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Tierfreundin Marion Schram

Ein großes Herz für Hund, Katze … und Reh

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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Als Kind wollte Marion Schram immer ein Haustier haben - bekam aber keins. Inzwischen hat sie so viele Tiere liebevoll aufgenommen, dass sie irgendwann mit dem Zählen aufgehört hat.

Es gab eine Zeit, da sind bei den Schrams regelmäßig Hunde durch den Garten geflitzt. Und wer genau hingeschaut hat, wird es gesehen haben: Dazwischen war ein Reh - immer mit dabei und sowohl mit den Hunden als auch mit den Haltern vertraut.

Marion Schram erinnert sich noch gut an die Geschichte. Ein Landwirt aus Rodheim stand eines Tages vor der Tür: Er habe ein Rehkitz angefahren. Sie ist losgefahren, hat es in die Tierklinik gebracht, wo dem Kitz ein Bein amputiert werden musste.

Sie und ihr Mann behielten das Tier, kümmerten sich darum, fütterten es (Rehkitze trinken keine Kuhmilch, dafür aber Ziegenmilch, wie sie dann gelernt hat).

Verein vor 25 Jahren gegründet

Das Reh ist nur eines der vielen tierischen Gäste gewesen, die in den vergangenen Jahren bei Marion Schram ein Zuhause gefunden haben. Manche sind länger geblieben, manche nur kurz, andere bis zu ihrem Tod. Vor allem Katzen und Hunde sind bei der Rodheimerin untergekommen, die mit anderen Tierfreunden vor 25 Jahren den Verein Tierfreunde aktiv gegründet hat.

Angefangen hat es eigentlich schon vor der Vereinsgründung, erzählt Marion Schram. "Im Dorf spricht sich sowas schnell rum" - sie meint, dass ihr Zuhause die Anlaufstelle für Rodheimer war, die verletzte oder heimatlose Tiere gefunden haben.

Unzählige Tiere aufgenommen

Die Versorgung der vielen Tiere wurde privat finanziert. "Irgendwann ging das nicht mehr", sagt Marion Schram. Deswegen gründete sie 1995 mit einer Handvoll anderer Tierschützer aus Rodheim den Verein. So kamen zumindest ein paar Mitgliederbeiträge zusammen, um die Versorgung der Tiere zu bezahlen.

Dennoch hat sich heute, 25 Jahre später, einiges verändert. Die Schrams selbst haben ein kleineres Grundstück und können aus gesundheitlichen Gründen keine Tiere mehr aufnehmen. Über die Jahre waren es jedoch unzählige, sagt sie: "Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen." An jedes Tier könne sie sich erinnern.

Mit dem Flieger Hunde holen

Vor allem viele Babykatzen seien dabei gewesen. Das habe sich aber geändert, da immer mehr Katzen kastriert werden. Hunde sind in Deutschland zwar nur sehr selten herrenlos, was aber häufig vorkam: Die Tierfreunde haben Tiere aus ausländischen Tötungsstationen aufgenommen - und zum Teil selbst geholt. So sei es schon mal vorgekommen, dass Hunde aus Mallorca geholt worden seien.

Die Tiervermittlung ist eine weitere zentrale Aufgabe des Vereins. Wer auf der Suche nach einem Haustier ist, kann sich an die Vereinsmitglieder wenden.

Drei Katzen suchen neues Zuhause

Die zweite Vorsitzende, Birgitta Müller, beherbergt zum Beispiel gerade drei Katzen bei sich, die ein neues Zuhause suchen (allerdings nur gemeinsam). Zudem füttert sie seit zwölf Jahren halbwilde Katzen, die im Rosbacher Gewerbegebiet wohnen, und kümmert sich darum, dass deren Nachwuchs kastriert wird.

Das Hauptproblem, das der Verein heute habe, seien die rückläufigen Mitgliederzahlen bzw. die wenigen Neueintritte - früher seien es an die 90 Mitglieder gewesen, heute nur noch 40. Damit einhergehend gebe es weniger finanzielle Mittel. Wenn nachts zum Beispiel ein Tier angefahren wird und es in der Tierklinik eventuell operiert werden muss, kommen enorme Kosten auf den Verein zu.

Mit anderen Vereinen vernetzt

Die Tierfreunde machen dennoch weiter und tun, was sie können. Mittlerweile gibt es auch in Karben einen Tierschutzverein, mit dem man in Kontakt stehe, ebenso wie mit dem Katzenhaus in Bad Nauheim.

Und selbst wenn Marion Schram keine Tiere mehr aufnehmen kann: Gibt es in der Umgebung einen tierischen Notfall, klingelt ihr Telefon. Egal zu welcher Tageszeit. Dann organisieren sich die Vereinsmitglieder untereinander (Wer fährt zum Tierarzt? etc.).

Schöne Erlebnisse überwiegen

Nicht jede Fundtiergeschichte gehe gut aus. Auch das gehöre dazu: Dass man manchmal nur in die Klinik gefahren ist, um ein verletztes Tier einschläfern zu lassen.

Die schönen Tiergeschichten aus den vergangenen 25 Jahren überwiegen jedoch. Von dem Reh zum Beispiel, das mit Hunden aufgewachsen ist, oder einem Rehbock, der mittlerweile in einem Tierpark in der Lüneburger Heide ist. Von den Katzen, die Familienmitglieder geworden sind, oder von den Hunden, die vor der Tötungsstation gerettet worden sind.

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