Bürgermeisterwahl

FDP-Fraktionschef Hans-Otto Jacobi tritt an

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Jetzt sind es bereits vier Männer: Der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Otto Jacobi hat am Mittwoch mitgeteilt, dass er als Kandidat bei der Bürgermeisterwahl im Herbst antreten wird.

Sein Ortsverband nominierte den 65-Jährigen einstimmig auf der jüngsten Mitgliederversammlung. Vorausgegangen seien Gespräche mit den bekannten Wettbewerbern Christoph Käding, Christian Thiel (beide parteilos) und Steffen Maar (unabhängig, von CDU unterstützt).

Wie der FDP-Ortsvorsitzende Jörg Werner sagt, müsse ein Kandidat für das Bürgermeisteramt über Erfahrungen in der Verwaltung, der Personalverantwortung und in der Kommunalpolitik verfügen. Diesem Anforderungsprofil werde Jacobi besser gerecht als die drei Mitbewerber.

Jacobi selbst kündigt an, im Wahlkampf vor allem auf Inhalte zu setzen. Der FDP-Kanidat positioniert sich dabei vor allem gegen den von Alber, dem laut Jacobi "gescheiterten Bürgermeister" verfolgten Wachstumskurs. Es müssten wieder die Belange der heute in Rosbach und Rodheim wohnenden Bürger in den Mittelpunkt gerückt werden. Er wolle den Fokus auf den Erhalt der "kleinteiligen und überschaubaren Strukturen" in den drei Stadtteilen mit wieder zu belebenden Ortskernen legen.

Gegen hohe Steuer und Gebühren

"Ich werde nicht auf eine künstliche Mitte setzen, sondern will vorrangig den Charme unserer ländlich geprägten Orte erhalten und als Lebensmittelpunkt für die Bürgerinnen und Bürger attraktiv machen", sagt Jacobi. Dies zähle genauso wie die Naherholungsqualität zum Hauptkapital der Stadt, das es zu pflegen gelte. Dies liege auch gleichermaßen im Interesse von Alteingesessenen und Neubürgern, ist sich Jacobi sicher.

Der 65-Jährige will sich um den Erhalt des städtisches Eigentums kümmern und das vorhandene Engagement von Bürgern mehr wertschätzen. Als Rathauschef will er sich dafür einsetzen, Bürgerbelastungen wieder zu senken – im Parlament war das der FDP in Sachen Grund- und Gewerbesteuer nicht geglückt. "Im Gegensatz zu noch vor sechs Jahren liegen wir inzwischen bei allen Steuern über dem Landesdurchschnitt und erreichten gleichzeitig bei Gebühren sogar teilweise bundesweite Höchstwerte", beklagt Jacobi. Er macht "unnötig hohe Ausgaben" für diese Problematik verantwortlich. "Es muss endlich wieder mit mehr Augenmaß gehandelt werden" sagt Jacobi. Geht es nach ihm, sollte man wegen der ungleichen Belastungen wiederkehrenden Straßenbeiträge wieder abschaffen. Ferner bewirke der hohe Gewerbesteuersatz, dass die verkehrsgünstig gelegene Stadt gerade für Unternehmen mit anfallendem hohem Steueranteil vergleichsweise unattraktiv bleibe. Umgekehrt lägen bevorzugt Anfragen von Logistik-Firmen vor, die sich durch hohen Flächenbedarf und Verkehrsbelastung, aber nicht hohe Einnahmen durch die Gewerbesteuer auszeichneten.

Hans-Otto Jacobi lebt seit seiner Kindheit – mit kurzer Unterbrechung während der Studienzeit – in Rodheim. Seit mehr als 20 Jahren wirkt er als Stadtverordneter oder Mitglied des Ortsbeirats an der Kommunalpolitik mit. Er war Lehrer an einer Verwaltungsfachhochschule, machte sich als Unternehmensberater selbstständig. (Foto: pm)

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