher Burgkirche zu hören. Auch in der Ober-Rosbacher Stadtkirche und in der katholischen St.-Michaels-Kirche ist man rundum angetan von den Besucherzahlen.

"Wir haben wieder einmal zeigen können, dass die Gemeinsamkeiten größer sind als die Unterschiede", meinte KV-Mitglied Rüdiger Scharf (Burgkirche). In allen drei Kirchen hatte es im Stundentakt Führungen, Musikstücke und Meditationen gegeben, und die (teils farbige) Illumination der Türme hatte schon von Weitem signalisiert, dass diese Nacht einiges an Besonderheiten zu bieten hatte. "Der Erfolg misst sich allerdings nicht allein an den Besucherzahlen, sondern vor allem an der Begegnung mit dem christlichen Glauben", hatte Stadtkirchen-Pfarrer Gerrit Boomgaarden im Vorfeld gesagt.

"Komm herein, ruh dich aus", lautete die Einladung an der Kirchentür von St. Michael. Die stellvertretende Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gisela Zöller hatte die Worte auf kleine Laternen geschrieben, die den Besuchern in der Dunkelheit den Weg wiesen. Mit drei Orgelstücken stimmte Organist Rainer Bingel auf einen Abend der Begegnung und der Besinnlichkeit ein. Mit dem Lied "Gott wohnt in einem Lichte, dem keiner nahen kann" von Heinrich Klepper (1903-1942) hatte er ein Stück herausgesucht, das sowohl in evangelischen als auch in katholischen Gesangbüchern zu finden ist. "Aus seinen Liedern geht eine unglaubliche Hoffnung hervor", meinte er in seiner ergänzenden Betrachtung.

Zeitgleich zu dem Orgelkonzert wurde in der Stadtkirche mit der Lesung des ersten Teils des Markusevangeliums begonnen, während in der Burgkirche eine Kirchenführung mit Wolfgang Ziemann stattfand. Im Stundentakt chauffierte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende von St. Michael, Martin Gründken, die Besucher im Pfarrbus von Kirche zu Kirche, sodass jeder die Gelegenheit hatte, alle drei Orte des Geschehens näher kennenzulernen. "Die größten Besucherzahlen hatten wir bei der Kirchenmusik", resümierte Lothar Halaczinsky zu mitternächtlicher Zeit. Er hatte die Idee für die Nacht der Kirchen aufgenommen und sich maßgeblich in die Planung eingebracht.

Für Hartmut Bergenthum von der Stadtkirchengemeinde war die Lesung des Markusevangeliums der Punkt, der ihn am Abend am meisten berührte. "Man liest es sonst selten an einem Stück, aber wenn man es mal tut, dann ist man überwältigt von dem, was Jesus alles getan hat", sagte er. Pfarrer Bernd Weckwerth (St. Michael) berichtete, dass dieses Evangelium das älteste aller Zeiten sei und daher eine besondere Bedeutung habe.

Für Nieder-Rosbachs neue Pfarrerin Rebecca Müller, die am Sonntag von Dekan Jörg-Michael Schlösser in ihr Amt eingeführt wurde, war die Nacht der Kirchen eine willkommene Gelegenheit, sich in der neuen Umgebung in Ruhe umzuschauen. "Ich bin begeistert, was hier alles geboten wurde", bekannte sie. Für Halaczinsky und seine Weggefährten war klar: "Wir hatten heute eine erste Nacht der Kirchen, und deshalb wird es auch eine zweite geben."

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