Diese Hängebrücke samt Rutsche steht hinter dem Zaun. Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, wird sie für die Kinder unerreichbar sein.
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Diese Hängebrücke samt Rutsche steht hinter dem Zaun. Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, wird sie für die Kinder unerreichbar sein.

Spielplatzerweiterung

Konflikt um Spielplatz in Rosbach: Anwohner stört Kinderlärm

  • VonEdelgard Halaczinsky
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Wenn Kinder draußen spielen, sind sie ausgelassen, fröhlich und laut. Das stört manche Zeitgenossen. An einem solchen Konflikt scheint derzeit in Rosbach eine Spielplatzerweiterung zu scheitern

Nur kurz währte die Freude bei Eltern und Kindern über eine großzügige Erweiterung der Spielfläche auf dem Spielplatz an der Brüder-Grimm-Straße.

Der Zaun zwischen dem ehemaligen Kita-Areal und dem angrenzenden Spielplatz, auf dem seit Generationen Kinder spielen, muss - zumindest teilweise - wieder aufgestellt werden, weil Anwohner sich vom Kinderlärm gestört fühlen und nun auf den Bebauungsplan pochen, der hier keine »Gemeinbedarfsfläche« vorsieht.

Konflikt in Rosbach: Areal nicht als Spielplatz ausgewiesen

Damit darf die begehrte Rutsche, die jenseits des Zauns unter einem großen, Schatten spendenden Baum liegt, bis auf weiteres nicht benutzt werden. Das wollen sich die Eltern nicht gefallen lassen und haben sich bereits bei Bürgermeister Steffen Maar (parteilos) beschwert.

Doch dem sind die Hände gebunden: Das einst zum Außengelände der Kita Brüder Grimm gehörende Areal ist im Bebauungsplan nicht als Kinderspielplatz ausgewiesen. Zwar habe man versucht, mit den betreffenden Anwohnern einen Kompromiss herbeizuführen - ohne Erfolg.

Anna Reimann, Mutter von drei Kindern im Alter zwischen fünf und acht Jahren, ist sauer. Sie befürchtet, dass sich Gerüchte bestätigen werden, nach denen das gesamte Spielgelände oder zumindest ein Großteil davon von einem Investor mit Wohnhäusern bebaut werden soll. »Dann haben wir im innerstädtischen Raum überhaupt keinen Spielplatz mehr«, sagt sie. »Haben unsere Kinder denn hier überhaupt noch eine Lobby?«, ergänzt sie vorwurfsvoll.

Spielplatz in Rosbach: Zeitliche Eingrenzung denkbar

Eine Reihe von Eltern teilen ihre Meinung. »Kinder brauchen Platz in unserer Mitte, den darf man ihnen nicht wegnehmen«, meint Katharina Brüggemann. Ihr ist die Enttäuschung über den umstrittenen Zaun anzusehen. »Man hätte mit den Anwohnern doch Regeln vereinbaren können, mit denen beide Seiten zufrieden gewesen wären«, schlägt sie vor.

Denkbar wären zeitliche Eingrenzungen für die Nutzung des Spielplatzes oder Altersbeschränkungen, wer hier spielen darf.

Enttäuschung macht sich auch bei einem Vater breit, der den Spielplatz als »wahres Highlight« von Ober-Rosbach bezeichnet. »Die Leute hatten doch selbst Kinder, die hier gespielt haben, warum wollen sie das jetzt verbieten?«, fragt er.

Das Gelände mit dem alten Baumbestand böte für jedes Alter Spielmöglichkeiten und sei von der Lage her geeignet, ein Kind auch mal allein hier her zu schicken. »Es ist ein großer, und dennoch geschützter Bereich, den wir sonst nirgendwo haben.«

Eine junge Frau aus der Nachbarschaft hat kein Verständnis für die Beschwerden. »Ich wohne nur wenige Schritte von hier entfernt und habe das Spielen der Kinder nie als Belästigung empfunden«, sagt sie.

Streit um Spielplatz in Rosbach: Kein Gespräch mit den Anwohnern

Maar, der gerade im Lockdown gern mehr Spielfläche für Kinder bereitgehalten hätte, verspricht, an einer Lösung zu arbeiten. Das sei in der Kürze der Zeit allerdings nicht möglich gewesen.

Nach den Kommunalwahlen habe sich ein neues Parlament noch nicht konstituiert, um zum Beispiel eine Änderung des Bebauungsplans vornehmen zu können. Er verspricht eine Lösung, nach der »dieser attraktive Teil des Spielplatzes weiterhin genutzt werden kann.«

Die Eltern sind skeptisch. »Unter Maars Vorgänger im Bürgermeisteramt gab es genug Streit um die Kita Brüder Grimm. Hoffentlich setzt sich das nicht fort«, sagen sie. Sie können sich ein konstruktives Gespräch mit den Anwohnern vorstellen, doch dazu ist es bisher nicht gekommen.

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