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Lieder von Liebe und Schmerz

  • vonred Redaktion
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Rosbach(hed/pm). Mit der ersten Veranstaltung nach der Corona-Pause lädt die Kulturinitiative "Verzauberwelt Baidergasse" Kulturfreunde der Region für Samstag. 15. August, zu einem Chanson-Abend ins Kulturhaus Alte Feuerwache nach Ober-Rosbach ein. Dabei dürfte auch über die Frage diskutiert werden: Schafft die Stadt mit ihrem eigenen Kulturprogramm unnötige Konkurrenz für die bisherigen Kulturschaffenden und stößt damit den Ehrenamtlichen von den Kopf?

Lieder von Liebe und Schmerz, von Sehnsucht und Leidenschaft - präsentiert von Sopranistin Ester Hock, begleitet auf dem Klavier von Seung-Jo Cha - werden in der Homburger Str. 15, im Haus mit den großen himmelblauen Türen zu hören sein.

Widersprüchliche Gefühle scheinen auch in einem offenen Brief von Johanna Siener-Blöcher, Mitglied im Vorstandder "Verzauberwelt Baidergasse" hervor. Einerseits sei es zu loben, dass die Stadt es ermöglicht hat, auch während der Corona-Pandemie kulturelle Veranstaltungen in Form von Videos in der Mediathek unter www.kultur-rosbach.de kostenlos abrufen zu können. Es sei wichtig, dass sich die Kultur in dieser Zeit nicht "krankheitsbedingt" und "finanziell ausgehöhlt" auflöse. Es gelte, neue Wege zu suchen.

In Konkurrenz mit der Stadt?

Dennoch habe sie als ehrenamtlich kulturell schaffende Bürgerin das Gefühl, sich plötzlich in einer Konkurrenzsituation mit der Stadt zu befinden. "Die Stadt gestaltet hier mit großem Aufwand und den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln ihr eigenes neues Kulturprogramm. Wurde hier die Kultur ›neu erfunden‹? Ist die Arbeit kulturell gemeinnütziger Vereine (und das sind in Rosbach nicht nur wir) der vergangenen Jahre ›schlechte Kultur‹? Rutscht diese in die ›Vereinsmeiere‹ und in den ›Dilettantismus‹ ab. Ist ehrliche, handgemachte kreative Arbeit mit den ihr zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel nicht tauglich? Warum fühle ich mich persönlich angegriffen und empfinde meine in mehreren Jahren geleistete Arbeit nicht gewürdigt?", lässt Siener-Blöcher ihrer Enttäuschung freien Lauf.

Ein Einbeziehen der kulturell Tätigen hätte auch in Corona-Zeiten wertvolle Hilfe gebracht und für Motivation in einer kulturabstinenten Zeit gesorgt, glaubt sie.

Wenn Bürgermeister Steffen Maar die notwendige Unterstützung der Künstler aus der Region anspreche, sei er damit nicht alleine. Die "Verzauberwelt" sorge seit mehr als 30 Jahren für die Förderung von Künstlern und für eine kulturelle Basis in Rosbach und darüber hinaus. "Wir haben in den letzten Jahren nicht nur für ein jährliches, kulturell vielseitiges Programm gesorgt, wir haben auch heute bereits populäre Künstler wie die Schauspielerin Katharina Wackernagel, den Dirigenten Roland Böer, den Gitarristen Lulo Reinhardt und den Kabarettisten Martin Schneider nach Rosbach geholt", betont Siener-Blöcher.

Sie würde sich mehr politische Empathie und Anerkennung wünschen, "um die ›Vereinsmeier‹ zu unterstützen, die Motivation zu fördern und die aktiven Bürger nicht vor den Kopf zu stoßen". FOTOS: PM

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