Der Kreisel an der Rosbacher Südumgehung soll weitere Warnschilder, Geschwindigkeitstrichter in allen Zufahrten, Quermarkierungen sowie Glasreflektoren auf den Bordsteinen erhalten, kündigt der Ortsvorsteher Dr. Volker Hoffmann an. Zuerst muss jedoch die Unfallkommission tagen. 	 FOTOS: NICI MERZ/PM
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Der Kreisel an der Rosbacher Südumgehung soll weitere Warnschilder, Geschwindigkeitstrichter in allen Zufahrten, Quermarkierungen sowie Glasreflektoren auf den Bordsteinen erhalten, kündigt der Ortsvorsteher Dr. Volker Hoffmann an. Zuerst muss jedoch die Unfallkommission tagen. FOTOS: NICI MERZ/PM

Gefahrenstelle

Rosbach: Das Ende des „Pannenkreisels“?

  • David Heßler
    vonDavid Heßler
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Etliche Autos sind schon über Rosbachs „Pannenkreisel“ an der Südumgehung geflogen. Nun soll die Gefahrenstelle erneut entschärft wird - zum hoffentlich letzten Mal.

Rosbach – Mittlerweile darf man wohl von einer Fehlplanung sprechen. Regelmäßig übersehen Autofahrer den in einer Senke gelegenen Kreisverkehr zwischen Nieder-Rosbach und Rodheim. Seit der Freigabe im Jahr 2012 gab es mindestens 60 polizeilich registrierte Unfälle. Ein paar Fahrzeuge sind sogar im angrenzenden Regenrückhaltebecken gelandet. Es gab mehrere Verletzte. Die Dunkelziffer dürfte gleichwohl hoch sein: Reifenspuren auf der Mittelinsel sowie um- oder angefahrene Schilder sind eigentlich immer zu finden.

Todesfälle am „Pannenkreisel“ nur eine Frage der Zeit

Der »Pannenkreisel«, bisweilen auch »Flugkreisel« genannt, war zuletzt jedoch kein Unfallschwerpunkt mehr gewesen - zumindest laut der Polizei. Nach dem Aufstellen von Warnschildern und der Bepflanzung von Mittelinseln seien die Unfallzahlen deutlich reduziert worden, hieß es noch bis vor ein paar Monaten in einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage von Jörg-Uwe Hahn (FDP) im Landtag. Weitere Maßnahmen seien daher unnötig.

Mit dieser Antwort wollte sich der Nieder-Rosbacher Ortsbeirat um Ortsvorsteher Dr. Volker Hoffmann, der in den vergangenen Jahren wiederholt verlangt hatte, den Kreisel sicherer zu machen, nicht abfinden. Schließlich gebe es nach wie vor Unfälle, und es sei nur eine Frage der Zeit, bis es zu Todesfällen komme. Schützenhilfe gab es nun vom früheren Leiter der Polizeidienststelle in Friedberg, Gerhard Anhäuser. Dieser habe, wie Hoffmann berichtet, mit ihm einen Brief an Prof. Gerd Riegelhuth, den Präsidenten von Hessen Mobil in Wiesbaden, geschrieben und ihn zum Handeln aufgefordert.

Mit Erfolg: Laut Hoffmann werden bald Geschwindigkeitstrichter in allen Zufahrten eingerichtet, sprich Schilder aufgestellt, die die Geschwindigkeit der Autofahrer etappenweise reduzieren. Neben weiteren Vorfahrtsschildern von Osten und Süden kommend sollen Quermarkierungen und Glasreflektoren auf den Bordsteinen angebracht werden. »Danach dürfte alles Vernünftige getan sein, um Unfälle künftig zu verhindern«, sagt Hoffmann.

Die Stadt werde durch Bepflanzung der Mittelinsel ferner dafür sorgen, dass der Kreisel als Hindernis eher wahrgenommen wird. Nach Aussage des Ortsvorsteher ist es »der letzte nackte Kreisel in der Wetterau«.

Kreisel in der Wetterau: Unfallkommission muss noch tagen

Offiziell sind die Neuerungen am Kreisel, der eine Kreisstraße (K 11) und eine Landesstraße (L 3352) verbindet, aber noch nicht. Wie Hessen Mobil auf WZ-Nachfrage mitteilt, wird sich die zuständige Unfallkommission in Kürze treffen, um über die Maßnahmen zu sprechen. Den Vorsitz habe die Verkehrsbehörde des Wetteraukreises inne. »Mögliche Entscheidungen werden daher federführend von dort getroffen.« Zudem könne nur die zuständige Straßenverkehrsbehörde, in diesem Fall der Bürgermeister der Stadt Rosbach, eine Entscheidung für das Anbringen oder Entfernen von Verkehrszeichen treffen. Polizei und Hessen Mobil hätten lediglich ein Vorschlagsrecht. Die Landesverkehrsbehörde habe - »vor dem Hintergrund der jüngsten Vorfälle« - der Unfallkommission kurzfristig weitere Verbesserungen vorgeschlagen, bestätigt Pressesprecherin Daniela Czirjak.

Bürgermeister Steffen Maar verwies zuletzt zwar immer wieder darauf, dass die Zuständigkeit seiner Meinung nach bei Hessen Mobil liege, doch auch er will den Maßnahmen nicht im Wege stehen. Die Stadt habe daher eine Verwaltungsvereinbarung mit Hessen Mobil getroffen, dass sie sich um den Innenraum kümmern darf, also die Bepflanzung des Kreisels. Niedrige Hecken sollen dazu beitragen, die »sichtbare Silhouette zu erweitern«, wie Maar sagt. Bäume oder Kunstinstallationen werde es am Kreisel aber nicht geben - schließlich soll das Verletzungsrisiko für den nächsten Autofahrer, der womöglich trotz der neuen Maßnahmen über den Kreisel fliegt, nicht noch erhöht werden.

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