Auf Helgoland registriert

  • VonEdelgard Halaczinsky
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Zur Führung durch die Streuobstwiesen, der Heimat des Steinkauzes, hatte die NABU-Ortsgruppe Rodheim kürzlich eingeladen. Etwa zwei Dutzend Interessierte folgten den Naturführern Marina Schäfer-Diehl und Waldemar Hartmann durch die blühenden Wiesen und durften miterleben, wie Udo Seum vom NABU Bingenheim die Beringung junger Käuze vornahm.

Zur Führung durch die Streuobstwiesen, der Heimat des Steinkauzes, hatte die NABU-Ortsgruppe Rodheim kürzlich eingeladen. Etwa zwei Dutzend Interessierte folgten den Naturführern Marina Schäfer-Diehl und Waldemar Hartmann durch die blühenden Wiesen und durften miterleben, wie Udo Seum vom NABU Bingenheim die Beringung junger Käuze vornahm.

»Noch sind nicht so viele Jungtiere geschlüpft wie sonst«, sagte Hartmann. Während die Natur im allgemeinen dieses Jahr schon früh erwachte, haben sich die kleinen Greifvögel mit dem Brüten Zeit gelassen. Deshalb hatte sich der Vogelschützer auch ein paar Tage vor der Wanderung im Revier umgeschaut und jene Niströhren ausfindig gemacht, in denen bereits Leben herrscht. »An vielen Plätzen waren die Jungen noch gar nicht geschlüpft«, erzählte er. Er wird also noch ein zweites Mal mit Seum losziehen müssen, um den kleinen Federbüscheln einen »Personalausweis« zu verpassen.

Auf jedem Ring, den Seum mit einer Spezialzange an die zarten Beinchen klemmte, ist eine eigene, siebenstellige Nummer vermerkt, die in der Vogelwarte Helgoland registriert wird. So kann man genau definieren, wo ein Steinkauz seine Kinderstube hatte und wohin er möglicherweise auf Wanderschaft gezogen ist. Auch Zeit, Ort und Anzahl der Jungvögel pro Brut werden der zuständigen Vogelwarte – in Deutschland gibt es drei davon – gemeldet.

Bestand erholt sich

Bevor der »Herr der Ringe« aber seiner eigentlichen Arbeit nachgehen konnte, waren noch Vorbereitungen zu treffen. Zunächst wurde die Niströhre mit einem Tuch verschlossen, damit kein Vogel entweichen konnte, als er die Klappe an der Rückseite öffnete. Schließlich wurde ein Bewohner nach dem anderen herausgeholt und in einen gelben Leinenbeutel gesteckt. Drei kleine Käuzchen waren es diesmal, die schon das richtige Alter für einen Ring hatten. »Es ist eine Mär, dass man Jungvögel nicht anfassen darf, weil sie sonst von ihren Eltern nicht mehr angenommen würden«, erklärte der Fachmann. Bei behaarten Jungtieren träfe das zwar zu, nicht aber bei Vögeln.

Wie zu erfahren war, ist es für die Steinkäuze sogar ein Segen, dass sich Menschenhand um sie kümmert. Nachdem ihr Bestand wegen der immer schlechter werdenden Lebensbedingungen so stark geschrumpft war, dass sie auf die Rote Liste der bedrohten Arten gesetzt wurden, geht es nun dank der zahlreichen Niströhren, die von Vogelschützern vor allem in den Streuobstwiesen angebracht wurden, wieder aufwärts.

Manche Röhren werden von den Altvögeln auch als Schlaf- oder Ruheplatz genutzt. Auf der etwa zweistündigen Wanderung hatte die Gruppe das Glück, einen solchen zu entdecken. Mit einem geschickten Griff packte Hartmann das erwachsene Tier und zeigte es den staunenden Naturfreunden.

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