Das politische Klima in Rosbach hat er schon verbessert. Jetzt will Bürgermeister Steffen Maar die Stadt mit einem Klimaschutzkonzept noch ein bisschen freundlicher gestalten. 	FOTO: LAURA KROMM
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Das politische Klima in Rosbach hat er schon verbessert. Jetzt will Bürgermeister Steffen Maar die Stadt mit einem Klimaschutzkonzept noch ein bisschen freundlicher gestalten. FOTO: LAURA KROMM

Kita-Beiträge ausgesetzt

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Rosbach (bf). Das Bürgerhaus wurde desinfiziert, die Sitzordnung war angepasst, um Mindestabstände zu gewährleisten; viele Tagesordnungspunkte wurden ohne Aussprache beschlossen - so konnte am Dienstag eine 23 Tagesordnungspunkte umfassende Stadtverordnetenversammlung im Rodheimer Bürgerhaus durchgeführt werden. Alle Mandatsträger waren sich einig, dass die Rosbacher Stadtpolitik auch in der Corona-Pandemie handlungsfähig sein müsse.

»Wir wollen Themen abarbeiten und keinen Stillstand«, betonte Bürgermeister Steffen Maar und dankte im Namen des Magistrats den anwesenden Stadtverordneten. Es stünden viele wichtige Projekte in Rosbach an. Die Verwaltung arbeite mit »höchstem Engagement und maximaler Flexibilität«, damit in Rosbach die Situation gut bewältigt werden könne. Auch seinen Mitarbeitern dankte der Bürgermeister. »Ich bin sehr zufrieden damit, wie die Kolleginnen und Kollegen auf die Situation reagieren und sich gegenseitig helfen.«

Seit Donnerstag ist die Verwaltung laut Maar fast ausschließlich mit den Auswirkungen der Pandemie beschäftigt. In Extraschichten sei am Samstag und Sonntag eine Hotline für die Kita-Notbetreuung angeboten worden. Bereits am Montag habe man in der Kita Bergstraße eine Notbetreuung eingerichtet. Für die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung seien Schichtdienste eingeführt, in der Kernverwaltung 16 Plätze für Home Office geschaffen worden.

Maar berichtete von weiteren Einschränkungen: Das Rathaus ist grundsätzlich geschlossen, notwendige Termine können weiterhin vereinbart werden. Hierzu wurde die telefonische Erreichbarkeit ausgeweitet. Alle öffentliche Liegenschaften und Einrichtungen wurden geschlossen. Das Programm für Geburtstags- und Jubiläumsbesuche wurde eingestellt. Auch die Arbeiten der Sozialstation wurden angepasst. Das Schwimmbad ist geschlossen. Eine Eröffnung zur gewohnten Zeit werde zwar vorbereitet, könne jedoch nicht garantiert werden.

Für Rosbacher Unternehmen habe die Wirtschaftsförderung einen Leitfaden entwickelt, der unter anderem Kontakte und Links enthält. Mit der Aktion »Rosbach hilft!« will Maar Freiwillige für Einkäufe für Hilfebedürftige koordinieren.

Klimaschutzkonzept beschlossen

Maar kündigte an, dass die haushaltsmäßigen Auswirkungen der Pandemie gegebenenfalls zu einem Nachtragshaushalt führen könnten. »Wir müssen uns darauf einstellen, dass uns Corona auch mittelfristig beschäftigen wird.«

Alle Stadtverordneten stellten einen gemeinsamen Antrag zur Kita-Beitragspflicht während der Krise. Ziel ist es, dass für die Dauer der Schließung keine Kita-Beiträge erhoben werden, wenn keine Betreuung erfolgt. »Wir wollen die Eltern nicht noch zusätzlich belasten«, betonte Maar. In der nächsten Sitzung muss eine entsprechende Satzungsänderung beschlossen werden.

In der etwas anderen Sitzung wurde auch der Klimaschutz besprochen: Bereits im Neujahrsgrußwort hatte Maar angekündigt, dass dies das Schwerpunktthema in diesem Jahr sein werde. »Der Erhalt und die Bewahrung unseres natürlichen Lebensraums für die Mensch, Tier- und Pflanzenwelt ist unser zentrales Anliegen«, beschrieb er das inhaltliche Gesamtziel des Klimakonzeptes, welches 49 Einzelmaßnahmen enthält. Es gliedert sich in die Schwerpunkte Mobilität, Energie, städtische Liegenschaften, Baugebiete, öffentlicher Raum, Beschaffungsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit sowie diverse Einzelmaßnahmen. Jede einzelne Maßnahme sei von der Verwaltung in Hinblick auf den Umsetzungshorizont, die Effektivität sowie die Priorität bewertet worden. Maar: »Insofern haben wir mit dem kommunalen Klimaschutzkonzept einen Maßnahmenkatalog, der einen Fahrplan vorgibt. Die Themen werden ganzheitlich und nicht jedes für sich betrachtet und können so auch strukturierter in einem Gesamtprozess abgearbeitet werden. Gleichzeitig soll und muss das Konzept ständig erweitert und auf den Prüfstand gestellt werden.«

Die kurzfristigsten Maßnahmen seien unter anderem die Analyse der Einsparungspotentiale im Energieverbrauch der städtischen Liegenschaften. Über die Initiative »Wetterau macht’s effizient« werde die Stadt eine unabhängige Energieberatung bekommen, welche dann in eine Energieeffizienzanalyse münden soll.

Auch soll ab sofort, soweit möglich, auf Pflaster oder Steine verzichtet werden. Stattdessen sollen städtische Flächen »begrünt« werden. Auch ist laut Maar die Etablierung eines Klimaschutz-Controllings notwendig. So seien die Überprüfung der Umsetzung des Konzepts sowie eine Verstetigung gegeben.

In regelmäßigen Abständen sollen Politik sowie die Öffentlichkeit über den Stand der Dinge und die weitere Entwicklung des Konzepts informiert werden. »Helfen Sie mit, dass unsere schöne Stadt auch noch für unsere nachfolgenden Generationen intakt, gesund, lebenswert und sicher bleibt«, appelliert Maar auch an die Stadtgesellschaft.

In den Beschluss für das städtische Klimaschutzkonzept sind mehrere Anträge der Fraktionen integriert oder sollen mitbearbeitet werden., Das betrifft etwa die Photovoltaik-Förderung, den Beitritt zum Bündnis »Hessen aktiv« (»Stimme«) oder die Teilnahme am Bündnis »Kommunen für biologische Vielfalt« (Grüne).

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