Kritik an Abbau: die Rosbacher SPD-Stadtverordneten Karl-Heinz Dachs (links) und Jürgen Kröger vor dem Standort des entfernten Kontoauszugdruckers. FOTO: PM
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Kritik an Abbau: die Rosbacher SPD-Stadtverordneten Karl-Heinz Dachs (links) und Jürgen Kröger vor dem Standort des entfernten Kontoauszugdruckers. FOTO: PM

Weniger Service

Kein Kontoauszug mehr in Rodheim

  • Rüdiger Geis
    vonRüdiger Geis
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Auch Geldinstitute sparen. Die Volksbank Mittelhessen zum Beispiel spart einen Konotauszugsdrucker in Rodheim ein. Der Abbau des SB-Geräts stößt aber auf deutliche Kritik.

Nur das Schild "Auszugsdrucker" ist übriggeblieben und erinnert daran, dass an dieser Stelle in der Rodheimer Filiale der Volksbank Mittelhessen einmal ein SB-Gerät stand, mit dem Kunden ihre Kontoauszüge ausdrucken konnten.

Kritik der Bürger am Verschwinden des Druckers hat die SPD Rosbach/Rodheim aufgenommen und nimmt dazu in einer Pressemitteilung Stellung: "Guter Kundenservice sieht anders aus." Das Geldinstitut hält dagegen: Die Nachfrage habe dort stark nachgelassen. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen habe man daher den Drucker abgebaut.

Filialnetz verkleinert

Im Rahmen von Umstrukturierungsmaßnahmen und der Verkleinerung ihres Filialnetzes hatte die Volksbank Mittelhessen im November vergangenen Jahres ihre Rodheimer Filiale geschlossen.

Die SPD erinnert daran, dass in diesem Zusammenhang zugesagt worden sei, dass die SB-Geräte in der alten Filiale erhalten bleiben sollten. "Umso verwunderter waren nun viele Bürgerinnen und Bürger Rodheims, dass kurzfristig der Kontoauszugsdrucker abgebaut worden ist", heißt es in einer Pressemitteilung der SPD.

Verständnis für Frust

Die Stadtverordneten Jürgen Kröger (auch Vorsitzender des Senioren- und Inklusionsbeirats) und Karl-Heinz Dachs (zuständig für die Seniorenarbeit in der Fraktion) konnten sich kürzlich davon überzeugen.

"Wenn die vielen treuen Volksbankkunden nun die immer noch vorhandene Hinweistafel lesen müssen, dass ›selbstverständlich die SB-Geräte erhalten bleiben sollten‹, ist der Frust natürlich zu verstehen", bemerkte Dachs.

Multifunktionsautomat als Lösung?

Er spricht sich für das Aufstellen eines Multifunktionsautomats aus, der sowohl Geldautomat als auch Auszugsdrucker sei.

Seitens der Volksbank weist Pressesprecher Dennis Vollmer darauf hin, dass das Geldinstitut in seinem Geschäftsgebiet in allen Rathausgemeinden gut erreichbare Filialen unterhalte, die täglich geöffnet seien. Hinzu kämen Servicestellen in den größeren Ortsteilen der Umlandgemeinden.

Wirtschaftlich nicht vertretbar

"Es ist unser Ziel, dieses flächendeckende Filialnetz dauerhaft zu erhalten. Dies schließt jedoch mit ein, dass wir Serviceangebote und Filialstruktur regelmäßig an die konkrete Nachfragesituation anpassen. So sind auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen, die zum Beispiel in der Reduktion der SB-Geräte an einem wirtschaftlich nicht mehr vertretbaren Standort münden."

Man sei sich sehr bewusst, wie wichtig diese Infrastruktur für die Menschen ist. "Und dennoch dürfen wir im Interesse aller Mitglieder als Anteilseigner und hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit dieser Bank die betriebswirtschaftlichen Aspekte nicht ignorieren."

Online-Banking oder Postzustellung

Konkret zum Fall in Rodheim, erklärte Vollmer, dass die Frequentierung des Kontoauszugsdruckers dort über Jahre hinweg stark nachgelassen habe. Ein dauerhafter Weiterbetrieb lasse sich mit Blick auf diese Entwicklung nicht darstellen. "Doch in unmittelbarer Umgebung betreibt die Volksbank Mittelhessen mehrere Filialen, die gut erreichbar und verkehrsgünstig gelegen sind."

Eine sinnvolle Alternative zum Kontoauszug sei das ePostfach, so Vollmer. Damit könne man Kontoauszüge kostenlos online abrufen. Diese würden zehn Jahre lang im Online-Banking zur Verfügung gestellt.

Kostenlose Seminare für Senioren

Darüber hinaus biete die Bank regelmäßig kostenlose Seminare und Workshops für Senioren an, um diese im Online-Banking zu schulen. "Kundinnen und Kunden, die weiter den papierhaften Auszug bevorzugen, denen es aber zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, die nächste Filiale mit Kontoauszugsdrucker auszusuchen, bieten wir eine postalische Zustellung an", ergänzt Vollmer.

Nicht an ältere Kunden gedacht

"Wenn der Volksbankvorstand Online-Banking als Alternative aufzeigt, so kann er sich in keiner Weise in die Lage seiner zum Teil älteren Kunden hineinversetzen, die nicht in der digitalen Welt zu Hause sind", moniert dagegen Dachs. Und auch jüngere Kunden würden sich seiner Meinung nach bei dieser Praxis sicherlich nicht für die Volksbank entscheiden, "deren Vorteil bisher die lokale Verfügbarkeit ist".

SPD fordert Einhalten von Versprechen

Kröger ergänzt, dass sich die Volksbank mit dieser Geschäftspolitik immer weiter von den Menschen vor Ort entferne. "Die Nähe zu den Menschen war für die Volksbanken, aber auch Sparkassen ein Vorteil im Wettbewerb, der hier von der Volksbank leichtfertig verspielt wird."

Kröger und Dachs fordern im Namen der SPD von der Volksbank Mittelhessen "das Einhalten ihrer Versprechen nach Bereitstellung aller erforderlichen SB-Geräte. Ob diese dringend erforderliche Kundennähe über Multifunktionsgeldautomaten oder einzelne Geräte wie bisher erfolgt, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle."

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