Der Vorsitzende Christoph Käding (r.), Bürgermeister Steffen Maar (Mitte) und weitere FCO-Mitglieder präsentieren die Festschrift zum 75-jährigem Bestehen. FOTO: LH
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Der Vorsitzende Christoph Käding (r.), Bürgermeister Steffen Maar (Mitte) und weitere FCO-Mitglieder präsentieren die Festschrift zum 75-jährigem Bestehen. FOTO: LH

Mit 13 Mannschaften am Ball

  • vonEdelgard Halaczinsky
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Rosbach(sky). Seit 106 Jahren wird in Ober-Rosbach Fußball gespielt. Verschiedene Vereinsgründungen und Schließungen, Zusammenschlüsse und Teilungen hat es in dieser Zeit gegeben. Weit am längsten überdauert der FC 1945, der in diesen Tagen sein 75-jähriges Bestehen feiert, seine Jubiläumsaktivitäten allerdings wegen Corona ins kommende Jahr verlegen musste.

Nicht verschoben wurde die Herausgabe einer Festschrift, die kürzlich vom Vorsitzenden Christoph Käding und dem Schirmherrn, Bürgermeister Steffen Maar, vorgestellt wurde, und die demnächst an alle Rosbacher Haushalte verteilt werden wird.

Zwei Vorgänger hatte der FCO in Rosbach. Der Sportverein 1914 überstand zwar zwei Weltkriege und fusionierte noch im Jahr seiner Gründung mit dem Turnverein Germania zur Sportgemeinde Ober-Rosbach, wurde aber Mitte der 90er Jahre wegen zu geringer Mitgliederzahl gelöscht.

Zwischen 1927 und 1933 gab es noch einen zweiten Verein, in dem gekickt wurde: den Arbeiter Turn- und Sportverein, gegründet in der Gaststätte Stengel (heute "Zur Tränke"). Der Klub wurde, wie die gesamte Arbeitersportbewegung, 1933 durch die Nazi-Regierung verboten und aufgelöst.

Einen Neuanfang gab es am 8. November 1945. Nach vorangegangener Erlaubnis durch die Militärregierung wurde in der Gastwirtschaft "Zur Rose" die Sport und Kulturgemeinschaft (SKG) gegründet. Neben Fußball, Turnen und Handball auf dem 1939 eingeweihten Sportplatz "Sang" wurde auch gesungen. 1948 gingen die Sänger eigene Wege und die SKG bestand nur noch aus einer Fußballabteilung mit Dr. Eugen Schmidt als Vorsitzenden. 1949 spielte man in der A-Klasse Friedberg. Das Folgejahr war geprägt vom Tod des erst 19-jährigem Heinz Sommerlad sowie der Grundsteinlegung für ein Umkleidehäuschen am Sportplatz, das 1952 fertiggestellt wurde. Ab der Saison 1951/52 spielte man in der A-Klasse Obertaunus/Usingen. Zugleich gab man sich den Namen FC 1945 Ober-Rosbach, da der Verein sinn- gemäß nicht mehr einer SKG entsprach.

1968 wurde Karl-Heinz See Vorsitzender. In seine Amtszeit fallen die Errichtung einer Flutlichtanlage, die 25-Jahr-Feier sowie die Einweihung des Sportplatzes Eisenkrain 1972. Unter Ladislaus Barthou wurde eine Damenmannschaft gegründet. 1975 übernahm Eugen Schäfer den Vorsitz.

Im Laufe seines Bestehens erlebte der FCO diverse Auf- und Abstiege in den A- und B-Klassen der Bezirksligen und den Wechsel von über zwei Dutzend Trainern seit 1963. Elf Vorsitzende lenkten seit der Gründung die Geschicke des Vereins. Am längsten, nämlich 20 Jahre, verweilte Karl-Heinz Eckardt im Amt, weshalb er 2005 zum Ehrenvorsitzenden und zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

Viele bauliche Tätigkeiten und neue Angebote bestimmten das stetige Wachstum des Vereins, der 2010/11 unter Trainer Michael Anicic souverän mit 13 Punkten Vorsprung Meister der Gruppenliga Frankfurt-West wurde und in die Verbandsliga Süd aufstieg. Trotz guter Mannschaftsleistung konnte man diesen Platz nicht halten und stieg nach einer Abstiegsrunde 2013 in die Kreisoberliga Friedberg ab.

"Die sportlichen Ziele sind in einem Verein immer nach vorne gerichtet", sagt der heutige Vorsitzende Christoph Käding. Diese Devise zeigt sich bis heute in verschiedenen Aktivitäten - nicht nur auf sportlicher Ebene. Mit der Einweihung des Hartplatzes mit Flutlichtanlage wurde ab 1980 die ganzjährige Nutzung des Sportplatzes Eisenkrain möglich. Die Umwandlung von Hart- in Kunstrasenplatz verbesserte die Spielbedingungen maßgeblich. Die Gründung der Jugendfußballschule als eigenständiger Verein 2003/04 brachte dem FCO nachhaltige Anerkennung im Bereich der Nachwuchsförderung. Seit 2004 werden jährlich Fußballcamps durchgeführt.

Nach 15 Jahren intensiver Aufbauarbeit nehmen inzwischen 13 Mannschaften am Spielbetrieb teil. 20 Betreuer leisten unter der Federführung von Stefan Corthaus ihre Arbeit. Als jährlichen Höhepunkt belohnt sich die Jugend seit 2012 mit einem international besetzten Turnier für Kinder unter zehn Jahre.

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