Die Mitglieder der SPD sowie Bürgermeister Steffen Maar (r.) treffen sich am Wasserwerk in Rodheim. FOTO: PM
+
Die Mitglieder der SPD sowie Bürgermeister Steffen Maar (r.) treffen sich am Wasserwerk in Rodheim. FOTO: PM

SPD informiert sich über Wassernotstand

  • vonRedaktion
    schließen

Rosbach(pm). Anlässlich der Berichte zum Wassernotstand in der vergangenen Woche hat sich die SPD in Rosbach zu dem Thema informiert.

Wie es nun in einer Pressemitteilung der Stadt heißt, traf sich die SPD Rosbach/Rodheim kurzfristig mit Wassermeister Oliver Turano und Bürgermeister Steffen Maar vor dem Wasserwerk in Rodheim. "Sehr gerne bin ich dem Anliegen der örtlichen SPD nachgekommen, um über das Thema und die eingeleiteten Maßnahmen zu informieren und alle Fragen zu beantworten", sagte Maar. Neben einer relativ großen Delegation der örtlichen SPD aus Partei und Fraktion war auch der Umweltbeauftragte von Rosbach und Erster Stadtrat, Heinz Sill von der SPD, dabei.

Ampelsystem zur Wassersituation

Die Sorge um einen eventuell immer niedriger werdenden Grundwasserspiegel durch die verstärkt auftretenden trockenen Sommer und die zunehmend zu geringen Niederschläge in den anderen Jahreszeiten seien durch die Ausführungen von Maar und Turano erst einmal zerstreut worden. Die Stadtwerke Rosbach unterhielten für die sichere Versorgung mit Trinkwasser eine eigene Wasserversorgung. Diese bestehe aus insgesamt drei Tiefbrunnen, drei Quellfassungen, vier Hochbehältern und zwei Wasserwerken. Damit sei Rosbach unabhängig von anderen Wasserlieferanten.

Die Stadtwerke haben in diesem Jahr ein Wassernotstandskonzept erarbeitet, um auf Trinkwasserknappheit nachhaltig zu reagieren, wurde erläutert. Bürgermeister Maar beschrieb das Ampelsystem: Je nachdem, wie groß der Abfluss aus den Hochbehältern ist, wird eine Notfallstufe ausgerufen. "Unsere Quellen liefern genügend Wasser. Es sind die Spitzen im Tagesverbrauch, die zu Engpässen führen", erklärte Turano. "Wir sind beruhigt, dass es bei den Quellen kein Problem gibt, denn die Versorgung mit Trinkwasser ist in unseren Augen eine kommunale Daseinsvorsorge", sagte Eleonore Dietz, Vorsitzende der SPD Rosbach/Rodheim.

Beim eingeführten Ampelsystem ist "Grün" der Normalbetrieb der Wasserversorgung. Sollten erste Engpässe im Bereich der Befüllung der Hochbehälter erkennbar werden, so würden infolge der Einstufung in "Gelb" interne Maßnahmen getroffen, zum Beispiel veränderte Abläufe bei der städtischen Pflanzenbewässerung.

Kritik am Austausch von Wasserzählern

Weitere Einschränkungen würden sich bei Stufe "Orange" ergeben. Wasserspielgeräte würden abgeschaltet, die Sportplatzbewässerung würde minimiert bzw. eingestellt, die Bevölkerung würde gebeten, die private Gartenbewässerung einzustellen. Sollte die Stufe "Rot" erreicht werden, so benötigten die Hochbehälter wesentlich länger, um sich wieder ausreichend zu befüllen. Weitere Maßnahmen zur Wassereinsparung wären erforderlich. Auch hier würde die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Großverbraucher sollen prüfen, an welchen Stellen ebenfalls der Wasserverbrauch reduziert werden kann. Diese Warnstufe wurde in der letzten Woche erreicht. "›Rot‹ bedeutet, dass wir unter Umständen nur 72 Stunden Wasserreserve haben. Notfalls, wenn sich die Situation nicht bessert, müsste sogar das Trinkwasser rationiert werden", erklärte Maar. "Nachhaltiger Umgang mit Trinkwasser sollte jedoch nicht erst ab Stufe ›Rot‹ selbstverständlich sein. Das Ampelsystem finden wir aber gut, denn es informiert auch die Menschen in Rosbach", sagte Dietz. Übereinstimmung bestand bei den möglichen Maßnahmen zum bewussteren Umgang mit Trinkwasser. Dies könnte in den neuen Bebauungsplänen geregelt werden. Deshalb wurde über eine Vermeidung von Versiegelung, ein Zwei-Kanal-System, in dem Oberflächenwasser in Gräben und Bäche geleitet werden kann und nicht in die Kläranlage fließt, den Bau von Zisternen und Dachbegrünung gesprochen. Ferner, war man sich einig, könnte für die Toilettenspülung Regenwasser genutzt werden. Ärgerlich sei jedoch, dass die hierfür notwendigen Abwasserzähler genauso wie die städtischen Wasserzähler alle sechs Jahre getauscht werden müssen. "Dass ein Zähler defekt ist, kommt eigentlich kaum vor. Der Betriebszeitraum ist deutlich zu kurz", sagte Turano. "Und kostet die Stadt mehr als 60 000 Euro." "Wir werden diese Thematik parteiintern weiter bearbeiten", sagte Dietz.

Maar und Sill beschrieben auch die Maßnahmen der Wasserrückhaltung im Stadtwald. Hier seien in diesem Jahr Projekte geplant. Das System der Versickerungskuhlen sei eine seit Jahren erfolgreiche Praxis in Rosbach.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare