Weihnachtsstimmung kommt mit der Beleuchtung und der passenden Musik auf: Die Initiative Verzauberwelt Baidergasse bringt Licht in die Dunkelheit. FOTOS: LH
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Weihnachtsstimmung kommt mit der Beleuchtung und der passenden Musik auf: Die Initiative Verzauberwelt Baidergasse bringt Licht in die Dunkelheit. FOTOS: LH

Häuser leuchten in der Baidergasse

  • vonEdelgard Halaczinsky
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Rosbach(sky). "Markt und Straßen steh’n verlassen, still erleuchtet jedes Haus." Dieses bekannte Gedicht von Joseph von Eichendorff beschreibt wie kaum ein anderes die Stimmung im alten Ober-Rosbacher Ortskern am Sonntagabend.

Hanni und Gottfried Blöcher von der Kulturinitiative "Verzauberwelt Baidergasse" hatten unter dem Motto "Warmes Licht in Dunkelheit" ortsbildprägende Altbauten in der Baidergasse und in umliegenden Straßen in romantisches Licht getaucht und weihnachtliche Stimmung in die Straßen gebracht. Ein warmes Rot hier, ein üppig glitzernder Weihnachtsbaum dort, lockten Spaziergänger an und erinnerten sie an den Advent und an die Vorfreude auf das Fest der Feste. Hoftore wurden geöffnet und gaben den Blick auf festlich geschmückte Innenhöfe frei, das Alte Rathaus leuchtete in einem satten Blau, und vor der Alten Feuerwache, dem Domizil der Kulturinitiative, lud ein freundlicher Schneemann zum hingucken ein und brachte auf seine Art Kultur zu den Menschen - ein Ansinnen, das in Corona-Zeiten nicht gerade leicht ist.

Als der Geiger Vladimir Bodunov, ein Rosbacher Neubürger, gegen 18 Uhr in Höhe des Hauses Baidergasse 11 im Scheinwerferlicht zu seiner Geige griff und mit dem Lied "Herbei oh ihr Gläubigen" Zuhörer anlockte, war die Weihnachtsstimmung perfekt.

Fröhliche Gesichter - viel Abstand

Hört der Engel helle Lieder, denn morgen kommt der Weihnachtsmann zusammen mit Rudolf, dem Rentier mit der roten Nase - so könnte man die weitere Botschaft des Violinspielers zusammenfassen. Sanft erhoben sich die zarten Geigenklänge in den dunklen Nachthimmel, und manch ein Fenster öffnete sich, um sie auch in die Häuser zu lassen. Andrea Felsch, die wenige Häuser weiter wohnt, hatte sich den Mantel angezogen und war zur Baidergasse geeilt, wo sie zusammen mit anderen auf Abstand stehenden Menschen den Tönen lauschte. "Es ist schön, dass wir trotz Corona noch ein bisschen von Weihnachten mitbekommen", sagte sie. Die fröhlichen Gesichter der anderen Zuhörer vermutete sie nur, denn alle hatten einen Nase-Mund-Schutz angezogen und hielten so den größten Teil ihrer Gesichter verborgen.

Und so schnell, wie die Menschen zusammengekommen waren, verstreuten sie sich auch schon wieder in das verregnete Dunkel der Nacht. "Ich bin froh, dass sich heute alle an die Corona-Regeln gehalten haben", meinte Hanni Blöcher mit Blick auf die Davonschlendernden. Herma Meuer und ihre Freundin Irmi waren nur zufällig zu Zuhörerinnen geworden. Der Klang von Weihnachtsliedern hatte sie auf ihrem abendlichen Spaziergang in die Baidergasse gelockt. "Hanni und Gottfried lassen sich immer etwas Machbares einfallen", lobten sie angesichts der vielen Einschränkungen, die Corona mit sich bringt. Die weihnachtlich beleuchteten, historischen Fachwerkhäuser hatten sie ebenso beeindruckt wie die festliche Stimmung, die Bodunov mit seiner Geige verbreitete.

Auch an den nächsten beiden Adventssonntagen will Blöcher warmes Licht in die Dunkelheit bringen. Am dritten Advent um 18 Uhr wird Lothar Halaczinsky an gleicher Stelle mit seiner Mundharmonika Weihnachtslieder spielen, und eine Woche später wird die junge Sängerin Maria Cammisa mit ihrem Gesang die Vorübergehenden erfreuen. Auch der Drehorgelspieler Markus Schüller wird mit von der Partie sein.

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