Die Straße im Neubaugebiet Sang ist nach der französischen Partnerstadt von Rosbach benannt. An sich eine gute Idee, das will keiner abstreiten. Nur stellt es sich im Alltag als nicht sehr praktikabel dar.
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Die Straße im Neubaugebiet Sang ist nach der französischen Partnerstadt von Rosbach benannt. An sich eine gute Idee, das will keiner abstreiten. Nur stellt es sich im Alltag als nicht sehr praktikabel dar.

Adress-Diskussion in Rosbach

Kuriose Debatte um Straßenname in Rosbach - Massive Auswirkungen auf Anwohner

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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In Rosbach ist eine Straße nach einer französischen Partnerstadt benannt. Der Name macht nicht nur Probleme bei der Aussprache, sondern ist auch zu lang.

Rosbach - Der Verbundenheitsgedanke in allen Ehren. Aber der lange Name der Straße Rue de Saint-Germain-lès-Corbeil in Rosbach, die nach der französischen Partnerstadt benannt ist, kompliziert vieles. Die Idee mag gut gewesen sein. Vor allem gut gemeint im Sinne der europäischen Verbundenheit. Dann ist sie umgesetzt worden. Und doch nicht so gut.

Das erlebt zumindest ein Anwohner der Straße Rue de Saint-Germain-lès-Corbeil in der Rosbacher Sang. Rue ist das französische Wort für Straße, Saint-Germain-lès-Corbeil die Partnerstadt, die in der Nähe von Paris liegt. Damals, vor ein paar Jahren, als die Sang entstanden ist, überlegte man sich: Nach jeder Rosbacher Partnerstadt (insgesamt drei) soll eine Straße benannt werden.

Straßenname in Rosbach wird anders gesprochen als geschrieben

Eine heißt seither Rue de Saint-Germain-lès-Corbeil. Nun werden französische Wörter in den allermeisten Fällen anders ausgesprochen, als sie geschrieben werden (Rue wird zum Beispiel Rü ausgesprochen. Das »ai« in Saint wie das »Ä« im deutschen Wort Äpfel. Das »G« in Germain wie das zweite »g« in Garage). Das macht es kompliziert, ist aber nicht das Hauptproblem.

Der Ober-Rosbacher Ortsbeirat hatte kürzlich ein Schreiben eines Anwohners vorliegen. Er wohne seit Kurzem in der Rue de Saint-Germain-lès-Corbeil - »und es ist eine absolute Zumutung!«.

Anwohner in Rosbach müssen ständig Sonderanträge stellen

Seine Begründung: »Ich kann keinen Nachsendeauftrag bei der deutschen Post einstellen! Ich kann mein Auto nicht ummelden! Die Adresse kann nicht bei Amazon angegeben werden! Meine beiden Banken benötigten einen Sonderantrag für die Adressänderung, da die Adresse zu lang war!« Ständig und überall müssten Sonderanträge versandt werden, da der Straßenname »unnötig lang ist«.

Er sei nicht der einzige Anwohner mit diesem Problem. Den Nachbarn gehe es genauso. Deswegen: »Ich bitte Sie daher höflich, schnellstmöglich etwas zu ändern zum Wohle aller Anwohner dieser Straße!«

Rosbach: Weitere Straßen tragen schwierige Namen von Partnerstädten

Ein anderer Anwohner sieht das ähnlich. Die Beschwerde könne er gut nachvollziehen. Er habe kürzlich überlegt - statt der ewigen Buchstabiererei -, Zettel mit dem Straßennamen anzufertigen. Damit er, wenn er irgendwo seine Adresse angebe, bloß den Zettel hinhalten müsse.

Was er auch glaubt: Den Nachbarn in der Straße nebenan wird es nicht anders gehen. Auch eine Partnerstadt-Straße; nach der polnischen benannt. Ciechanowiec - so der Name der Stadt, die im Nordosten Polens liegt. Davor steht das polnische Wort für Straße - Ulica -, die Adresse ist die Ulica Ciechanowiec. Weniger kompliziert für Deutsche zum Aussprechen und Schreiben ist Partnerstadt-Straße Nummer drei: die Netzschkauer Straße.

Verkürzung wäre eine Möglichkeit

Das Thema hat es nun jedenfalls in den Ortsbeirat geschafft, in dem die Mitglieder kurz über die »Rue« und die »Ulica« gesprochen haben. Dort kam man zu dem Schluss: Ein Großteil der Anwohner habe sich mit dem Namen mittlerweile wohl arrangiert. Man könne auch nicht einfach zurückrudern.

Eine Möglichkeit könnte sein, die Straßennamen zu verkürzen. Zum Beispiel zu Rue Saint-Germain (wenn die Post mitspiele). Ob das geht und wie groß das Problem tatsächlich ist, soll nun erst einmal geprüft werden. Ein Anwohner sagt jedenfalls: »Wir wären nicht böse, wenn der Straßenname vereinfacht werden würde.« (Sabrina Dämon)

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