Liebenswertes Duo: Beim Auftritt von Uwe Kleibrink alias Kurt Knabenschuh und seiner Bulldogge Otiz hat der Hund sofort alle Sympathien auf seiner Seite. FOTO: IM
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Liebenswertes Duo: Beim Auftritt von Uwe Kleibrink alias Kurt Knabenschuh und seiner Bulldogge Otiz hat der Hund sofort alle Sympathien auf seiner Seite. FOTO: IM

Jede Menge Stoff zum Lachen

  • vonInge Schneider
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Rosbach(im). Einst hatte sich Bulldogge-Rüde Otiz seinem Herrchen im Tierheim mit den Worten: "Da bin ich, Chef. Nimmst du mich bitte mit?" vorgestellt. Seitdem scheinen sich die Verhältnisse gründlich verkehrt zu haben, denn beim Comedy-Abend "Wer ist der Boss?" mit Uwe Kleibrink alias Kurt Knabenschuh im Alten Rathaus Ober-Rosbach hatte eindeutig Otiz vom Moment des ersten Auftritts an das Zepter in der Hand und sämtliche Sympathien auf seiner Seite.

Gottfried Blöcher als Begründer der Kulturinitiative "Verzaubertwelt" versprach in seinen Begrüßungsworten nicht zu viel und nicht zu wenig:

Entspannung und Ablenkung

Amüsement, Entspannung und Ablenkung in Zeiten der Corona-Pandemie gab es reichlich im Programm des liebenswerten Herrchen-Hund-Duos, auf gedanklich anspruchsvolle Höhenflüge, politische Spitzen, scharfe Satire und hochaktuelle Bezüge wurde dagegen verzichtet.

Das Publikum genoss den Abend vielleicht auch gerade deshalb in vollen Zügen - ist doch die Welt dieser Tage wahrlich komplex genug und tut es gut, sich zwei Stunden lang einmal nur mit den vier Kommunikationsformen Hund-Hund, Hund-Halter, Halter-Halter und Halter-Nichthalter zu beschäftigen. Allein diese Kombinationen boten wiederum jede Menge Stoff zum Lachen. Ob es um die Auswahl der richtigen Hundeschule zwischen amerikanischem Boot-Camp, esoterischem "Wuschi-Wuschi" oder antiautoritärem Laisser-faire ging, um die adäquaten Kommandos ("Bitte spuck den Zwergpudel wieder aus!"), den passenden Hundenamen (neben Otiz auch "Lass das!", "Sauhund" oder "Werwolf") oder das Überstehen der Silvesterknallerei mittels Eierlikör (für den Hund) - das Publikum quittierte die Show in jeder Phase mit reichlich Zustimmung und Applaus.

Otiz selbst verfolgte das Tun seines Herrchens mit duldsam-phlegmatischem Gesichtsausdruck von der liebevoll mit Leuchtgirlanden umkränzten Bank aus, bändelte während der Pause sanft und freundlich mit dem Publikum an, horchte auf das Bellen eines Rosbacher Artgenossen in den Straßen der Altstadt und lief beim theatralischen Bühnencasting unter dem Motto "In den Staub, Elender!" zur Höchstform auf.

Herrchen Kurt Knabenschuh begab sich inzwischen in die wohlbekannten telefonischen Dauerwarteschleifen - in diesem Fall: einer Hundehaftpflichtversicherung - räumte mit den tierischen Hinterlassenschaften auf, beantwortete geduldig Fragen nach der Rasse seines Hundes, übte sich darin, Otiz "zu lesen" und andere Hundehalter rechtzeitig vor seinem Tier zu warnen. Denn - kaum zu glauben angesichts der vollkommen friedlichen Ausstrahlung von Otiz - in Sekundenschnelle könne sich die Bulldogge von Dr. Jekyll in Mr. Hide verwandeln und habe es speziell auf andere Hunde, Jogger und Mountainbiker abgesehen. Da helfe kein "O, ist der süß!" und kein "Meiner macht nichts!" "Aber meiner!" laute die Entgegnung und konsequent könne man sich als Herrchen nur todesmutig dazwischenwerfen oder es mit dem Mantra "Valium!" aus der Wuschi-Wuschi-Hundeschule versuchen, konstatierte Kurt Knabenschuh.

Gegen Ende seiner Performance wurde Knabenschuh auf angenehme Art altersweise: "Früher hat mir das Publikum gelegentlich vorgeworfen, meine Witze gingen auf Kosten der Senioren. Inzwischen würden sie sich wohl eher gegen mich selbst richten." Und so stimmte man neben dem "Hänschen-Rap" auch in den Mittelspur- und in den Senioren-Song ein und verabschiedete nach einer Zugabe unter Beifall das Herrchen und seinen liebenswerten tierischen Begleiter.

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