45 Jahre sind in der Kita "Brüder Grimm" Kinder betreut worden. Ob dies auch künftig wieder so sein wird, darüber entscheiden nun die Stadtverordneten.
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45 Jahre sind in der Kita »Brüder Grimm« Kinder betreut worden. Ob dies auch künftig wieder so sein wird, darüber entscheiden nun die Stadtverordneten.

Kita-Gebäude

Kita Brüder Grimm in Rosbach: Abriss, Umbau oder Neubau?

  • vonEdelgard Halaczinsky
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Was passiert mit dem alten Kita-Gebäude in der Brüder-Grimm-Straße? Abriss, Umbau oder Neubau stehen als Möglichkeiten im Raum. Der Bürgermeister drängt auf eine Entscheidung.

Mit Beginn des neuen Kindergartenjahrs sind rund 60 der etwa 100 Kinder der Kita Brüder Grimm in die neu gebaute Kita Sang gewechselt, die anderen wurden eingeschult. Das Gebäude steht seitdem leer. Jetzt hat der Haupt- und Finanzausschuss beraten, was mit dem über 45 Jahre alten Bau geschehen möge.

Entscheidung nicht aufschieben

Abriss oder Umbau der Kita Brüder Grimm standen im Ausschuss ebenso zur Debatte wie die Frage, was im Falle eines Abrisses mit dem dann frei gewordenen Grundstück passieren könnte.

Mit derzeit über 600 städtischen Kinderbetreuungsplätzen plus 170 in privater Trägerschaft steht Rosbach bei 13 600 Einwohnern laut Bürgermeister Steffen Maar gut da. Zeit lassen könne man sich mit der Entscheidung über das Schicksal der Kita Brüder Grimm dennoch nicht.

Problem: Belasteter Boden

Laut Maar ist das Areal wegen vorhandener Bodenbelastungen nur schwer verkäuflich für eine Bebauung mit Einfamilienhäusern, »außerdem hat die Adresse Kita-Tradition«.

Schon kurz nach seiner Amtsübernahme im Frühjahr 2019 hatte sich Maar für den unter seinem Vorgänger Thomas Alber umstrittenen Kita-Standort in der Brüder-Grimm-Straße ausgesprochen. »Ich favorisiere einen Kita-Bau an gleicher Stelle - egal ob neu oder saniert«, hatte Maar gesagt.

Weitere Betreuungseinrichtungen nötig

Einig war sich der Ausschuss, dass weitere Betreuungseinrichtungen nötig sein werden, wenn die geplanten Neubaugebiete wie Obergärten II in Nieder-Rosbach zum Tragen kommen. Zumindest müsse der jetzige Standard gewahrt werden.

Zwar befänden sich in allen drei Stadtteilen Grundstücke in städtischem Besitz, die sofort bebaubar wären: Brüder-Grimm-Straße, alte Tennishalle Nieder-Rosbach und ein Areal neben der Sportanlage Rodheim.

Aber nur am Standort Brüder-Grimm-Straße könnte ein Bau rechtzeitig bis Mitte 2024 realisiert werden, wenn der Mietvertrag für die mit derzeit 24 U3-Kindern belegte Einrichtung am Kirschenberg auslaufe.

Nach freien Trägern schauen

Dieter Kurth (»Stimme«) warf ein, dass man sich nicht allein an den städtischen Grundstücken orientieren, sondern auch nach freien Trägern wie etwa in der Sang Ausschau halten solle. Seiner Meinung nach wird die Zahl der Kinder und damit auch der Zeitdruck wachsen.

Auch Hans-Otto Jacobi (FDP) warnte davor, anstehende Entscheidungen zu vertagen, forderte aber, bei der Planung von Neubaugebieten Wohnort und Kinderbetreuung zusammenzulegen. Derzeit konzentriere sich vor allem die U3-Betreuung zulasten der anderen Wohngebiete auf Ober-Rosbach.

Bedarf schwer vorhersehbar

Jörg Egerter (CDU) hinterfragte die Zahlen, nach denen Kita-Standorte bemessen würden. »Wenn junge Familien ältere Wohnobjekte erwerben, kommt es dort zu einer Durchmischung der Bevölkerung«, stellte er fest.

Folglich solle man sich nicht allein an den Neubaugebieten orientieren. Niemand könne vorhersagen, wo welcher Bedarf entstehen werde. Dem pflichtete auch der Bürgermeister bei: »Wir reden heute über Kinder, deren Eltern sich vielleicht noch gar nicht kennen.«

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