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Bei Jubiläums-Prunksitzung beben die Bühnenbretter

Rosbach (sky). Gut waren sie schon immer, aber bei ihren beiden ausverkauften Jubiläums-Prunksitzungen in der Adolf-Reichwein-Halle bewiesen die »Hasenspringer«, dass sie noch steigerungsfähig sind.

Christopher Frank, der als Nachfolger von Andreas Lappano sein Debüt als Sitzungspräsident gab, konnte mit sich und seinen munteren Hasen zufrieden sein. Keine Minute entließen die singenden, tanzenden oder plaudernden Langohren ihr Publikum aus der guten Laune.

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Der Anfang war vielversprechend: Statt würdevoll durch den Saal zu marschieren und anschließend brav an seinem Tisch Platz zu nehmen, legte der gelenkige Elferrat nach Öffnung des Vorhangs eine flotte Sohle auf die Bühnenbretter. Sofort war die erste Zugabe fällig. »Heute erwartet Euch eine Reise um die ganze Welt«, verkündete Frank. Dieser Ankündigung hatten auch Vertreter befreundeter Karnevalsvereine – allen voran die seit Jahren treuen Wölfersheimer »Motten« – nicht widerstehen können. Auch Rosbachs Blütenkönigin Katharina II.

, Bürgermeister Thomas Alber sowie viele Ortspolitiker waren zur Prunksitzung der »Hasenspringern« gekommen. Prinz Maik I. und die Prinzessin an seiner Seite, Michelle I., berichteten von ihren Auftritten in der Umgebung: In Wöllstadt, Bönstadt, Wölfersheim und an vielen anderen Orten waren sie gewesen, wie zahlreiche Orden unter Beweis stellten. Höhepunkt war der Besuch aller Hessischen Tollitäten bei Ministerpräsident Volker Bouffier im Biebricher Schloss, wo das Rosbacher Prinzenpaar sein närrisches Volk repräsentierte.

Schließlich hieß es »Vorhang auf« für die erste Tanzgruppe. Die »Girlies«, eine Mädchen-Tanzgruppe im Grundschulalter unter der Leitung von Elke Gehrken, entführten die Zuschauer mit einem bezaubernden Tanz in das Land der aufgehenden Sonne. Die kesse Vivian Lörbrich berichtete von Pleiten, Pech und Pannen während des Urlaubs auf dem Bauernhof. Viel lieber wäre sie doch am Mittelmeer gewesen, anstatt bei Opa die Ställe ausmisten zu müssen. Wer hatte da nicht Mitleid mit der flotten Göre.

Mit dem Rollkoffer in der Hand betrat Frau Heinemann (Heike Jakobs) die Bühne, um sich mit ihrer Freundin Frau Winkelmann (Heidi Engel) über einen Hotelaufenthalt auszutauschen. Eine Reihe von Missverständnissen war über Letztere hereingebrochen – nur weil das Hündchen, das sie mit auf die Reise genommen hatte, den Namen »Sex« trug. Auf dem Zimmer erlaubt, auf der Straße jedoch mit Missfallen betrachtet. Da war guter Rat teuer. Die Stimmung im Saal wuchs ob dieser trefflichen Komödie.

Den flotten Sprüchen beider Damen standen die ebenfalls flotten Tänze von Garde, Midigarde und Minigarde nicht nach. Über den Abend verteilt, beeindruckten die Mädels in ihren lila-weißen Kostümen mit teils akrobatisch anmutender Gelenkigkeit und Präzision. Mit einer Rakete belohnt wurden die »DirtY BooyZ«, die zum vierten Mal mit einem Highlight aufzuwarten wussten: Ihre langhälsigen Vögel begaben sich beim Schwarzlichttanz zusammen mit AC/DC auf den »Highway to Hell«.

{newPage}Tosender Applaus und Polonaisen

Mächtig Gehör forderten sich die »Rabbatzhasen« mit ihren Trommelwirbeln ein, und auch die zehn Stimmungskanonen »Lustikanten« in ihren Krachledernen ließen es an Gaudi nicht fehlen. Sie wurden vom Publikum bereits stehend empfangen und sorgten für die erste Polonaise des Abends.

Urkomisch und von vielen Insidern bereits erwartungsvoll empfangen, präsentierten sich die beiden Schlappmäuler Elke Kirchler und Theo Hegemann als Fußballfans sowie Beate Weide als jammernder Mann in der Midlife-Crisis. Bei den Zuschauern blieb kaum ein Auge trocken. Die beliebten »Bänkelsänger« Klaus Kees und Theo Hegemann spornten das Publikum erfolgreich zum Mitmachen an und verwandelten den Saal in eine Schunkel-Arena.

Da man sich unter den vielen Höhepunkten immer noch einige bis zum Schluss aufgehoben hatte, präsentierten die »Hasenspringer« ihre Tanzgruppen »No Names«, »Mixed Generation« und das fast unschlagbare Männerballett im dritten Teil der Prunksitzung. Schneller als ihr Schatten auf ihrer Reise durch den Wilden Westen die einen, mit dem amerikanischen Gangster Al Capone unterwegs die anderen und zum Skifahren auf der Piste die Dritten.

Das Publikum dankte den Akteuren nicht nur mit tosendem Applaus, sondern auch mit einer kaum enden wollenden Polonaise.

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