dab_rad_190621_4c_1
+
Mit der Rikscha in Rosbach: Wer möchte, kann zu einer Rundfahrt einsteigen.

»Können wir noch mal?«

  • VonRedaktion
    schließen

Rosbach (pm). »Sie haben mir so eine Freude gemacht«, sagt eine Passagierin. Dann, an ihren Mann gewandt: »So ein Ding kaufen wir uns auch, nicht wahr?« Die 83-Jährige und ihr Mann haben gerade die zweite Rikscha-Tour durch Rodheim hinter sich. Die Begeisterung für die Spazierfahrt teilen sie mit vielen anderen: »Mega«, sagt ein Grundschüler und sein Freund nickt.

»Können wir nachher noch mal?«

Die Rosbacher Grünen hatten die Aktion organisiert und berichten nun davon.

Auf dem Bauernmarkt in Rosbach: Wie jeden Freitag genießen die Besucher den Markt - und treten mit erstauntem Blick einen Schritt zurück, um ein Gefährt durchzulassen. Auf dem gut gefederten Sitz hat es sich ein Ehepaar aus Brandenburg gemütlich gemacht, das auf Verwandtenbesuch ist. Und dann geht es los: am Fahrenbach entlang, hoch auf den Weg neben dem Rosbach, über die Brücke, durchs Wohngebiet, unter der Unterführung hindurch und wieder zurück zum Markt. »Sie können auch mitfahren«, ruft die Radlerin den Umstehenden lachend zu.

Die Idee der Rosbacher Grünen entstand im Rahmen der Stadtradel-Aktion »Rosbach rollt«. »Wir wollten für die Gemeinde ein Gefährt anbieten, das im Wortsinn jeden mitnimmt - barrierefrei, klimaneutral und mit Spaßfaktor«, sagt Michaela Colletti, Grüne Stadtverordnete, Abgeordnete im Kreistag und Direktkandidatin für den Bundestag. Für drei Tage stellte das Dreirad-Zentrum Frankfurt die Rikscha »Chat« zur Verfügung, ein dreirädriges Transportfahrrad mit elektronischer Tretunterstützung. So konnte, wer wollte, zu einer Spazierfahrt einsteigen und sich vom »Grünen-Serviceteam« durch Rosbach radeln lassen. Los ging es auf dem Bauernmarkt, dann von Paolos Kiosk am Rodheimer Freibad und am Sonntag von Müllers am Bürgerhaus. Passagiere und Passagierinnen gab es viele an den drei Aktionstagen: die jüngste drei, die älteste 88 Jahre alt - Paare, Familien, Freunde, Geschwister, Menschen mit und ohne Gehbehinderung. Alle nahmen in der Rikscha Platz. »Und wenn es Ihnen zu schnell wird, einfach sagen«, munterte Kirsten Salein von den Grünen ihre Fahrgäste auf, bekam aber stets die Antwort: »Nee, nee, ist schön so, fahren Sie mal!«

Gemeinsinn, das ist das erste und erklärte Ziel der Aktion. Damit auch alle mit ins Fahrrad geholt werden konnten, wurden im Vorfeld Kirchengemeinden, heimisches Gewerbe, Vereine, der AK Radgerechtes Rosbach u. a. angeschrieben und eingeladen. Auch Bürgermeister Steffen Maar stellte sich auf dem Bauermarkt gut gelaunt an die Seite der Rikscha-Aktion. Es wollten noch einige mitfahren. Wenn keiner wartete, trommelten die »Wilden Kerle« aus der Grundschule. Sie wollten »Mit Moritz!« fahren. Moritz Himmelreich, Abiturient und Grünen-Stadtverordneter, ist der Schnellste. »Können wir noch mal?« »Klar«, sagt Moritz und schwingt sich aufs Rad.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare